Foto Posen sind der häufigste Grund für schlechte Porträts.
Nicht Licht. Nicht Kamera. Sondern unnatürliche Hände, steife Körperhaltung und falsche Gewichtsverlagerung. In diesem Artikel zeige ich dir anhand konkreter Bildbeispiele, welche Foto Posen du unbedingt vermeiden willst – und woran du schlechte Posen sofort erkennst.
„Wo soll ich denn meine Hände hintun?“ Wenn du irgendwann einmal einen Menschen porträtiert hast, dann ist dir diese Frage sicherlich schon mal gestellt worden, oder?
Warum Foto-Posen so oft scheitern
Das eigentliche Problem liegt nicht beim Menschen. Es liegt im System Kamera.
Posen arbeiten gegen die natürliche Körperwahrnehmung. Und genau deshalb wirken sie auf Fotos so häufig steif, unlogisch oder künstlich. Selbst dann, wenn die Person „alles richtig gemacht“ hat.
Schauen wir uns das nüchtern an.
1. Die Kamera macht aus Raum Fläche
Der Körper existiert dreidimensional. Die Kamera nicht.
Sobald du aus Tiefe eine Fläche machst, verschieben sich Proportionen. Schultern, die sich im Raum normal anfühlen, wirken auf dem Foto plötzlich breit oder blockig. Drehungen, die sich im eigenen Körpergefühl übertrieben anfühlen, sehen im Bild oft erst korrekt aus.
Das Ergebnis: Wer sich „natürlich“ hinstellt, wirkt im Foto häufig unnatürlich.
Nicht wegen fehlender Model-Skills. Sondern wegen der Perspektivübersetzung.
2. Stillstehen erzeugt sichtbare Spannung
Eine Pose ist statisch. Der menschliche Körper ist es nicht.
Sobald jemand eine Haltung „halten“ soll, baut sich Muskelspannung auf. Diese Spannung sieht man. In hochgezogenen Schultern. In angespannten Händen. Im Kiefer. In der Mimik.
Deshalb wirken Momentaufnahmen aus Bewegung fast immer glaubwürdiger als gestellte Positionen. Nicht, weil sie zufälliger sind – sondern weil der Körper dabei in einem natürlichen Spannungszustand bleibt.
3. Körpergefühl und Kamerabild widersprechen sich
Menschen orientieren sich an ihrer Eigenwahrnehmung. An Gleichgewicht. An dem Gefühl von „gerade stehen“. An inneren Referenzen.
Die Kamera interessiert das nicht.
Was sich aufrecht anfühlt, kann im Bild kippen. Was sich zu stark gedreht anfühlt, wirkt plötzlich ausgewogen. Das erzeugt Irritation: Das Modell vertraut seinem Körper – und sabotiert damit unbewusst die Bildwirkung.
4. Das Gehirn kommt nicht hinterher
Eine Pose verlangt gleichzeitig:
- • Haltung kontrollieren
- • Gesichtsausdruck steuern
- • Hände platzieren
- • „Natürlich wirken“ wollen
- Das überlastet das System.
Spontane Reaktionen werden blockiert. Die Person geht in Kontrolle statt in Ausdruck. Genau das sieht man später im Bild.
5. Beobachtet werden verändert Verhalten
Sobald jemand weiß, dass er betrachtet wird, verändert sich die Körperspannung messbar. Mikrogesten werden kontrollierter. Mimik wird vorsichtiger. Bewegung wird kleiner. Das ist kein Charakterproblem. Das ist menschliche Neurobiologie.
Und genau deshalb funktionieren klassische „Posen“ so selten zuverlässig. Nicht weil Menschen unfotogen sind. Sondern weil das Konzept Pose gegen Körper, Wahrnehmung und Nervensystem arbeitet.
Mein Buch über Porträtfotografie
In meinem Buch über Porträtfotografie habe ich auf 14 Seiten erklärt, wie gutes Posing funktioniert. Neben dem guten Einstieg in die Porträtfotografie erhältst du auch wichtige Tipps und Tricks im Umgang mit dem Modell. Du lernst, wie du das Modell hinstellst, was es mit seinen Händen tun soll und wie du es möglichst vorteilhaft wirken lässt. Und unglaublich vieles andere mehr …
Im Buch habe ich mich entschieden, nur gut gelungene Foto Posen zu zeigen. Aber mir war natürlich klar, dass auch Negativbeispiele sein müssen, um dir zu zeigen, wie es nicht sein sollte. Also habe ich versprochen, die schlechten Foto Posen in diesem Artikel zu zeigen.
Und ZACK: Da isser! 🙂
Du besitzt das Buch bereits?
Gehörst du zu den glücklichen Helden, die mein Buch kauften, um von meinem umfangreichen Erfahrungsschatz zu profitieren? Dann herzlichen Glückwunsch: Du hast dir die folgenden Foto Posen verdient! Schlag einfach die unter dem Foto angegebenen Seiten und Absätze auf und du weißt, wie es nicht sein sollte.
In den folgenden Fotos findest du meist links die schlechte Foto Pose. Rechts daneben findest du die gute Variante, wie im Buch beschrieben.
Du hast das Buch noch nicht?
Dann kauf es: In jedem Buchladen um die Ecke, im Onlinehandel oder als eBook in meinem Shop.
Das schreibe ich nicht, weil du mich damit reich machst (… haha, nicht mit Büchern!). Sondern weil ich will, dass du besser fotografierst. Wenn du also den perfekten Einstieg in die Porträtfotografie suchst, dann ist dieses Buch wie gemacht für dich!
Mit dem eBook könntest schon in zwei Minuten loslegen und würdest erfahren, was genau ich zum Thema Foto Posen vorschlage. Denn machen wir uns nichts vor. Diese Fotos zeigen zwar, wie es nicht geht und meist auch die bessere Pose daneben.
Aber wie genau ist sie entstanden? Wie weist du dein Modell an, damit auch genau die perfekte Foto Pose herauskommt? Wann nutzt du was, wie erreichst du vorteilhafte Posen? Nach Schema F vorzugehen funktioniert nicht, vor allem beim Posen.
Also invester die 19,95 €, du wirst es nicht bereuen! 🙂
Mein Modell und die Technik
Vielen Dank an die wunderbare Svenja, die sich für diese Fotos bereit erklärt hat. Der Anspruch auf fotografische Erstklassigkeit war nicht unser Ziel, sondern dir ausschließlich und möglichst ohne Ablenkungen die Auswirkung schlechter Posen zu zeigen. Das ist uns gelungen, oder?
Alle Fotos sind bei ISO 100, Blende 5,6 und 1/125 s entstanden. Ich nutze die Nikon D5300 mit einem 1,4/50.
Als Licht kam die Jinbei EF-200 LED V 200 W Sun Light * zum Einsatz. Ein unglaublich geile Leuchte – sehr empfehlenswert!
Vor allem für Porträt-, Baby- Peoplefotografen allgemein. Daher hier noch die ausführliche Vorstellung dieser Studioleuchte und des nötigen Zubehörs. 🙂
Die häufigsten Fehler bei Foto Posen
Foto Posen – Fehler 1: schlaffe Körperhaltung



Foto Posen – Fehler 2: Symmetrische Körperhaltung



Foto Posen – Fehler 3: Arme und Beine




Foto Posen – Fehler 4: keine Lücken


Foto Posen – Fehler 5: Hände ohne Aufgabe






Foto Posen: Symmetrie



prima wie du hier die Posen nebeneinander darstellst.
Den Unterschied finden funktioniert sogar ohne Text.
Danke dir! 🙂