Du suchst, wie du verschwommene Bilder nachträglich schärfst? Der bessere Weg ist, gar nicht erst unscharf zu fotografieren. Das Werkzeug dafür heißt Kehrwertregel – mit ihr bekommst du deutlich weniger verwackelte Fotos und in den allermeisten Situationen knackscharfe Ergebnisse aus der Hand. In diesem Artikel zeige ich dir, was die Kehrwertregel ist, wie du sie an deiner Kamera anwendest und was du in schwierigem Licht tust.
„Meine Kamera macht verschwommene Bilder“ – fast immer ein Irrtum
So beginnen viele Zuschriften an mich: „Meine alte Kamera macht keine scharfen Fotos, ich brauche eine neue.“ Ich bitte dann um ein paar Beispielbilder – und in fast allen Fällen funktioniert die Kamera einwandfrei. Was fehlte, war die Kehrwertregel. Moderne Kameras sind so gut, dass du mit jeder von ihnen scharfe Bilder machst, wenn du sie richtig einsetzt. Eine neue Kamera löst das Problem also meist nicht.
Was ist die Kehrwertregel?
Die Kehrwertregel sagt dir, wie kurz deine Verschlusszeit mindestens sein muss, um aus der Hand nicht zu verwackeln: Sie entspricht dem Kehrwert der kleinbild-äquivalenten Brennweite. Fotografierst du also mit umgerechnet 100 mm, brauchst du etwa 1/100 Sekunde oder kürzer. Wie du auf die kleinbild-äquivalente Brennweite kommst und warum das so ist, klären wir jetzt.
Warum Fotos verwackeln: Brennweite und Sensor
Komponente 1: Die Brennweite
Hast du schon mal durch ein Fernglas geschaut und versucht, es ruhig zu halten? Das Bild wackelt trotzdem stark – nicht wegen unruhiger Hände, sondern weil ein weit entferntes Motiv stark vergrößert ist. Jeder Millimeter Wackeln wird in der Ferne zu einem Hin und Her von Metern. Genau so ist es mit der Brennweite: Ein Tele vergrößert stark und verwackelt schnell, ein Weitwinkel verzeiht viel mehr. Merke: Je länger die Brennweite, desto kürzer muss die Verschlusszeit sein. (Bildstabilisatoren helfen zwar – aber nicht jedes Objektiv hat einen, und du sollst unabhängig davon scharf fotografieren können.)
Komponente 2: Der Sensor und der Cropfaktor
Damit die Regel für jede Kamera funktioniert, brauchst du einen gemeinsamen Nenner: die kleinbild-äquivalente Brennweite. Kleinere Sensoren „verlängern“ die Brennweite – das rechnest du mit dem Cropfaktor um (Brennweite × Cropfaktor):
| Sensorgröße | Cropfaktor |
|---|---|
| Vollformat (24 × 36 mm) | 1 |
| APS-C (Nikon & die meisten) | 1,5 |
| APS-C (Canon) | 1,6 |
| MFT / 4/3-Zoll | 2 |
| Kompaktkamera | 4–5 |
Kehrwertregel anwenden: 3 Beispiele
Du rechnest Brennweite × Cropfaktor, rundest auf eine verfügbare Verschlusszeit und bildest den Kehrwert (die Zahl unter den Bruchstrich, oben eine 1).
Beispiel 1: APS-C, 18 mm
An einer Nikon-APS-C mit 18 mm: 18 × 1,5 = 27, gerundet auf 30 → 1/30 Sekunde. Bis 1/30 s kannst du aus der Hand fotografieren; bei längeren Zeiten brauchst du ein Stativ oder einen höheren ISO-Wert.
Beispiel 2: Vollformat, 85 mm
Vollformat (Cropfaktor 1) mit 85 mm: 85 × 1 = 85, gerundet auf 90 → 1/90 Sekunde als längste Zeit aus der Hand.
Beispiel 3: MFT, 140 mm

MFT (Cropfaktor 2) mit 140 mm: 140 × 2 = 280, gerundet auf 300 → 1/300 Sekunde. Beim röhrenden Hirsch im Morgennebel brauchst du also ein langes Tele und mindestens 1/300 s – im dämmrigen Wald eine echte Herausforderung.
Praxis: scharf fotografieren in schwierigem Licht
Bei kräftigem Tageslicht und kurzen Brennweiten kannst du die Kehrwertregel meist vergessen – die Verschlusszeiten sind ohnehin kurz genug. Sobald du aber in Räumen oder in der Dämmerung fotografierst, rechnest du kurz nach, ob deine Verschlusszeit reicht. Wenn nicht, hast du zwei Hebel: Stativ oder ISO erhöhen.
Unbewegte Motive
Bei unbewegten Motiven hilft ein stabiles Stativ – dann sind selbst mehrere Sekunden Belichtungszeit kein Problem. Das gilt sogar für extrem lange Brennweiten: Mein 150–600-mm-Supertele von Sigma ergibt an einer APS-C (D5300) ganze 900 mm (600 × 1,5). Ganz ausgefahren muss ich gerundet 1/1000 s halten – egal wie hell es ist. Komme ich über die Blende nicht hin, hilft nur ein höherer ISO-Wert.
Bewegte Motive (Sport und Action)
Bei schnellen Motiven kommt zur Verwacklung noch die Eigenbewegung des Motivs dazu. Du brauchst also mindestens die Kehrwert-Zeit und je nach Tempo noch kürzere Zeiten – realisiert über einen höheren ISO-Wert (eine Verdopplung des ISO halbiert die nötige Verschlusszeit). Faustregeln für Sport und Action bei offener Blende:
- Sonne: meist ISO 400
- Bewölkung: meist ISO 800
- sehr dunkle Orte (Turnhalle, Flutlicht): ISO 1600 und deutlich mehr
Probier die Werte vor Ort mit ein paar Testaufnahmen aus: Ist die Bewegung noch verwischt, ist der ISO-Wert zu niedrig. Und keine Sorge wegen des höheren Bildrauschens – ein leicht rauschendes, aber scharfes Foto ist immer besser als ein verwackeltes.
Lässt sich Unschärfe nachträglich reparieren?
Ehrliche Antwort: kaum. Schärfen-Filter und KI-Tools holen aus leicht unscharfen Bildern etwas heraus, aber echte Bewegungsunschärfe oder Verwacklung bekommst du nicht zurück – die Bildinformation fehlt schlicht. Deshalb lohnt es sich so, sie von vornherein zu vermeiden. Genau dafür ist die Kehrwertregel da.
Fazit
Deine Kamera tut, was du ihr sagst – sie weiß nicht, ob sie auf einem Stativ steht oder ob du knackscharf oder bewusst verwischt fotografieren willst. Wenn du die Kehrwertregel im Hinterkopf behältst, machst du den Unterschied. Nicht umsonst heißt es:
Der Fotograf macht das Foto, nicht die Kamera.
Die Kehrwertregel ist Teil der Grundlagen, mit denen du deine Kamera sicher beherrschst. Wenn du genau da rundum sicherer werden willst, ist das dein nächster Schritt: Stufe 1 – deine Kamera verstehen.





Hallo Karsten, längerer Text, aber wirklich ein paar Fakten zum Nachdenken und Nachmachen. Das Rechnen dürfte ja auch gar nicht so schwer sein, halt eben nur die Disziplin sich daran zu halten.
Jau, Mathias, dran denken – DAS ist es. 🙂
Ich mache ja viel „Action“ Fotos mit Hunden, deshalb benötige ich oft große Brennweiten. Bei Agility braucht man die schnellsten Verschlusszeiten, unter 1/2000 geht fast nix.
Desshalb stelle ich sehr oft die ISO hoch, 1000 oder nochmehr.
Deshalb kann ich Karsten mal wieder gratulieren, er hat es auf den Punkt gebracht.
KEINE ANGST VOR HOHER ISO 🙂
Gruß Jochen
Danke für die Bestätigung. Ist schon klasse, was wir dank hoher ISO-Werte heute fotografieren können. In analogen Zeiten mussten wir allzu oft einfach einpacken. 🙁
Danke für deine Ausführungen, bin an Actionfotos oft verzweifelt. Werde es gleich mal testen.
Mach mal und berichte, bin gespannt. 🙂
Hallo Karsten,
alles sehr einleuchtend, verständlich und prägnant auf den Punkt gebracht. Aufgrund einer Frage aus meinem unmittelbaren Umfeld noch ein Hinweis: Die Halbierung der VS bedeutet als Beispiel: 1/400 sek. halbiert 1/200 sek. und nicht 1/800 sek.
Gruß
aus HH
Bruno
Wenn du dich mal an den Matheunterricht der 6. Klasse zurückerinnerst (das war die Sache mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner):
1/400 kannst du umwandeln in 2/800. Wenn du nun 2/800 halbierst, bleibt nur noch 1/800 übrig.
Du hast also falsch herum gedacht. 😉
Wow – wieder ein toller, beeindruckender und super nachvollziehbarer Beitrag ( Wie immer von dir – aber dieser Beitrag von dir erscheint mir persönlich besonders wichtig )
Das wird dann für mich der nächste Schritt, der in meinem Fotografier-Ablauf eingebaut wird.
Ich fand deinen Beitrag zur Bildkontrolle schon sensationell und diesen hier ebenfalls.
Wieder ein toller Beitrag, der das Fotografieren professioneller und einfacher macht.
Ein großes DANKESCHÖN
Schöne Grüße
Thomas
Danke, Thomas. 🙂
Die Kehrwertregel ist tatsächlich DER Tipp um scharfe Fotos zu machen – und damit auf das nächste Level zu gelangen. 😉
Hallo Karsten,
ich hatte dich zu dem Thema unscharfe Fotos bei Sportaufnahmen schon mal um Rat gebeten.
Du hattest mich in Kürze auf die Kehrwertregel aufmerksam gemacht. Ich habe es im Groben verstanden. Um so mehr freue ich mich jetzt über deinen heutigen wirklich tollen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema. Interessant fand ich auch die Cropfaktoren zu den unterschiedlichen Kameratypen. Davon hatte ich noch nichts gehört. Mit höheren Isowerten spiele ich mittlerweile sehr gerne.
Ich danke dir für den gelungen Beitrag und werde es in Zukunft gerne noch mal testen!
Mit besten Grüßen aus Witten,
Rita
Gerne, Rita! 🙂
Tatsächlich warst du nur eine in einer langen Reihe, die immer wieder das selbe Problem hatten. Also habe ich mal einmal alles zum Thema niedergeschrieben. Jetzt kann ich immer drauf verlinken. 😉
Vielen Dank Karsten, wieder etwas dazu gelernt!
Gut und verständlich erklärt, super!
Na wunderbar! 🙂 Danke.
Hallo Karsten und wieder mal etwas interessantes zum Thema Fotografieren. Danke für die Tipps und hoffentlich entzündet sich der Splitter nicht ?
Nee, das wäre natürlich nicht nett! 😉
Hallo Karsten,
ich bin wie immer vollll begeistert über diesen Artikel! Ich muss es wirklich beim nächsten Tanzabend (bin im Tanzverein) ausprobieren und dann wie bei den Feuerwerkaufnahmen WOW sagen können. Habe mich schon über viele Bilder geärgert, dass sie nichts geworden sind, wenn alle am Tanzen waren. Jetzt hoffe ich, dass ich dieses Problem in den Griff bekomme mit den richtigen Einstellungen, denn ich bin der ständige Fotograf im Verein.
Es war wieder sehr sehr hilfreich für mich … !!!!!!!!!!!!!!
Danke und LG aus Lychen
Irene
Danke, Irene. 🙂
Dann berichte mal, ob es geklappt hat!
Hallo Karsten, ein ganz super toller Beitrag – da habe ich ja ganz neue Erkenntnisse gesammelt und weiß jetzt endlich, warum meine Kamera nicht die scharfen Fotos macht, wie ich es will. Jetzt werde ich aber ihr die Meinung sagen und alles morgen gleich testen!
Danke für dieses Lehrstück!
Grüße von Brigitte
Aber gerne, Brigitte! 🙂
Hallo Karsten, ein sehr guter Beitrag. Zwar waren mir die einzelnen Punkte schon bekannt, aber man vergisst sie doch immer wieder! Der Artikel hat mir die Punkte noch mal wieder in Erinnerung gerufen und mich auch angeregt, mit den einzelnen Einstellungen herum zu experimentieren. Die Kehrwertformel kannte ich bisher noch nicht!
Danke nochmal für die komprimierte und verständliche Darstellung der Faktoren für scharfe Fotos.
Grüße von Andreas
Na, dann hilft doch so ein digitaler Splitter, scharfe Fotos zu machen! 🙂
Hallo Karsten, die Zusammenhänge der Kehrwertregel hast du wirklich super und einleuchtend erklärt. In Zukunft werde ich immer in den Splitter im Finger denken.
Danke Gertrud. 🙂 Ich stell mir da smal vor…. 🙂
Ach, hätte ich deine wertvollen Tipps bloss vor Island und den vielen fliegenden Puffins / Papageitauchern mir einverleibt … *seufz* Ist nicht der einzige Grund, weshalb ich wohl nochmal Island auf meiner Ferienliste habe.
Yvonne
Wer weiß, Yvonne, vielleicht fliegen wir gemeinsam hin?! Lass dich mal überraschen! 🙂
Hi Karsten, wie das ganze zusammen wirkt (Belichtungszeit, Blende, ISO) wusste ich ungefähr schon. Dank dir kann ich es jetzt auch berrechnen. Wirklich, vielen Dank. Hast du sehr anschaulich rübergebracht.
Danke, gern geschehen! 🙂
Sehr gut Karsten, habe den Splitter schon länger im Finger aber leider in unvorhersehbaren Situationen wenn es dann mal schnell gehen soll…
Aber du hast natürlich mal wieder den .Nagel auf den Kopf getroffen.
Danke.
Gruß
Hans Jürgen
Moderne Kameras berücksichtigen die Kehrwertregel automatisch für dich. Lies doch mal in der Bedienungsanleitung. 😉
Hallo Karsten
Wow ! Habe gerade deinen Super Artikel bei einsetzender Dämmerung ; auch bezüglich Bildrauschen/ High Iso
in die Tat umgesetzt mit meiner guten alten Nikon D300 und Nikkor 18-300, 3,5 – 6,3 Reisezoom, welches ja sicherlich kein Lichtriese ist und es bessere Gläser für diese Kamera gibt…bin halt bequem geworden. Ach ja: habe noch
für Portraits und zb Kirchenräume das 35, 1,8 . Habe mich in letzter leider ziemlich verwirren lassen durch
vermeintlich gute Tipps aus dem Netz und muss mir eingestehen das ich der Kamera zu wenig vertraut habe ;
klar kann man aus der D300 viel mehr rausholen…aber es dauert eben als Gelegenheitsfotograf und Gottseidank kann man ja alle Einstellungen zurücksetzen wenn man sich richtig verzettelt hat.
Hallo Willi, gut, dass du es mal ausprobiert hast! 🙂
Hallo Karsten,
ich habe den Artikel mit Interesse gelesen, und er hat mich auch zum Nachdenken animiert.
Allerdings glaube ich, das sich in deinem Vortrag ein Fehler – vermutlich Tippfehler – eingeschlichen hat;
Diese errechneten Werte sorgen also alle für den gleichen Ausschnitt, egal, was für einen Sensor du in deiner Kamera hast.
Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wenn du jeweils den Hirsch aus dem gleichen Abstand und den gleichen Ausschnitt fotografieren willst, dann brauchst du bei allen Sensorformaten die selben – nämlich die Kleinbild-äquivalente – Verschlusszeit. Ich rechne auchn das mal eben für dich durch:
Vollformat: 300 x 1 = 300 => 1/300 s
APS-C Nikon: 200 x 1,5 = 300 => 1/300 s
MFT: 150 : 2 = 300 => 1/300 s 1/300 s
Hallo Waldemar, danke für den Hinweis, ich habe es oben im Text korrigiert.
Hallo Karsten
eigentlich logisch, aber warum vergesse ich diese Kehrregel denn immer wieder?? Auf meiner letzten Reise hat mir meine Kollegin immer mal wieder sagen müssen, dass ich das Tele (100-500mm) einfahren soll für schärfere Bilder – wie recht sie doch hatte!
Bildstabilisatoren sind ja super, aber wann genau muss ich sie am Objektiv denn ausschalten?? – auf dem Stativ oder sonst noch?
besten Dank für die guten Tipps
Eigentlich brauchst du den Stabi nur auf dem Stativ abschalten, aber gerade bei sehr langen Brennweiten kann bei Wind oder wackeligem Stand der Stabi sogar angeschaltet bleiben.
das ist ein bekanntes Thema. Aber wenn ich nur die Motive aufnehme, die meine Kameras scharf stellen, dann muß ich auf eine ganze Reihe seltener Motive verzichten.
Nicht immer ist der Einsatz eines Stativs möglich oder sinnvoll. Deshalb sind auch manche Motive nicht richtig scharf. Dann muß ich mich , so gut es geht, mit Nachbearbeitung behelfen.
Gruß Martin
Hallo Karsten. Ich hab sogar mal in einen Buch zu einer meiner Kameras gelesen, das man mit einen 300er Tele x 1,5(Nikon)= 600mm sogar 1/1600 sec nutzen sollte. Was meinst du dazu? Ist ja fast gar nicht machbar bei schlechten Lichtverhältnissen. Aber wieder mal was dazugelernt. Und solche unscharfen Bilde hab ich schon genug „produziert“…
Anbei ein Negativbeispiel🫣
Jau, das ist eindeutig verwackelt!
Indem du 1/600 statt nur 1/450 sec verwendest, hältst du etwas mehr Abstand zur Minimalanforderung der Kehrwertregel. Dadurch steigerst du die Wahrscheinlichkeit, ein scharfes Foto zu machen. Also keine so schlechte Idee.
Wenn du bei wenig Licht ein schnelles Motiv fotografieren willst, ist ein hoher ISO-Wert in Kombination mit einer eher offenen Blende das einzige, was du tun kannst.
Die Alternativen heißen:
– Blitzen
– Lampen aufstellen oder vorhandene einschalten
– auf den nächsten Tag mit besserem Licht warten
Inwieweit DAS machbarer ist, musst du vor Ort entscheiden. 😉
Hallo Karsten, es ging alles so schnell, da blieb keine Zeit mehr für Einstellungen ändern. Und blitzen bei Tieren??? Ist jetzt nicht dein Ernst😳, das ist ein absolutes Nogo🥺, es sei denn, du fotografierst dein Lieblingsplüschie😂. Ich glaub, ich hatte sogar die ISOAUTO drinnen. Egal, ich bin hier, um zu lernen, was ich besser machen kann. Dafür noch mal ein Bild, selber Ort, aber dann im Schatten, wenige Minuten Unterschied.
D7100, 18-200mm Nikkor, ISO Auto 6400, Kamera Sensor auf 1,3x somit 400mm Brennweite, 1ev, f5;6, 1/250 sec., bearbeitet.
Natürlich waren alle drei Lösungen nicht ernsthaft gemeint!
Daher dann auch meine Empfehlung, es mit dem Bildrauschen nicht zu wichtig zu nehmen.
Das Foto scheint einigermaßen scharf zu sein. Wahrscheinlich hast du genau den Moment erwischt, wo das Eichhörnchen gerade zwischen zwei Sprüngen ganz kurz zur Ruhe kommt. Das kann manchmal mit etwas Glück funktionieren.
Einen Hauch später wäre es wieder unscharf geworden, sobald es zum nächsten Sprung ansetzt.
Es nutzt also nichts: Genügend kurze Belichtungszeiten sind wichtig, um scharfe Fotos zu machen. Dabei hilft Licht, oder eben ein höherer ISO-Wert.
Der Splitter sitzt, Karsten😉
Gut so! 🙂
Der Splitter sitzt, Karsten😉. Das war gar nicht so einfach, da haben 2 Eichhörnchen fangen gespielt.
Ja, die Kehrwertregel ist eine gute Faustregel, die man ggf. anpassen sollte.
Ich habe für die Kehrwertregel mal eine Berechnung gemacht auch um zu sehen welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und um die Zusammenhänge besser zu verstehen.
0,63 km/h für die Bewegungsgeschwindigkeit der „Hand“. (Den Wert im Web gefunden.)
0,03 mm Unschärfe-/Zerstreuungskreisscheibe (Auflösungsvermögen des Sensor oder Film oder Gewünschte Qualität) Zum Beispiel die Canon 6D oder R6 mit 20 MegaPixel auf einem Kleinbild-Sensor. Zur Einordnung: 0,0433 mm = traditioneller Standard, 0,025 mm = Zeiss Standard, 0,02 = Feinkorn Schwarz/Weiß-Film
6 m Fokus-Entfernung
50 mm Brennweite
Mit den Werten komme ich auf 1/49 s – Den Kehrwert der Brennweite.
In der Praxis bedeutet es:
– Bei einer Kamera mit einer höheren Pixel-dichte werden kürzere Belichtungszeiten gebraucht.
– Je kürzer die Fokus-Entfernung ist, je kürzer muss die Belichtungszeit sein.
– Wie schnell meine Hand ist (Wie halte ich die Kamera? In einer Hand am ausgestreckten Arm, mit beiden Händen am Kopf angelehnt, an einer Mauer angelehnt oder schüttelt mich den Wind oder Stehe ich auf einem schwankendem Boot?)
– Ein Stabilisator im Objektiv oder/und in der Kamera können meine Handbewegung kompensieren.
– Das Gewicht von Kamera und Objektiv dämpfen feine Bewegungen durch ihre Massenträgheit. Habe ich keine Erfahrung dazu, sollte man aber im Kopf behalten wenn die Rehrwertregel nicht passen sollte.
Hallo Ingo,
ja, es gibt immer weitere Einflüsse. Die sollten wir alle natürlich ständig im Kopf haben!
Nach meiner Erfahrung ist es aber anfangs bei vielen Hobbyfotografen gar nicht verinnerlicht, dass man sich um dieses Thema überhaupt kümmern muss.
Da kommt uns die ISO-Automatik zur Hilfe, die aber leider viel ablehnen, weil sie nicht mit mehr als ISO 100 fotografieren wollen. Das Bildrauschen-Monster scheint immer noch allgegenwärtig …
Schön, dass wir die ISO-Automatik in ihren Einstellungen noch feintunen können: Wenn ich z.B. weiß, dass ich eher eine zittrige Hand habe, kann ich die Automatik dort eine Stufe schneller einstellen. Das Gleiche gilt auch bei all den anderen von dir genannten Faktoren.