Schärfentiefenrechner

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Schärfentiefenrechner – besser, du rechnest selbst. 🙂

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe stellst du mit der Blende ein. Wenn du das weißt, gehörst du schon zu denen, die sich in der Fotografie etwas besser auskennen. Gratuliere! 🙂

schärfentiefenrechner
Links im Bild siehst du eine geringe, rechts eine große Schärfentiefe. Mit der Blende stellst du es so ein, wie du willst.

Aber wusstest du, dass weitere Faktoren zusätzlich die Schärfentiefe beeinflussen? Genau das macht den Einsatz der Schärfentiefe manchmal, insbesondere für Anfänger, so schwierig. Schauen wir uns also an, wie diese Einflussfaktoren auf die Schärfentiefe wirken.

Ich fasse mich kurz, schließlich könnte ich zu jedem der folgenden Punkte einen eigenen Blogbeitrag schreiben. Oder sollte ich? Dann hinterlasse einen Kommentar, damit ich weiß, dass es dich interessiert.

 

Abstand

Je näher du an dein Motiv herangehst, umso geringer wird die Schärfentiefe.

Das gilt natürlich bei ansonsten unveränderten Werten (für Blende, Brennweite und Sensor).

Hier der Beweis ohne Anspruch auf fotografische Revolution (ein Dankeschön an Steffen Böttcher für diese nette Umschreibung für belanglose Testfotos, mit denen man nur mal eben was verdeutlichen will). 😉

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Ganz nah dran: Die Schärfentiefe beträgt knapp 10 cm. Scharfgestellt wurde übrigens bei allen drei Fotos auf das kleine Pflänzchen, das aus der Mauer herauswächst.
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Zwei große Schritte weiter weg: Die Schärfentiefe beträgt etwa 30 cm.
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Zwei weitere große Schritte weiter weg: Die Schärfentiefe beträgt nun schon einen knappen Meter.

Das macht die Arbeit von Makrofotografen schwierig: Sie sind immer nahe dran und haben kaum Schärfentiefe. Also müssen sie stark abblenden, wodurch die Belichtungszeiten sehr lang werden. Kein Wunder also, dass Makrofotografen oft vom Stativ arbeiten.

Hier findest du übrigens eine Kaufempfehlung Stative, falls du eins suchen solltest.

 

Brennweite

Das Weitwinkel produziert deutlich mehr Schärfentiefe, als längere Brennweiten.

Willst du alles von vorne bis hinten scharf haben? Das schaffst du nur mit einem Weitwinkel. Dafür bieten Teleobjektive weniger Schärfentiefe und die Hintergründe werden schön unscharf.

Hier siehst du Weitwinkel und Tele im direkten Vergleich. Während bei gleicher Blende, gleichem Abstand und Sensor beim Weitwinkel alles von vorne bis hinten scharf wird, ist beim Tele nur die rostige Skulptur scharf.

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Sensor

Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.

SchärfentiefenrechnerDie kleinen Sensoren kleiner Kompaktkameras haben sehr viel mehr Schärfentiefe, als die Profikamera für 5000 €. Damit sind sie perfekt geeignet, um Landschaften und Makrofotos ganz einfach mit viel Schärfentiefe zu versehen.

SchärfentiefenrechnerGroß-sensorige Kameras (z.B. Vollformatkameras) sind dagegen perfekt geeignet, wenn es darum geht, etwas scharf vor einem unscharfen Hintergrund zu fotografieren. Das nutzt man gerne in der Peoplefotografie: Porträts, Babys, Familienfotos, Hochzeitsbilder. All diese Motive profitieren durch das Freistellen, das  den Blick des Betrachters auf das Motiv lenkt.

In der folgenden Abbildung siehst du, wie der Sensor Einfluss auf die Schärfentiefe nimmt:

  • Ganz oben eine kleine Kompaktkamera mit dem kleinsten Sensor in diesem Vergleich – die Schärfentiefe geht von vorne bis hinten.
  • In der Mitte ein APS-C-Sensor, bei dem die Schärfentiefe nur bis etwa zur Mitte des Bildes reicht.
  • Unten findest du mit der Vollformat den größten Sensor in diesem Vergleich. Bei allen Fotos hatte ich auf die Blüte genau in der Mitte des Bildes scharfgestellt, sie ist deshalb immer scharf. Hier bei der Vollformat hört die Schärfentiefe praktisch direkt hinter dieser Blüte auf, zu sehen auf dem Boden unten rechts.

Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, vergleichbarer kleinbild-äquivalenter Brennweite und gleichem Abstand!).

schaerfentiefenrechner

Alles klar? Jetzt kennst du die Optionen für die Schärfentiefe und kannst besser nachvollziehen, wie der Schärfentiefenrechner funktioniert.

 

Schärfentiefenrechner

Du willst dir selbst ausrechnen, welche Schärfentiefe sich bei bestimmten Einstellungen ergibt?

Dann nutze diesen Schärfentiefen-Rechner.

Gib ein, was für die Schärfentiefe wichtig ist:

  1. Wähle das Sensorformat deiner Kamera im Schärfentiefenrechner. Wenn du es nicht kennst, sieh in der Bedienungsanleitung nach.
  2. Die Schärfeanforderung kannst du üblicherweise auf „traditionell“ eingestellt lassen.
  3. Gib die Brennweite im Schärfentiefenrechner ein, die du am Zoom deiner Kamera ablesen kannst. Lass auf „real“ stehen.
  4. Gib die Blende im Schärfentiefenrechner ein, die du verwenden willst. Wenn du erst noch herausfinden willst, welche Blende du benötigst, kannst du hier mit verschiedenen Werten experimentieren.
  5. Stell im Schärfentiefenrechner ein, wie weit du dich vom Motiv entfernt befindest. Auch hier kannst du mit unterschiedlichen Werten experimentieren.
  6. Nun kannst du die Schärfentiefe und die hyperfokale Entfernung unten ablesen. Bist du mit dem Ergebnis unzufrieden, dann kannst du die Werte in 4. und 5. variieren, um ein anderes Ergebnis zu erhalten.

Und, was sagst du?? Wusstest du um diese Zusammenhänge?? Wird dir plötzlich klar, was du immer „falsch“ gemacht hast?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar oder eine Frage – ich freue mich drauf. 🙂

 

14 Kommentare
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Nick Krause

Zitat:..Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, Brennweite und Abstand waren gleich!)…
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Der Autor hat seine eigene Brennweiten-Definition…

Jockel

„Wohl gemerkt, bei ansonsten unveränderten Optionen (also Blende, Brennweite und Abstand waren gleich!).“

Wie kannst du mit unterschiedlichen Sensorgrößen den (nahezu) selben Bildausschnitt bei allen drei Aufnahmen erzielen, wenn doch Brennweite und Abstand bei allen Motiven gleich waren?

Ich denke, du hast bei zwei Bildern die Position der Kamera verändert, damit der Bildausschnitt der gleiche wie beim ersten ist. Oder eben an der Brennweite gedreht. Damit änderst du natürlich auch die Stärke der Unschärfe.
Hättest du alle Parameter nämlich tatsächlich so gelassen (inklusive des Motivabstandes), hättest du gemerkt, dass der Satz
„Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.“
völliger Unsinn ist. Aber das macht nix, denn es ist eines der häufigsten Fehlinformationen zum Thema Fotografie, die man so findet … Berücksichtigt man noch das Auflösungsvermögen des Sensors, ist der Schärfentiefebereich eines größeren Sensors in der Regel sogar größer als der des kleineren …

Ich glaube das ist auch das, was Nick Krause stört, auch wenn sein Kommentar wenig konstruktiv war …

Gruß

Jockel

Hallo nochmal,

„Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe.“ ist in dem Sinne falsch, als das der Satz das falsche suggeriert. Er behauptet, dass alleine der Austausch des Sensors die Schärfentiefe ändert.
Aber genau das ist ja nicht der Fall. Denn man muss entweder die Brennweite oder den Motivabstand (um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten) ändern, damit der Satz zutrifft.
Das ist so als würde man sagen, ein schwarzes Auto heizt sich schneller auf als ein weißes … das stimmt aber erst, wenn man das Auto in die Sonne stellt. Vorher ist weder das eine, noch das andere mehr aufgeheizt.
Was ich damit sagen will: Wenn die Grundparameter geändert werden, vergleicht man Äpfel mit Birnen.
Der Unschärfeverlauf wird von Brennweite, Blende und Motivabstand bestimmt. Und von mir aus noch von dem Auflösungsvermögen des Sensors (Z-Kreis) … dann hat sogar der kleinere Sensor in der Regel einen größeren Unschärfebereich als der größere, weil der Z-Kreis kleiner ist.
Mindestens eines der Parameter wurde ja offensichtlich im Versuch geändert, somit hinkt der Vergleich.

Ich finde man kann sagen „Eine Kamera mit einem großen Sensor ist besser dafür geeignet, einen größeren Unschärfebereich zu erzeugen (bessere Freistellung). Sie ist deshalb besser dafür geeignet, weil man näher an das Motiv heranrücken kann, damit man zu einem äquivalenten Bildausschnitt eines kleineren Bildsensors kommt. Das Heranrücken an das Motiv führt zwar zum gewünschten Bildausschnitt, ändert aber auch den Unschärfeverlauf.“
Gleiches gilt natürlich umgekehrt für einen kleineren Sensor.
Das klingt vielleicht nicht so kompakt, aber stimmt zumindest.

Das da ein paar Ungenauigkeiten beim Kamera-Setup entstanden sind, finde ich nicht nennenswert …

Jockel

„Wie ich ausführlich dargelegt habe, wurde die Brennweite so angepasst, dass die gleiche kleinbild-äquivalente Brennweit genutzt wird.“

Ja, wie gesagt, Grundparameter verändert = Äpfel vs. Birnen … eine äquivalente Brennweite ist eben nicht die gleiche Brennweite … zwei Personen unterschiedlicher Größe haben auch äquivalent große Hosen an, aber haben eben nicht die gleichen Größen …

„Dadurch habe ich den gleichen Bildausschnitt erreicht.
Unter diesen Voraussetzungen stimmt meine Aussage, dass ein kleinerer Sensor eine größere Schärfentiefe ergibt.“

Korrekt … dann müsste es aber heissen „Je kleiner der Sensor, umso größer die Schärfentiefe, sofern man die verwendete Brennweite ebenfalls gleich mit ändert“. Schraubst du die gleiche Linse vor einen anderen Sensor, stimmt die Aussage einfach nicht mehr, Bildausschnitt hin oder her.

„aber ein kleinbild-äquivalenter Abstand ist mir in all den Jahren nicht untergekommen!“

Mir auch nicht, wer denkt sich denn solche Begriffe aus?

„Weil du ja offensichtlich Fakten ignorierst und auch den Schärfentieferechner nicht ausprobiert hast, lass mich etwas vorschlagen: Bevor du nun noch weitere haarsträubende Behauptungen in die Welt setzt, probiere es doch einfach mal aus! ?“

Okay, dann tipp mal mit:
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm

Format: 35mm
Brennweite: 50mm
Z-Kreis: 0,03
Blende: 8
Gegenstandsweite: 400cm

danach, gleiches Spiel, anderer Sensor (Z-Kreis anpassen nicht vergessen, oder so lassen und staunen, das deine Aussage sogar negiert wird)

Format: APS-C
Brennweite: 50mm
Z-Kreis: 0,03
Blende: 8
Gegenstandsweite: 400cm

Ergebnis bei gleichem Z-Kreis bei beiden Sensoren: 3,54m Schärfebereich … komisch, oder?
Ergebnis bei voreingestelltem Z-Kreis im Rechner: APS-C->2,04m, 35mm->3,54 … wow … APS-C mit weniger Tiefenschärfe als Vollformat? … it’s a kind of magic …

„Nimm dir verschiedene Kameras und fotografiere bis du es beweisen kannst. Dann veröffentliche deine Ergebnisse, nenne die Testbedingungen und zeige das alles in deinen Fotos.“

Ich kann gern zwei Fotos vom Stativ einmal im 35mm und einmal im APS-C Modus runterschießen, ich bezweifle aber, dass dich das überzeugt …

Nick Krause

Was soll man denn aus dem Artikel lernen?
3 verschiedene Bildausschnitte,3 verschiedene Brennweiten, 3 verschiedene Sensoren und die falsche Behauptung,das ein kleinerer Sensor mehr Schärfentiefe bei gleichen Ausgangsbedingungen hätte ( Abstand in cm nicht gegen unendlich gerechnet).

Nick Krause

In der Physik gehört die Schärfentiefe noch heute zur Optik dazu,der einzige Berührungspunkt zur Sensortechnik wäre die Bilddiagonale und damit die Unschärfekreise.Diese wären dann beim kleineren Sensor eigentlich kleiner und somit auch die Schärfentiefe.Ich könnte Dir dazu auch die nötigen Formeln usw. angeben aber ich denke mal das weißt Du schon alles.

Viele grüsse aus dem schönen Bayern

Nick Krause

Für einen solchen Vergleich nehme ich einfach nur meine neue Vollformatkamera,in der kann ich dann den Cropfaktor (APS)einstellen, und erhalte dann genau dasselbe Bild wie mit meiner älteren APS Kamera.Wohlgemerkt bei gleichen Einstellungen und ohne daß ich wie Du behaupten würde,die Schärfentiefe wäre herstellerspezifisch.