Studioleuchte

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Welche Studioleuchte für die Porträtfotografie?

Für Studio-Porträts empfehle ich dir eine Dauerlicht-LED mit einem passenden Lichtformer (Softbox) auf einem stabilen Stativ – nicht den Baustrahler aus dem Baumarkt und kein Billig-Set. Der entscheidende Unterschied ist der zwischen „hell machen“ und „Licht setzen“: Eine gute Studioleuchte (auch Studiolampe oder Fotoleuchte genannt) gibt dir die Kontrolle über die Wirkung deines Lichts, nicht nur über die Menge. Warum gerade Dauerlicht und worauf du achten solltest, schauen wir uns jetzt an.

Ein Studio kannst du selbst im kleinsten Wohnzimmer improvisieren, was den Platz angeht. Wo du aber nicht improvisieren solltest, ist das Licht.

Warum Dauerlicht (LED) statt Blitz?

Dauerlicht ist besonders einfach zu nutzen und zu verstehen: Du machst die Leuchte an und siehst sofort, wie dein Licht fällt – was du siehst, fotografierst du. Beim Blitz musst du dir die Wirkung dagegen vorstellen oder über Probeauslösungen herantasten. Dazu ist Dauerlicht flimmerfrei und damit auch für Video geeignet. (Das Thema Studioblitz behandle ich in einem eigenen Beitrag.)

Was als Studioleuchte ausscheidet

Der Baustellenstrahler

Ein Baustrahler aus dem Baumarkt sieht erst mal nach gutem Deal aus: mit Stativ, unter 20 €, und Licht kommt auch raus. Fürs Handwerken reicht das völlig – da geht es nur ums Hellmachen. Der Haken: Die Leuchtfläche ist winzig, und das ergibt sehr hartes Licht mit harten Schatten. Für Porträts ist der Strahler damit unbrauchbar – es sei denn, du fotografierst gezielt einen Vampir-Look.

Billige Studiolicht-Sets

Dann gibt es die günstigen Studioleuchten-Sets: Stativ, Softbox, Tageslicht-Energiesparlampe, Kabel und Tasche – alles komplett. Diese Sets sind aber fürs Ausleuchten kleiner Objekte gedacht (etwa Produktfotos für den Online-Verkauf). Solange du nur ein Gesicht fotografierst, geht es gerade noch. Sobald das Motiv größer wird, musst du die Leuchte weiter weg stellen – und dann passiert zweierlei: Die Softbox wird relativ zum Modell wieder klein, das Licht also hart. Und durch die doppelte Entfernung kommt nur noch ein Viertel des Lichts an (Abstandsgesetz). Daran ändern auch die oft beworbenen hohen Wattzahlen der Energiesparlampen nichts – sie sagen wenig über die tatsächliche Beleuchtungsstärke aus.

Worauf es bei einer guten Studioleuchte ankommt

Dauerlicht-LED-Studioleuchte mit Bowens-Bajonett
Eine Dauerlicht-LED, wie ich sie für Studio-Porträts nutze.

Statt dich auf eine Modellnummer festzulegen, achte auf diese Eigenschaften – dann findest du in jeder aktuellen Generation die passende Leuchte:

  • Genug Lichtleistung – als Anhaltspunkt etwa das Äquivalent einer 2000-W-Halogenlampe, damit du auch größere Motive und größere Lichtformer ausleuchten kannst.
  • Natürliche Farbwiedergabe (CRI über 95) – nur dann kannst du das Licht wirklich zum Fotografieren nutzen, ohne dass dir die Farben kippen.
  • Stufenlose oder feinstufige Regelung – damit du die Leistung etwa für den Abgleich mit vorhandenem Tageslicht dosieren kannst.
  • Gängiges Bajonett (Bowens-S) – so passt eine riesige Auswahl an Lichtformern, und du bist nicht an einen Hersteller gebunden.
  • LED-Technik – geringer Stromverbrauch, konstante Farbtemperatur, lange Lebensdauer und flimmerfrei (also videotauglich).

Ich selbst arbeite mit einer Jinbei-Dauerlicht-LED (z. B. der EF II 200) und bin damit sehr zufrieden – das konkrete Modell und den aktuellen Preis halte ich separat auf Stand.

Der Lichtformer (Softbox)

Zur Leuchte gehört ein Lichtformer, der das Licht weich macht – ähnlich wie ein Diffusor. Die Faustregel: Je größer die Leuchtfläche, desto weicher das Licht. Für Kopfporträts und etwas mehr hat sich eine Softbox von knapp einem Meter Durchmesser bewährt; für Ganzkörperaufnahmen darf sie größer sein. Achte darauf, dass die Softbox zum Bajonett deiner Leuchte passt (bei Bowens-S also eine S-Type-Softbox).

Das passende Stativ

Ein stabiles Lampenstativ gehört unbedingt dazu, denn Leuchte plus großer Softbox ist schwer. Spar hier nicht an der falschen Stelle: Ein billiges, leichtes Stativ kippt schlimmstenfalls auf dein Modell – das willst du nicht. Wer billig kauft, kauft zweimal; gerade beim Stativ lohnt sich Stabilität. Praktisch sind Rollen, dann fährst du die ganze Kombination in einem Stück durch den Raum.

Dein nächster Schritt

Jetzt hast du die drei Bausteine: Dauerlicht-LED, passender Lichtformer und ein stabiles Stativ. Das Licht ist aber nur das Werkzeug – entscheidend ist, was du daraus machst. Wie du im Porträt wirklich gestaltest, statt nur auszuleuchten, liest du in Porträtfotografie lernen: der größte Fehler. Die Grundlagen zum entfesselten Blitzen findest du außerdem im Beitrag über den Strobisten.

Den ausführlichen Umgang mit der Studioleuchte beschreibe ich in meinem eBook über Porträtfotografie.

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3 Kommentare
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Jochen Rössler

Hallo Karsten,
da Du ja immer aktuell bist, gehe ich davon aus, dass die Empfehlung zu der Studioleuchte „Jinbei EF-200 LED V 200 W Sun Light“ immer noch steht. Vielen Dank.
Vermutlich hat sich im Lauf der Zeit aber der Link verändert, so dass eben keine Verlinkung stattfindet (evtl., weil es ein Nachfolgemodell gibt, was mich persönlich nicht stört, ich wollte es nur erwähnt haben 🙂
Schöne Grüße
Jochen

Jochen Rössler

…na dann bin ich ja auf die Leuchtkraft der Lampe gespannt und freu mich drauf.
🙂