Du willst wissen, wie viel von deinem Bild scharf wird – und das vorher abschätzen oder ausrechnen können? Genau darum geht es hier. Ich zeige dir zuerst, welche vier Faktoren die Schärfentiefe steuern, gebe dir dann eine Faustregel-Tabelle zum schnellen Abschätzen an die Hand und am Schluss den Weg, die Schärfentiefe exakt zu berechnen.
Schärfentiefe – was sie steuert
Die Schärfentiefe ist der Bereich vor und hinter deinem Fokuspunkt, der scharf abgebildet wird. Eine geringe Schärfentiefe stellt das Motiv vor unscharfem Hintergrund frei; eine große Schärfentiefe lässt alles von vorne bis hinten scharf werden. In erster Linie stellst du sie über die Blende ein – aber drei weitere Faktoren reden mit.

Die vier Faktoren, die die Schärfentiefe beeinflussen
Alle vier Faktoren wirken jeweils bei ansonsten unveränderten Werten – wenn du also einen änderst und die anderen drei gleich lässt.
Blende
Die Blende ist deine Haupt-Stellschraube: Je weiter du abblendest (großer Blendenwert wie f/11 oder f/16), desto größer die Schärfentiefe. Eine weit geöffnete Blende (kleiner Wert wie f/2,8) ergibt eine geringe Schärfentiefe und einen unscharfen Hintergrund.
Abstand
Je näher du an dein Motiv herangehst, desto geringer wird die Schärfentiefe. Die folgende Serie zeigt es – scharfgestellt wurde jeweils auf das kleine Pflänzchen in der Mauer:



Das erklärt, warum Makrofotografen es schwer haben: immer nah dran, kaum Schärfentiefe – also stark abblenden, lange Belichtungszeiten, Stativpflicht. Falls du eins suchst: meine Stativ-Empfehlung.
Brennweite
Ein Weitwinkel produziert deutlich mehr Schärfentiefe als eine längere Brennweite. Willst du alles von vorne bis hinten scharf, schaffst du das nur mit dem Weitwinkel; ein Tele liefert weniger Schärfentiefe und schön unscharfe Hintergründe. Im Vergleich unten – bei gleicher Blende, gleichem Abstand und Sensor – ist mit dem Weitwinkel alles scharf, mit dem Tele nur die rostige Skulptur.

Sensorgröße
Je kleiner der Sensor, desto größer die Schärfentiefe. Kleine Kompaktkamera-Sensoren liefern viel Schärfentiefe – ideal für Landschaft und Makro. Große Sensoren (etwa Vollformat) stellen dagegen leicht frei – beliebt in der People-Fotografie, weil der unscharfe Hintergrund den Blick aufs Motiv lenkt. Die Abbildung zeigt es bei sonst gleichen Werten (Blende, kleinbild-äquivalente Brennweite, Abstand): oben Kompaktkamera (alles scharf), Mitte APS-C, unten Vollformat (Schärfe endet direkt hinter der Blüte).

Kurz-Hinweis: Beugung und förderliche Blende
Blendest du sehr weit ab (an APS-C etwa über f/16), nimmt die Gesamtschärfe durch Beugung wieder ab – mehr Schärfentiefe, aber insgesamt unschärfer. Die förderliche Blende ist die kleinste Blende, bei der die Beugung noch nicht stört; sie liegt je nach Kamera oft um f/8 bis f/11. Blende also nur so weit ab, wie du die Schärfentiefe wirklich brauchst.
Schärfentiefe selbst abschätzen – die Tabelle
Für den Alltag musst du nichts rechnen – diese Faustregel-Tabelle reicht zum Abschätzen (Richtungen, keine exakten Werte):
| Faktor | Mehr Schärfentiefe | Weniger Schärfentiefe |
|---|---|---|
| Blende | weit abgeblendet (z. B. f/11–16) | weit geöffnet (z. B. f/2,8) |
| Abstand zum Motiv | groß (weiter weg) | klein (nah dran) |
| Brennweite | kurz (Weitwinkel) | lang (Tele) |
| Sensorgröße | klein (Kompakt / MFT) | groß (Vollformat) |
Merke dir die Richtung: Willst du mehr Schärfentiefe (Landschaft), gehst du in jeder Zeile nach links – abblenden, Abstand vergrößern, Weitwinkel nehmen. Willst du freistellen (Porträt), gehst du nach rechts.
Schärfentiefe genau berechnen – der Schärfentiefenrechner
Willst du es exakt wissen, rechnest du die Schärfentiefe für deine Einstellungen aus. Dafür gibst du Sensorformat, Brennweite, Blende und Abstand ein und liest unten die Schärfentiefe sowie die hyperfokale Distanz ab. Letztere ist praktisch, wenn du maximale Schärfe von vorne bis hinten willst: Stellst du auf die hyperfokale Distanz scharf, reicht die Schärfe von der Hälfte dieser Distanz bis unendlich.
- Wähle dein Aufnahmeformat (Sensorformat – steht im Zweifel in der Bedienungsanleitung).
- Gib die Brennweite ein, die du am Zoom abliest.
- Gib die Blende ein, die du verwenden willst – oder probiere verschiedene Werte durch.
- Stell die Gegenstandsweite (den Abstand zum Motiv) ein.
- Lies Schärfentiefe und hyperfokale Distanz ab. Passt das Ergebnis nicht, variiere Blende und Abstand.
Die wichtigste Einstellung: die Schärfeanforderung
Hier legst du fest, für wen das Bild scharf sein soll. Das bestimmt maßgeblich, welche Schärfentiefe der Rechner anzeigt.
Traditionell: Der normale Maßstab für übliche Betrachtungsabstände – am Bildschirm oder als Abzug. Für Freunde, Familie, Kunden oder Ausstellungsbesucher ist das in der Regel die passende Einstellung.
Für Fotografen: Fotografen prüfen Bilder oft deutlich kritischer: bei 100 % am Monitor oder aus sehr geringem Abstand. Dabei wird Unschärfe sichtbar, die normalen Betrachtern kaum auffällt.
Diese Einstellung rechnet deshalb mit einem strengeren Maßstab. Die angezeigte Schärfentiefe fällt entsprechend kleiner aus.
Du kannst den Rechner auch direkt aufrufen: Schärfentiefe-Rechner.
Nächster Schritt
Wer die Schärfentiefe über Blende und Brennweite gezielt steuern will, braucht die Grundlagen der Kamerabedienung sicher im Griff. Genau die bekommst du in Stufe 1: deine Kamera verstehen.
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Im Moment vor dem Auslösen bleibt selten Zeit, einen Artikel nachzulesen. Deshalb passt die Kamera-Entscheidungskarte auf ein Blatt: vorn fünf Entscheidungen in fester Reihenfolge, hinten eine ruhige Fehlersuche für den Fall, dass ein Bild nicht klappt. Danach schreibe ich dir regelmäßig, worauf ich beim Fotografieren achte und wie ich Entscheidungen treffe.

Zitat:..Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, Brennweite und Abstand waren gleich!)…
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Der Autor hat seine eigene Brennweiten-Definition…
Ja, richtig: Weil diese Info wichtig ist, habe ich sie hingeschrieben. 🙂 Wenn ich schon zeigen will, was bei der Nutzung verschiedener Optionen geschieht, muss ich natürlich auch die zugrundeliegenden Bedingungen nennen. Ist daran was auszusetzen?
Was meinst du damit, ich hätte eine eigene Brennweiten-Definition? Ich habe den Text nochmal gelesen und finde keine ungenauen Aussagen oder Abweichungen von der Lehrmeinung, die ich in einem Fotografie-Studium an der FH in Dortmund genießen durfte. Lass mich bitte an deinen Erkenntnissen teilhaben!
„Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, Brennweite und Abstand waren gleich!).“
Wie kannst du mit unterschiedlichen Sensorgrößen den (nahezu) selben Bildausschnitt bei allen drei Aufnahmen erzielen, wenn doch Brennweite und Abstand bei allen Motiven gleich waren?
Ich denke, du hast bei zwei Bildern die Position der Kamera verändert, damit der Bildausschnitt der gleiche wie beim ersten ist. Oder eben an der Brennweite gedreht. Damit änderst du natürlich auch die Stärke der Unschärfe.
Hättest du alle Parameter nämlich tatsächlich so gelassen (inklusive des Motivabstandes), hättest du gemerkt, dass der Satz
„Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.“
völliger Unsinn ist. Aber das macht nix, denn es ist eines der häufigsten Fehlinformationen zum Thema Fotografie, die man so findet … Berücksichtigt man noch das Auflösungsvermögen des Sensors, ist der Schärfentiefebereich eines größeren Sensors in der Regel sogar größer als der des kleineren …
Ich glaube das ist auch das, was Nick Krause stört, auch wenn sein Kommentar wenig konstruktiv war …
Gruß
Hallo Jockel,
vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast tatsächlich eine kleine unpräzise Angabe gefunden! Ich freue mich immer, wenn aufmerksame Leser dafür sorgen, dass meine Artikel noch besser werden. 🙂
Ich habe daher oben im Artikel den Satz im Absatz Sensor wie folgt präzisiert:
„Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, vergleichbarer kleinbild-äquivalenter Brennweite und gleichem Abstand!).“
Nun zu deinen Ausführungen:
Der Abstand war immer genau der gleiche. Solche Aufnahmen mache ich generell vom Stativ, denn nur so kann ich sicherstellen, dass sich möglichst wenig zwischen den Aufnahmen verändert.
Weil hier nicht nur verschiedene Optionen der selben Kamera gezeigt wurden, sondern drei verschiedene Kameras zum Einsatz kamen, sind aber geringe Unterschiede in der Perspektive unvermeidbar. Die kleine Kompaktkamera ist halt deutlich kleiner und damit auch niedriger, als die Vollformat mit angesetzten Batteriegriff. Die Unterschiede in der Kameraposition variieren aber ausschließlich nur wenige Zentimter nach links oder rechts bzw. nach oben oder unten. Der Abstand zum Motiv war jeweils genau gleich!
Alle Kameras befanden sich etwa 50 cm vom Motiv entfernt. Ich schreibe „etwa“, da ich damals nicht nachgemessen habe und jetzt einfach schätzen muss. Genau an dieser Position befand sich der Kopf meines Statives, auf dem ich nacheinander alle drei Kameras befestigt habe. Natürlich habe ich das Stativ zwischen den Aufnahmen nicht bewegt!
Die Brennweiten waren natürlich nicht gleich, was die Millimeter-Angaben betrifft. So gesehen hast du natürlich Recht.
Bei jeder der 3 Kameras musste ich die Sensorgröße berücksichtigen, um vergleichbare Fotos zu machen. Dazu nutze ich die Cropfaktoren, um – ausgehend vom 28 mm bei der Vollformat – die beiden anderen Kameras auf den gleichen Bildwinkel einzustellen. Der Fachbegriff dafür heißt „kleinbild-äquivalente Brennweite“.
Diese habe ich dann eingestellt und jeweils ein Foto gemacht.
Insofern war die Angabe „gleiche Brennweite“ etwas unpräzise. Besser gewesen wäre „mit vergleichbarer kleinbild-äquivalenter Brennweite“.
Der Satz “Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.” ist natürlich kein Unsinn, sonst hätte ich ihn nicht so geschrieben.
Das kannst du gerne mit Hilfe des verlinkten Schärfentieferechners überprüfen.
Damit du nicht weiterhin an Fakenews glauben musst, hier die Ergebnisse:
Vorgaben: Blende 9, 50 cm Abstand zum Motiv
Vollformat: Brennweite 28 mm, Schärfentiefe-Bereich = 43 – 59 cm
APS-C: Brennweite 18,3 mm, Schärfentiefe-Bereich = 40 – 66 cm
Kompaktkamera (1/2,3″): Brennweite 5 mm, Schärfentiefe-Bereich = 26 – 511 cm
Diese Werte kannst du nachrechnen und auch visuell überprüfen: Sieh dir die Fotos an. Bei allen ist das Hauptmotiv, die Blüte in der Mitte, scharf. Am Rindenmuldch auf dem Boden kannst du sehr schön den Verlauf der Schärfentiefe sehen.
Das dürfte dich überzeugen, diesen Satz als Tatsache anzuerkennen:
“Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.”
Du willst dich doch nicht mit dem amerikanischen Präsidenten auf eine Stufe stellen?! 😉
Hallo nochmal,
„Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.“ ist in dem Sinne falsch, als das der Satz das falsche suggeriert. Er behauptet, dass alleine der Austausch des Sensors die Schärfentiefe ändert.
Aber genau das ist ja nicht der Fall. Denn man muss entweder die Brennweite oder den Motivabstand (um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten) ändern, damit der Satz zutrifft.
Das ist so als würde man sagen, ein schwarzes Auto heizt sich schneller auf als ein weißes … das stimmt aber erst, wenn man das Auto in die Sonne stellt. Vorher ist weder das eine, noch das andere mehr aufgeheizt.
Was ich damit sagen will: Wenn die Grundparameter geändert werden, vergleicht man Äpfel mit Birnen.
Der Unschärfeverlauf wird von Brennweite, Blende und Motivabstand bestimmt. Und von mir aus noch von dem Auflösungsvermögen des Sensors (Z-Kreis) … dann hat sogar der kleinere Sensor in der Regel einen größeren Unschärfebereich als der größere, weil der Z-Kreis kleiner ist.
Mindestens eines der Parameter wurde ja offensichtlich im Versuch geändert, somit hinkt der Vergleich.
Ich finde man kann sagen „Eine Kamera mit einem großen Sensor ist besser dafür geeignet, einen größeren Unschärfebereich zu erzeugen (bessere Freistellung). Sie ist deshalb besser dafür geeignet, weil man näher an das Motiv heranrücken kann, damit man zu einem äquivalenten Bildausschnitt eines kleineren Bildsensors kommt. Das Heranrücken an das Motiv führt zwar zum gewünschten Bildausschnitt, ändert aber auch den Unschärfeverlauf.“
Gleiches gilt natürlich umgekehrt für einen kleineren Sensor.
Das klingt vielleicht nicht so kompakt, aber stimmt zumindest.
Das da ein paar Ungenauigkeiten beim Kamera-Setup entstanden sind, finde ich nicht nennenswert …
Wie ich ausführlich dargelegt habe, wurde die Brennweite so angepasst, dass die gleiche kleinbild-äquivalente Brennweit genutzt wird. Dadurch habe ich den gleichen Bildausschnitt erreicht.
Unter diesen Voraussetzungen stimmt meine Aussage, dass ein kleinerer Sensor eine größere Schärfentiefe ergibt.
Deine Aussage, dass man mit einer großsensorigen Kamera eine bessere Freistellung erreicht, ist richtig. Vorausgesetzt, alle anderen Parameter bleiben gleich.
Die Aussage, dass man näher an das Motiv herangehen muss, um einen gleiche Ausschnitt zu erreichen, ist so von hinten durch die Brust ins Auge gedacht, dass ich dies als reichlich irreführend bewerten würde. Ich fotografiere seit 35 Jahren, habe Fotografie studiert und erfolgreich mit einem Diplom abgeschlossen und 9 Bücher über Fotografie und Bildbearbeitung geschrieben – aber ein kleinbild-äquivalenter Abstand ist mir in all den Jahren nicht untergekommen!
Statt dessen steht fest:
Weil du ja offensichtlich Fakten ignorierst und auch den Schärfentieferechner nicht ausprobiert hast, lass mich etwas vorschlagen: Bevor du nun noch weitere haarsträubende Behauptungen in die Welt setzt, probiere es doch einfach mal aus! 🙂
Nimm dir verschiedene Kameras und fotografiere bis du es beweisen kannst. Dann veröffentliche deine Ergebnisse, nenne die Testbedingungen und zeige das alles in deinen Fotos.
Beweise mir, dass ich Unrecht habe! Dann verlinke ich gerne deinen Artikel hier.
Also, Visier hoch! 😉
„Wie ich ausführlich dargelegt habe, wurde die Brennweite so angepasst, dass die gleiche kleinbild-äquivalente Brennweit genutzt wird.“
Ja, wie gesagt, Grundparameter verändert = Äpfel vs. Birnen … eine äquivalente Brennweite ist eben nicht die gleiche Brennweite … zwei Personen unterschiedlicher Größe haben auch äquivalent große Hosen an, aber haben eben nicht die gleichen Größen …
„Dadurch habe ich den gleichen Bildausschnitt erreicht.
Unter diesen Voraussetzungen stimmt meine Aussage, dass ein kleinerer Sensor eine größere Schärfentiefe ergibt.“
Korrekt … dann müsste es aber heissen „Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe, sofern man die verwendete Brennweite ebenfalls gleich mit ändert“. Schraubst du die gleiche Linse vor einen anderen Sensor, stimmt die Aussage einfach nicht mehr, Bildausschnitt hin oder her.
„aber ein kleinbild-äquivalenter Abstand ist mir in all den Jahren nicht untergekommen!“
Mir auch nicht, wer denkt sich denn solche Begriffe aus?
„Weil du ja offensichtlich Fakten ignorierst und auch den Schärfentieferechner nicht ausprobiert hast, lass mich etwas vorschlagen: Bevor du nun noch weitere haarsträubende Behauptungen in die Welt setzt, probiere es doch einfach mal aus! ?“
Okay, dann tipp mal mit:
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm
Format: 35mm
Brennweite: 50mm
Z-Kreis: 0,03
Blende: 8
Gegenstandsweite: 400cm
danach, gleiches Spiel, anderer Sensor (Z-Kreis anpassen nicht vergessen, oder so lassen und staunen, das deine Aussage sogar negiert wird)
Format: APS-C
Brennweite: 50mm
Z-Kreis: 0,03
Blende: 8
Gegenstandsweite: 400cm
Ergebnis bei gleichem Z-Kreis bei beiden Sensoren: 3,54m Schärfebereich … komisch, oder?
Ergebnis bei voreingestelltem Z-Kreis im Rechner: APS-C->2,04m, 35mm->3,54 … wow … APS-C mit weniger Tiefenschärfe als Vollformat? … it’s a kind of magic …
„Nimm dir verschiedene Kameras und fotografiere bis du es beweisen kannst. Dann veröffentliche deine Ergebnisse, nenne die Testbedingungen und zeige das alles in deinen Fotos.“
Ich kann gern zwei Fotos vom Stativ einmal im 35mm und einmal im APS-C Modus runterschießen, ich bezweifle aber, dass dich das überzeugt …
Ok, ich versuche es nochmal anders:
Die Brennweite ist der Abstand zwischen der Hauptebene einer optischen Linse und dem Brennpunkt. Dadurch ergibt sich ein bestimmter Bildwinkel – das ist die wirklich wichtige Info.
Dass der Abstand in Millimetern auf Objektiven angegeben wird, hat historische Gründe und wir alle haben uns mittlerweile daran gewöhnt, diese anzugeben – ist ja auch so schön einfach. Diese Angabe ist jedoch – ganz eng genommen – eher ungenau.
Es gibt nämlich durchaus Objektive mit gleicher Brennweite, aber unterschiedlichem Bildwinkel. Vergleiche dazu z.B. mal die 90 mm Optiken hier. Wie du siehst, sind Bildwinkel zwischen 100 und 110° angegeben.
Daraus folgt: Eigentlich müssten wir immer mit den Bildwinkeln arbeiten, weil der viel genauer angibt, was wir fotografieren. Macht aber keiner, weil es auf den meisten Objektiven erst gar nicht draufsteht.
Wenn du dir aber mal die Mühe machst, die Bildwinkel der kleinbild-äquivalenten Brennweiten durchzurechnen, wirst du darauf kommen, dass der Bildwinkel immer gleich ist. Ein Normalobjektiv ist also ein Normalobjektiv ist also ein Normalobjektiv – egal, welchen Sensor du verwendest.
Wenn man nun also mal die Millimeterangaben außen vor lässt und z. B. mit einem Normalobjektiv fotografierst, ergeben sich beim Einsatz unterschiedlicher Sensoren unterschiedliche Schärfentiefen.
Du kannst jetzt noch 1000 Mal daran festhalten, dass ich die Brennweite verändert habe. Aber den Bildwinkel habe ich gleich gelassen! Also darf ich, weil ich meinen Lesern etwas verdeutlichen will, definieren, was ich zeigen möchte. Und wenn ich es dann zeige, dann ist das doch nicht falsch! 🙂
Da kannst du noch so oft mit den gleichen Millimeterangaben weiter rechnen – das ist gar nicht das, worum es in diesem Artikel geht! Denn dann änderst du meine Vorgaben. Und das geht ja nun mal gar nicht, wenn dafür definiere ich sie ja am Anfang eines Versuchs!
Also: Man nehme den gleichen Abstand, kleinbild-äquivalente Brennweiten (also die unpopulären Bildwinkel) für die jeweiligen Sensoren und verschieden große Sensoren und nutze für alle Fotos die gleiche nominelle Blende. Dann erhält man mit kleineren Sensoren eine größere Schärfentiefe und umgekeht.
Für mich ist das glasklar, jeder praktisch arbeitende Fotograf mit etwas Erfahrung weiß um diese Dinge und arbeitet danach und Einsteigern in die Fotografie ermögliche ich so ein einfaches Verständnis komplizierter optischer Gesetze.
Wenn du das nicht mitgehen kannst, zwingt doch keiner, hier weiter zu lesen und zu kommentieren. Ich jedenfalls möchte meine Arbeitszeit nicht weiter mit theoretischen Diskussionen vergeuden, in denen mein Diskussionspartner zwischendrin die Bedingungen ändert – und so den Artikel ab absurdum führt.
Ich wünsche dir alles Gute, Jockel!
Was soll man denn aus dem Artikel lernen?
3 verschiedene Bildausschnitte,3 verschiedene Brennweiten, 3 verschiedene Sensoren und die falsche Behauptung,das ein kleinerer Sensor mehr Schärfentiefe bei gleichen Ausgangsbedingungen hätte ( Abstand in cm nicht gegen unendlich gerechnet).
Wenn du ihn gelesen hättest, würdest du wissen, was du daraus lernen könntest. 🙂
Was die Richtigkeit dieser Behauptung anbetrifft, verweise ich auf die Diskussion mit Jockel.
Wenn dich das immer noch nicht überzeugt, empfehle ich einen Praxistest, anstatt dich deinem Glauben oder anderen Fehlinformationen hinzugeben!
In der Physik gehört die Schärfentiefe noch heute zur Optik dazu,der einzige Berührungspunkt zur Sensortechnik wäre die Bilddiagonale und damit die Unschärfekreise.Diese wären dann beim kleineren Sensor eigentlich kleiner und somit auch die Schärfentiefe.Ich könnte Dir dazu auch die nötigen Formeln usw. angeben aber ich denke mal das weißt Du schon alles.
Viele grüsse aus dem schönen Bayern
Wenn du diese Formeln anführst, dann rechne sie doch mal durch! Gerne mit einem Schäfentiefenrechner, muss ja nicht dieser sein. Nimm einen beliebigen. Und du wirst erkennen, dass meine Aussage stimmt! 🙂
Für einen solchen Vergleich nehme ich einfach nur meine neue Vollformatkamera,in der kann ich dann den Cropfaktor (APS)einstellen, und erhalte dann genau dasselbe Bild wie mit meiner älteren APS Kamera.Wohlgemerkt bei gleichen Einstellungen und ohne daß ich wie Du behaupten würde,die Schärfentiefe wäre herstellerspezifisch.
Schärfentiefe ist nicht von der Kameramarke abhängig. Ich weiß nicht, wo du das aus meinen Texten herausgelesen haben willst….??!?!?!?
Hast du eigentlich mal all die anderen Kommentare gelesen? Da wird eigentlich ganz gut deutlich, dass meine Aussagen stimmen. Warum du mir hier immer wieder unterstellst, ich würde falsche Tatsachen verbreiten, erklärt sich mir nicht.
Man könnte ja fast auf den Gedanken kommen, dass du – und offensichtlich auch andere – denken, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Da wird mit viel finanziellem Aufwand eine teure Vollformatkamera gekauft, weil das doch „die beste Kamera Überhaupt“ sein soll. Und die „muss“ natürlich dann auch mehr können, hier explizit mehr Schärfentiefe aufweisen.
Und ich komme daher und zerstöre diesen Wunschtraum mit Fakten, die genau das Gegenteil hergeben. Aber es bleibt dabei, kleinere Sensoren haben eine größere Schärfentiefe. Ich habe das in den Kommentare oben mehr als einmal bewiesen.
Vor den Kommentatoren hier kommen statt dessen nur Unterstellungen, Falschbehauptungen und Verdrehung meiner Vorgaben, was dann natürlich wieder alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Das ist übliches Trollverhalten, und die will ich nicht weiter füttern. Ich habe wahrlich Besseres zu tun, als weiterhin meine Energie in Kommentare zu stecken, die keinen Mehrwert bringen.
Und so passiert, was bisher noch nie in meinem Blog geschehen ist: Ich sperre weitere Kommentare für diesen Beitrag.