Vor der Halbinsel Paracas in Peru liegen die Islas Ballestas (auch „Balestas“ geschrieben) – kleine, schroffe Felseninseln, die für zwei Dinge berühmt sind: eine überwältigende Tierwelt und ihren Guano, den Vogelkot, der Peru einst reich machte.
Die Islas Ballestas: Guano-Inseln vor Paracas
Die Islas Ballestas liegen etwa 8 km vor der peruanischen Küste und sind zusammen nur rund 0,12 km² groß. Von Paracas aus erreichst du sie mit dem Speedboot; die Touren finden täglich statt. Frag den Anbieter vorher, ob die Tour auf Englisch begleitet wird – sonst sitzt du in einem Boot, in dem nur Spanisch gesprochen wird, und verpasst die Infos. Eine Kopfbedeckung und starke Sonnencreme sind Pflicht.
Was ist Guano – und warum machte er Peru reich?
Guano ist der Dünger aus dem Gartenmarkt – und tatsächlich nichts anderes als Vogelkot. Er ist reich an Stickstoff und Phosphorsäure, also genau den Stoffen, die Pflanzen wunderbar wachsen lassen. Auf Inseln mit riesigen Vogelkolonien sammelt sich davon so viel an, dass sich der Abbau lohnt.
Mitte des 19. Jahrhunderts exportierte Peru so viel Guano, dass ein Großteil des Staatshaushalts davon bestritten wurde. Der künstliche Stickstoffdünger wurde nämlich erst 1908 vom deutschen Chemiker Fritz Haber entwickelt – bis dahin wurde Peru reich durch Vogelkot.
Wie der Guano abgebaut wird
Auch heute wird noch etwa alle vier Jahre geerntet. Auf den Inseln stehen deshalb Unterkünfte für die Arbeiter, die ein paar Wochen bleiben und eine rund 40–60 cm dicke Guano-Schicht abtragen.


Die Tierwelt der Ballestas-Inseln
Schon bei der Ankunft siehst du: Hier sind die Tiere überall. Vögel sitzen zu Tausenden auf den Felsen und ziehen in dichten Schwärmen über den Himmel. Obwohl die Inseln winzig sind, beherbergen sie eine erstaunlich vielfältige Fauna:
- Guanotölpel und Guanokormorane
- Meerespelikane (u. a. der Chilepelikan)
- Inka-Seeschwalben und weitere Vogelarten
- Humboldt-Pinguine
- Seelöwen und Südliche Seebären (Ohrenrobben)

Seelöwen und Seebären
Auf den ersten Blick sehen alle Robben gleich aus. Bei näherem Hinsehen wird klar, warum die Seebären und Seelöwen hier zu den Ohrenrobben zählen: Anders als der Seehund (eine Hundsrobbe) haben sie außen liegende Ohren. Auf den Ballestas-Inseln liegen sie zu Hunderten überall, wo sie ihre Nase in die Sonne recken können – am Strandabschnitt ebenso wie auf dem kleinsten Felsen, Hauptsache oberhalb des Wassers.

Die Seelöwen und Seebären sind ausgesprochen mitteilungsfreudig: Zwischen den Inseln schallt ihr Ruf hin und her, fast wie ein 360-Grad-Surround-Sound. Manchmal schwimmen sie bis nah an die Boote heran.
Die Vogelwelt
Darf ich vorstellen: die Guano-Produzenten der Ballestas-Inseln. Vom großen Pelikan bis zur kleinen Inka-Seeschwalbe findet sich hier alles ein, was fliegen kann.






Fotografisch: Ausrüstung & Tipps für die Bootstour
Ich hatte ein Superweitwinkel und ein Tele bis 200 mm dabei (an einer APS-C) – und beides war gut so:
- Die Bootsführer fahren nah an die steil abfallenden Felsen heran. Da hilft das Superweitwinkel, um auch mal einen größeren Teil einer Insel ins Bild zu holen. Blende 8–11 sorgte für genügend Schärfentiefe, Sonne und ISO-Automatik für kurze Belichtungszeiten.
- Das Tele hätte länger sein dürfen – einzelne Tiere zu porträtieren war kaum möglich. Ein längeres Tele wäre hier ideal gewesen. Bei Blende 5,6 ließen sich die Tiere etwas vom Hintergrund freistellen.
Im schaukelnden Boot, mit wechselndem Licht und beweglichen Motiven entscheidet vor allem, wie sicher du Blende, ISO und Brennweite im Griff hast. Wenn du genau da souveräner werden willst – damit nicht die Technik, sondern du über das Bild entscheidest – hilft dir mein Angebot, deine Kamera wirklich zu verstehen.
Praktisch: Anreise, Tour und Rückfahrt
Nach etwa zwei Stunden bist du wieder im Hafen von Paracas. Die Schnellboote schütteln dich und deine Kameratasche kräftig durch – für Seekranke also nichts. Dafür siehst du entlang der Pazifikküste reichlich Schiffsverkehr, und direkt vor Paracas liegt das eine oder andere Schiff vor Anker, gut für ein Foto. Auf dem Rückweg legen die Boote meist noch einen Halt bei der berühmten Sandzeichnung El Candelabra ein.

Die Islas Ballestas sind den Abstecher wert. Nicht nur für Fotografen bietet die Tierwelt atemberaubende Eindrücke – manchmal wusste ich gar nicht, wohin ich zuerst sehen sollte. Das Konzert der Robben, das perfekte Wetter und die kundigen Reiseführer machten den Tag zu einem, an den ich noch lange zurückdenke.
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Im Moment vor dem Auslösen bleibt selten Zeit, einen Artikel nachzulesen. Deshalb passt die Kamera-Entscheidungskarte auf ein Blatt: vorn fünf Entscheidungen in fester Reihenfolge, hinten eine ruhige Fehlersuche für den Fall, dass ein Bild nicht klappt. Danach schreibe ich dir regelmäßig, worauf ich beim Fotografieren achte und wie ich Entscheidungen treffe.

Hallo Karsten, wunderschöne Fotos von deiner Reise. Danke schön
Immer wieder gerne! 🙂
Klasse, ich war da noch nicht, aber am peruanischen Pazifik schon, einfach toll!
Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu! 🙂
wunderschöne Fotos von deiner Reise, ich war da aber noch nicht
Was nicht ist, kann ja noch … 🙂
Hallo Karsten,
wie immer bin ich begeistert von deinen tollen Fotos….Was für eine Brilliants, tolle Farbverhälnisse in den Bildern, hast du vor Ort einen bestimmten Filter benutzt!?
Und danke für die knackige, kurze Berichterstattung… es ist toll dich auf diesem Weg zu begleiten ? Ich war noch nicht dort, wäre aber durchaus sehr interessant ?
Dir/euch noch ein frühlinghaften, sonnigen Sonntag
Mit lieben Grüßen nach Hamm,
Rita
Bei einigen habe ich einen Polfilter verwendet. Den Rest habe ich in Lightroom optimiert, wie du es in meinem Lightroom-Onlinekurs lernen kannst.
Dir auch einen schönen Sonntag! 🙂
Hallo Karsten !
Ein interessanter Reisebericht und supertolle Fotos – WHOW !!! Vielen Dank dafür !
Ich war leider noch nicht da.
Danke, Barbara. 🙂
Hallo Karsten!
Toller Bericht und Bilder ! Bin begeistert!
In Peru war ich auch noch nicht, mach mich erstmal auf den Weg in die Adria mit dem Schiff. Hoffe, deine Tipps dort umsetzen zu können.
Schönen Sonntag!
Marion
Ich danke dir. Einen schönen Urlaub! 🙂
Hallo Karsten,
toller Bericht mit natürlich super Fotos. Waren noch nicht dort, aber macht sehnsüchtig. Nicht ganz vergleichbar aber näher ist der Bass Rock in Schottland mit ca 50000 Brutpaaren von Basstölpeln, muss man erleben wenn man in Schottland reist.
Viele Grüße Kurt
Danke dir. 🙂
Bass Rock, Schottland, gemerkt!!
Ein paar meiner Teilnehmer hatten mich schon gebeten, mal eine Fotoreise dahin zu organisieren. Mal sehen… 😉
Hallo Kasten,
ich kann nur sagen -Whow -! Ein toller interessanter Reisebericht und herrliche Fotos. Leider hatte ich noch nicht die Möglichkeit, nach Peru zu reisen. Aber wie sagst du so treffend, was nicht ist, kann ja noch……
Viele Grüße und eine schöne sonnige Woche
Bärbel
Die wünsche ich dir auch! 🙂
Hallo Karsten,
wie immer ein toller Reisebericht mit super Fotos. Ich freue mich immer, von dir zu lesen und Anregungen für meine Reisen zu bekommen. Ich bin schon gespannt, was du als nächstes vorstellst.
Viele liebe Grüße
Conny
Danke dir. 🙂
Pssst, nicht verraten: Ich arbeite gerade an weiteren Berichten von dieser Perureise, danach kommt Norwegen dran. 🙂
!1
🙂
Hallo Karsten!
Sehr schöne Fotos und interessanter Bericht.
So weit bin ich zwar noch nicht gereist aber Landschaftsaufnahmen liebe ich auch.
Tiere ja sowieso ganz besonders.
Deine Infos sind toll geschrieben und leicht verständlich, danke
für die klasse Arbeit.
Vielleicht hast du ein Tipp für mich!
Ich habe letzt eine Hunde Gruppe fotografiert mit 3 Hunden.
Der vorderste war etwas unscharf und die beiden, anderen scharf.
Ich hatte Spotmessung mit der Canon und und Blende 4.
Welche Blende empfiehlst du und welches Messfeld?
Vielen lieben Dank im Voraus.
LG Marina
Hey Marina, danke für das Lob! 🙂
Ja, ich gebe dir gerne ’n Tipp. Damit du aber einen Lerneffekt hast, stoße ich dich nur mit der Nase drauf, es anwenden musst du selbst. Ok?
Was den Autofokus anbetrifft findest du hier die Lösung: https://www.karsten-kettermann.com/blog/autofokus
Damit alle Hunde scharf werden, beschäftige dich mal bitte mit diesem Schärfentieferechner: http://digicam-experts.de/schaerfentiefe.php
Neben den von dir gemachten Angaben braucht es nämlich noch ein paar weitere Infos, um wirklich qualifiziert etwas dazu sagen zu können.
Sobald du die Lösung gefunden hast, berichte hier bitte. Mal sehen, ob du drauf kommst… Und andere sollen ja auch was davon haben. 😉
Hallo Karsten! Vielen Dank für Deine Antwort und die Links:)
Jetzt weis ich was ich falsch gemacht habe 🙂
Woher soll die Kamera wissen was ich scharf haben will?
Ich hätte den Fokus auf den vordersten Hund einstellen sollen und ein anders Messfeld. Das habe ich auch ausprobiert und es hat funktioniert.
Aber die Blende hatte ich auf ca. 8. Bei Blende 2.0 z.B würde das nicht gehen. Zumindest wüsste ich nicht wie.
Der Link mit der Schärfentiefe muss ich mir mal genauer ansehen.
Vielen Dank noch mal für deine Infos 🙂
LG Marina
Na, guck!! 🙂
Kaum macht man was richtig, schon funktioniert’s! 🙂
Wenn du den Schärfentiefenrechner bemühst, finde heraus, welche Blende du brauchst, um alle drei Hunde scharf abzubilden: Schau dir vorher also die Hundegruppe von der Seite an und schätze ab, wie lang der Abstand zwischen der vordersten Hundeschnauze und der hintersten Schwanzspitze ist. Erst wenn du diesen Abstand hast, kannst du herausfinden, welche Blende zu dazu benötigst.
Machen und berichten!
Vielen Dank Karsten 🙂
Ich werde in Zukunft mal genau darauf achten und mich mich mit dem
Schärfentiefenrechner befassen 🙂
Die ein schönes Wochenende.
LG Marina
Gerne. 🙂
Du weißt ja: Kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s! 🙂
Hallo Karsten,
wie witzig, dass ich letztens im Zoo genau diese 3 Tierarten ablichten durfte:
* Inka-Seeschwalben
* Humboldt-Pinguine
* Seelöwen
und mir noch dachte, dass ich die gerne mal „in Echt“ sehen würde. Da bin ich noch gar nicht darauf gekommen, dass Du ja in Peru warst und die dort live erlebt hast. Ich kann mich nur noch an die tollen Bergpanoramen erinnern.
Das Foto mit den Seelöwen auf dem Tanker finde ich preisverdächtig, das ist ganz großes Kino.
Liebe Grüße,
Silke
Dank dir. 🙂 Ja, Peru war sehr vielfältig. Musste unbedingt mal hin … 🙂
Da hast du uns wieder einen schönen und interessanten Bericht gemacht. Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung der Bilder. Ich hoffe Du machst noch mehr Urlaubstage dieser Art. Gruss Michael
Danke, Michael. Ich werde mein Bestes dafür tun! War klasse. 🙂
Super interessanter Reise-Bericht mit grandiosen Fotos!
Grüße
Ich danke dir! 🙂
Ich war letzten Monat dort und war ziemlich enttäuscht. Es waren kaum Tiere zu sehen, nur wenige Seelöwen, 4- 5 Pinguine, einige Blaufußtölpel. Es wurde mit „das Galapahos Perus“ geworben. Ich weiß nicht, woher man sich das Recht nimmt, die Ballestas mit Galapagos zu vergleichen. Unterschiedlicher können 2 Inselgruppen kaum sein, außer, dass dort ähnliche Tiere leben.
Die geringe Anzahl der gesichteten Tiere mag mit der Jahreszeit zusammenhängen. Ich war zum Beginn der Regenzeit (November) dort.
Insgesamt war Peru aber ein tolles Land mit vielen Facetten. Ich werde nochmals hinfliegen, das ist sicher. Die Ballestas werde ich nicht mehr berreisen.
Hallo Martina,
als ich da war, war der Himmel oft schwarz vor lauter Vögel…
Vielleicht herrscht ja auch da die Vogelgrippe??
Ja, Peru war klasse. Aber die Reise per Flugzeug ist für 2-Meter-Menschen immer eine Tortur! :-/