Sensor Test: Wie du ganz einfach deinen Sensor auf Verschmutzungen überprüfst.
Hast du sowas schon mal gesehen? In den hellen Bereichen deiner Fotos tauchen unscharfe, dunkle Flecken auf. Und wenn du verschiedene Fotos miteinander vergleichst, sitzen diese Flecken immer an genau derselben Stelle.
Dir schwant was: Du hast Dreck auf dem Sensor!
Beruhige dich, das ist kein Drama. Über kurz oder lang erwischt es jeden von uns – es gehört zum Fotografieren wie die Zeit zur Uhr. Jede Kamera, bei der du die Objektive wechseln kannst, holt sich irgendwann Staub auf den Sensor. Das lässt sich nicht ganz vermeiden.
Sensordreck, Objektivdreck oder Staub im Sucher?
Bevor du gleich den Sensor reinigst, lohnt eine kurze Frage: Ist es wirklich der Sensor? Drei Dinge werden nämlich gern verwechselt.
- Sensordreck zeigt sich als dunkle, leicht unscharfe Flecken, die auf jedem Foto an exakt derselben Stelle sitzen. Genau darum geht es in diesem Artikel.
- Objektivdreck (Staub oder Fingerabdrücke auf der Frontlinse) macht in der Regel keine scharf umrissenen Flecken im Bild – nur sehr viel Dreck mindert den Kontrast etwas. Wie du die Frontlinse richtig reinigst, habe ich dir gesondert erklärt.
- Staub im Sucher oder auf der Mattscheibe siehst du beim Durchschauen durch den optischen Sucher – aber nicht auf dem Foto. Wenn die Flecken nur im Sucher auftauchen und nicht im Bild, ist dein Sensor sauber.
Woher kommt der Dreck auf dem Sensor?
Du fragst dich, wie der Dreck da überhaupt hineinkommt? Selbst wenn du wie der Thorsten deine Objektive nur selten abnimmst?
Ganz einfach: Wenn du mit deinem Objektiv zoomst, verändert es seine Länge. Fährt es raus und wird größer, saugt es Luft an – ein Objektiv ist ja kein geschlossenes System mit Vakuum. Zoomst du wieder rein, pustet es die Luft heraus.
Ist Dreck in der Luft, während das Objektiv ansaugt, wandert er mit hinein und lagert sich ab. Durch das ständige Rein und Raus arbeitet er sich mit der Zeit bis in die Kamera vor und landet irgendwann zwangsläufig auf dem Sensor.
Dort wirft er einen kleinen Schatten, den wir als dunklen Flecken sehen. Unscharf wird er, weil der Sensor unter einer Glasscheibe sitzt: Schon dieser geringe Abstand zwischen Glasoberfläche und Sensor reicht, um den Flecken weich zu zeichnen.
Wann ist Sensordreck schlimm – und wann egal?
Sensordreck zeigt sich nicht immer gleich stark. Ob du ihn überhaupt bemerkst, hängt von zwei Dingen ab:
- Die Blende: Bei kleiner Blende (großer Blendenwert, also f/11, f/16, f/22) wird jeder Staubfleck scharf abgebildet. Bei offener Blende (f/2,8, f/4) verschwimmt er so stark, dass du ihn kaum siehst.
- Das Motiv: Vor hellen, gleichmäßigen Flächen – Himmel, weiße Wand – springen die Flecken sofort ins Auge. In strukturierten oder dunklen Motiven gehen sie unter.
Heißt konkret: Fotografierst du viel Landschaft oder Architektur mit kleiner Blende, stört schon wenig Dreck. Machst du eher Porträts mit offener Blende, kannst du leichten Sensordreck oft eine Weile übersehen – spätestens vor dem nächsten Landschaftsausflug willst du ihn aber loswerden.
Der Sensor Test: so prüfst du deinen Sensor
Damit kommen wir zum eigentlichen Sensor Test. In wenigen Minuten weißt du, ob dein Sensor eine Reinigung braucht. Im Video zeige ich dir den Ablauf; darunter findest du ihn nochmal als Kurzanleitung zum Mitlesen.
Das Videotutorial
Kurzanleitung Sensor Test
- Nimm deine Kamera zur Hand, schalte den Autofokus ab und stelle manuell auf die geringste Entfernung scharf. Dann sieht alles Entfernte im Sucher sehr unscharf aus.
- Stelle auf Zeitautomatik und wähle die kleinste Blende, also den höchsten Blendenwert (z. B. 16, 22, 32 – je nach Objektiv).
- Richte die Kamera gegen den gleichmäßig bewölkten Himmel, eine glatte weiße Wand oder ein ähnliches Motiv. Wichtig: keine Strukturen, und es soll im Sucher sehr unscharf aussehen.
- Öffne das Foto in einer Bildbearbeitung wie Photoshop (Elements) oder Lightroom. Zieh in der Tonwertkorrektur den Weiß- und den Schwarzpunkt-Regler jeweils an die äußersten Ränder des Histogramms und dreh den Gamma-Regler so weit hoch, dass das Foto insgesamt schön hell wird. Im Video zeige ich das in beiden Programmen.
- Jetzt siehst du den Sensordreck – am besten in der 100-%-Ansicht.
Für diesen Test darfst du die 100-%-Ansicht ausnahmsweise nutzen. Für die Beurteilung normaler Motive eignet sie sich dagegen nicht – da schaust du einfach viel zu genau hin. Warum, liest du im blauen Kasten („Zu groß?!!„).
Dreck gefunden? So wirst du ihn sicher los
Hast du im Test Flecken entdeckt, hilft nur eins: reinigen. Losen Staub bekommst du oft schon mit einem Blasebalg weg (Trockenreinigung). Sitzt der Dreck fester – etwa Blütenpollen –, brauchst du eine Nassreinigung per Sensor Swab.
Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, ohne etwas zu beschädigen, zeige ich dir in meinem Onlinekurs Kamera- und Objektivreinigung – inklusive der Reinigung von Objektiv, Sucher und Spiegel.
Sensor Test: häufige Fragen
Wie oft sollte ich den Sensor testen?
Wechselst du regelmäßig die Objektive, kontrollierst du den Sensor am besten alle drei Monate. Nimmst du das Objektiv nur selten ab, reicht einmal im Jahr. Makrofotografen fangen sich besonders gern Blütenpollen ein – hier lohnt ein kurzer Test schon nach jedem zweiten oder dritten Shooting.
Sensor selbst reinigen oder in den Service geben?
Die Trockenreinigung mit Blasebalg und die Nassreinigung mit Sensor Swab kannst du mit etwas Anleitung gut selbst übernehmen. Das spart die teuren Service-Gebühren der Hersteller und die ein bis zwei Wochen, die deine Kamera sonst unterwegs ist. Traust du es dir nicht zu, ist der Hersteller-Service die sichere Alternative.
Kann ich beim Reinigen den Sensor beschädigen?
Du berührst nie den Sensor selbst, sondern das Schutzglas davor. Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Ruhe ist das unkritisch. Wichtig ist nur, keine kratzenden Hausmittel oder trockenen Tücher zu verwenden.
Hilft die Sensor-Reinigungsfunktion meiner Kamera?
Die eingebaute Rüttelfunktion schüttelt losen Staub ab und hilft bei leichten Verschmutzungen. Gegen klebrige Partikel wie Pollen kommt sie aber nicht an – dann führt am Test und an der manuellen Reinigung kein Weg vorbei.
Betrifft Sensordreck JPG und RAW gleichermaßen?
Ja. Der Schmutz sitzt physisch auf dem Sensor und landet damit in jedem Bild – egal, ob du in JPG oder RAW fotografierst.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du den Sensor Test schon mal gemacht – und etwas gefunden? Berichte unten im Kommentar, ich bin gespannt wie ’n Flitzebogen. 😉


Hallo Karsten,
du hast wirklich einen informativen Blog. Ich bin gerade dabei mir Wissen für mein neues Hobby anzueignen und bin dabei auf deine Seite gestoßen. Mach weiter so 🙂
Viele Grüße
Lothar
Hey, Lothar, gerne doch! 🙂
Hallo Karsten,
das werde ich heute gleich mal ausprobieren.
Bei den Fotos vom Falknerkurs hatte ich wohl Regentropfen auf dem Objektiv, was auch zu Flecken auf den Fotos geführt hatt. Das passiert mir auch nicht nochmal 🙂
Werde ich schonmal für die Robbenfotografie auf Helgoland im Hinterkopf behalten.
Danke für deine gutes Videotutorial.
Möge das Licht mit dir sein
Gruss
Tom
Gerne Tom. :-9
Ja, solche Flecken verderben meist ausgerechnet die Fotos, die einzigartig sind! 🙁
Ales immer prima.
Schöne Ferien und ich freue mich auf neue immer wieder interessante und spannende Newsletter!
Grüße von Brigitte
Danke dir, werde ich haben! 🙂
Hallo Karsten,
ich werde den Sensor Test in den nächsten Tagen machen und bin gespannt, was dabei herauskommt. Danke für die interessanten und informativen Newsletter.
Dein Buch „Nachtfotografie“ ist einfach super. Gute Beispiele, toll erklärt. Ich bin begeistert.
Ich wünsche dir eine schöne Sommerzeit und freue mich auf deinen nächsten Blog.
Viele Grüße
Bärbel
Mach mal, manchmal erlebt man Überraschungen! 🙂
Schön, dass dir mein Buch gefällt! 🙂
habe bei Karsten an einem Online-Kamerakurs teilgenommen. Zuerst ziemlich teuer, aber nirgendswo günstiger. Ich bekomme regelmäßig Newsletter mit richtig guten Tipps. Das kostenlos. Wo gibt es das irgendwo anders. Weiter so. werde Dich weiter empfehlen.
schönen Grss aus der Eifel von Hermann Josef und nicht nur Hermann
Hallo Hermann Josef, schön, dass es dir gefallen hat.:-)
Aha, also Nachtfotografie heißt das Buch. Dann werde ich da mal nach schauen. Interessiert mich auch. Viele Grüße Tim
Jo! 🙂
Hallo Karsten, wenn ich’s nochmals gelesen habe werde ich den Sensor Test auch mal ausprobieren. Danke für den Artikel. Gruß Michael
Gern geschehen! 🙂
Boah, ich bin entsetzt. Ich sah schon auf den letzten Bildern dass da was drauf ist was nicht hingehört und ärgerte mich, dachte aber es liegt an den Objektiven. Tja, was soll ich sagen: den Sensor Test gemacht und ich war sprachlos! Dringende Reinigung erforderlich!!!! Gleich den Reinigungskurs bestellt damit ich bei meinem Schätzchen hoffentlich nichts kaputt mache dann…. denn so macht das fotografieren ja keine Spaß wenn man diese doofen Flecken nachträglich alle versuchen muss zum entfernen. Danke für den Anstoss hier.
LOL, na dann ist es ja gut, dass ich den Onlinekurs Kamerareinigung erstellt habe! 🙂
Hallo Karsten, oh ja, hast es ja selbst auf einen Bild von mir gesehen🥺. Letzte Reinigung ist noch keine 2 Monate her, irgendwie hab ich da wirklich „Glück“ damit. Naja, Reinigungsset ist bestellt, das nächste ist dein Kurs dazu. Nützt nichts, ist wirklich ärgerlich.
Gruß Thomas.
Ärgerlich schon, aber nicht zu ändern. Deshalb beim Objektivwechsel immer schön die Kamera nach unten halten und schnell das neue Objektiv drauf!
Hallo Karsten, mach ich ja und vor allem nicht unterwegs. Das Problem hab ich immer nur mit dem 18-200mm, mit dem 300er weniger. Naja, jetzt erst mal das Sensorreinigungsset bestellt und als nächstes mir die Anleitung bei dir kaufen. Da hab ich wenigstens was vom Profi in der Hand.