Die Wahrheit über scharfe Objektive

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Ein paar harte Wahrheiten direkt zu Beginn, damit du weißt, worum es geht: Nicht das Objektiv macht das gute Foto, sondern du. Objektivschärfe ist die am meisten überbewertete Eigenschaft – sie hat erstaunlich wenig damit zu tun, ob deine Fotos scharf und gut werden.

Du suchst eigentlich eine Bestenliste oder einen Testsieger? Dann ist das hier zunächst eine Enttäuschung – und gleich danach die bessere Nachricht: Eine Bestenliste hilft dir kaum weiter, denn fast jedes aktuelle Objektiv ist, richtig eingesetzt, sehr scharf. Worauf es wirklich ankommt, liest du hier:

  • Objektive waren seit den Anfängen der Fotografie scharf – vorausgesetzt, sie wurden richtig eingesetzt. Auch heutige Kitobjektive sind, richtig genutzt, sehr scharf (mehr dazu in meiner Kitobjektiv-Empfehlung).
  • Labortests mit Siemenssternen in steriler Umgebung sagen über das Fotografieren on location wenig aus. Sie lassen sich nur gut in Charts und Grafiken zeigen – das wirkt wissenschaftlich und verkauft Zeitschriften.
  • Wenn zwei intakte Objektive im Test ein paar Punkte auseinanderliegen, heißt das nicht, dass du mit dem „schärferen“ bessere Fotos machst. Dein Anteil über Handhabung und Bildgestaltung ist viel größer.
  • Du machst bessere Fotos, wenn du lernst, mit dem, was du hast, gut zu fotografieren, statt dir Gedanken übers Equipment zu machen.
Stimmungsvolles Landschaftsfoto mit leuchtenden Bäumen
Scharf und gut wollen wir beide. Aber entscheidet die Objektivschärfe wirklich darüber, ob ein Foto gut ist?

Was ein Objektivtest wirklich misst – und was nicht

Jedes Gerät hat Grenzen. Wenn ich Equipment neu kaufe, führe ich es zuerst an seine Grenzen, mache mir eine Notiz – und fotografiere danach einfach im Rahmen dieser Grenzen, ohne weiter darüber nachzudenken. Viele machen es umgekehrt: Sie testen, geraten an eine Grenze und glauben dann, sie hätten ein defektes Objektiv. Dabei haben sie nur zu genau hingeschaut.

Unfaire Testbedingungen

Ein Objektiv kann an einer Ziegelwand oder einer Zeitungsseite kläglich versagen – und am nächsten Morgen das Foto deines Lebens machen, wenn bei Sonnenaufgang für einen Augenblick alles passt. Ziegelwände haben nichts mit echten Motiven zu tun. Tests zeigen vor allem, dass Objektive bei großen Blenden (etwa 1,4) schwächere Werte liefern – woraus der Testleser dann „beweist“, das Objektiv tauge nichts.

Im echten Leben arbeiten aber nur wenige Fotografen bei vollem Sonnenschein mit Blende 1,4. Blende ein, zwei Stufen ab, und dasselbe Objektiv ist überragend – sogar in den Ecken. Und dort, wo du die Offenblende wirklich brauchst (bei wenig Licht), ist die Eckenschärfe meist egal, weil die Ecken ohnehin dunkel sind und das Hauptmotiv nicht dort liegt.

Selbst die nach MTF-Kurve „schärfsten“ Objektive – die langen Telebrennweiten – nützen dir wenig, wenn zwischen dir und dem Motiv Atmosphäre, Dunst und Staub liegen. Ein scharfes Foto braucht gutes Licht, reine Luft, sauberes Scharfstellen und einen Fotografen mit einer Vision. Die häufigsten Gründe für unscharfe Fotos sind mangelnde Schärfentiefe, unsauberer Fokus und Bewegung – nicht das Objektiv.

Fazit 1: Objektivschärfe muss uns in der echten Fotografie kaum kümmern.

Praxistipp: Gute Fotografen vermeiden scharfe, kontrastreiche Bildelemente in den Ecken – sie ziehen den Blick aus dem Bild heraus. Wenn ein Objektiv am Rand also etwas unschärfer zeichnet, ist das fast egal, weil dort ohnehin nichts Wichtiges liegen sollte.

Warum Objektivschärfe in der Praxis überbewertet ist

Schon zu analogen Zeiten brauchte es einen Abzug von mindestens 50 × 70 cm, um Objektivschärfe überhaupt beurteilen zu können – die meisten betrachteten ihre Schärfe aber an 10 × 15-cm-Bildchen. Selbst einfachste Kameras lieferten dafür längst genug Schärfe. Das gilt heute noch mehr: Die meisten Menschen unterschätzen, wie gut schon einfaches Equipment ist.

Optimaler Betrachtungsabstand: Üblicherweise ist das Doppelte der Bilddiagonale der optimale Betrachtungsabstand. Beispiel: Ein 60 × 90-cm-Foto hat eine Diagonale von rund 108 cm – mal zwei ergibt 216 cm. Aus diesem Abstand betrachtet ist das Foto scharf. Nimmst du stattdessen eine Lupe und rutschst auf dem Abzug herum, wirst du zwangsläufig unglücklich.

Objektive richtig einsetzen: der nutzbare Blendenbereich

(Für die folgenden Werte nehme ich das APS-C-Format als Beispiel; bei anderen Sensorgrößen verschieben sich die Blendenwerte.)

Die meisten Objektive haben ihre beste Schärfe, wenn du 2–3 Blenden von der größten Blende abblendest. Ein Objektiv mit Blende 1,4 setzt du also optimal bei Blende 2,8–4 ein – das minimiert Abbildungsfehler und Vignettierung. Verwende deshalb nie die offenste Blende, aber bei APS-C auch keine kleinere als Blende 16, sonst kostet dich die Beugungsunschärfe wieder Schärfe.

Der wahre Unterschied zwischen Objektiven ist genau dieser nutzbare Blendenbereich, in dem ein Objektiv perfekt arbeitet. Deshalb zahlen Fotografen viel Geld für bessere Objektive – nicht, weil sie im Labor besser wären, sondern weil sie über einen größeren Blendenbereich optimal einsetzbar sind und nicht so schnell an ihre Grenzen geraten.

Kitobjektiv vs. lichtstarkes Objektiv

Vergleich ein einfaches Kit-Zoom (etwa 3,5–5,6/18–55 mm) mit einem lichtstarken (2,8/18–55 mm), beide bei 55 mm. Blendest du je 2 Stufen ab, erreicht das Kitobjektiv seine optimale Schärfe erst bei Blende 11 – der nutzbare Bereich liegt also nur zwischen 11 und 16, gerade zwei Blenden. Das lichtstarke Objektiv ist dagegen schon bei Blende 5,6 rattenscharf; sein nutzbarer Bereich reicht von 5,6 bis 16, also doppelt so weit. Genau das – nicht ein höherer Schärfe-Punktwert – ist der Grund, warum sich ein teureres Objektiv lohnen kann.

Fazit 2: Schaust du bei Objektiven nur auf die Schärfe, schränkt dich das unnötig ein. Knackscharfe Fotos gelingen dir mit jedem Objektiv – auch dem Kitobjektiv.

Die 1:1-Ansicht-Falle in Lightroom

Kennst du die 1:1-Ansicht in Lightroom? Wenn du sie zum Schärfe-Beurteilen verwendest, schaust du „zu genau“ hin – kein Foto, egal mit welchem noch so teuren Objektiv, sieht in der 1:1-Ansicht zu 100 % knackscharf aus.

Lightroom in der 1:1-Ansicht, in der jedes Foto leicht unscharf wirkt
In der 1:1-Ansicht wirkt jedes Foto leicht unscharf – egal, wie teuer das Objektiv war.

Deshalb beurteile ich Schärfe nicht in der 1:1-Ansicht, sondern bleibe in der 1:2-Ansicht – da bekomme ich „mehr Schärfe fürs Geld“. Die 1:1-Ansicht nutze ich nur, wenn ich wirklich tief ins Bild muss, etwa für die Retusche von Hautunreinheiten; danach zoome ich gleich wieder heraus.

Objektiv selbst testen – und was es dir wirklich sagt

Willst du dein Objektiv trotzdem selbst prüfen, brauchst du keine teure Testtafel: Fotografier eine ebene, detailreiche Fläche (Zeitungsseite, Schachbrett oder einen Siemensstern) bei verschiedenen Blenden und schau, ab wann es am schärfsten ist – das ist dann dein nutzbarer Bereich. Sinnvoll ist außerdem ein Check auf Front- oder Backfokus: Stellst du gezielt auf einen Punkt scharf und liegt die Schärfe davor oder dahinter, kannst du das an vielen Kameras feinjustieren. Mehr als diese Grenzen verrät dir so ein Test aber nicht – über die Qualität deiner echten Fotos sagt er nichts.

Ich gebe es zu – auch ich baue Mist

Auch ich mache nicht immer perfekt scharfe Fotos. Meine Kamera ist toll, beim Scharfstellen aber eine echte Diva – sie erwartet einen gepflegten Umgang. Deshalb hatte ich für jedes Objektiv den Front-/Backfokus ausgetestet und die Korrekturwerte in die Kamera einprogrammiert.

Bei einem Shooting mit der wunderbaren Katja hatte ich dieses Autofokus-Korrektursystem aber komplett ausgeschaltet – gemerkt habe ich es erst zu Hause am Rechner. Ein Glück, dass es eine freie Arbeit war und kein Auftrag.

Porträt von Katja, durch Backfokus nicht ganz scharf auf den Augen
Technisch ist dieses Foto Mist – starker Backfokus, das Gesicht nicht wirklich scharf. Frag dich selbst: gutes oder schlechtes Foto? (Model: Katja)

Größe zählt aber doch etwas

Eines stimmt: Innerhalb eines Sensorformats ist die erreichbare Schärfe durch dieses Format begrenzt. Selbst die beste APS-C-Kamera ist nicht so „scharf“ wie eine mittelmäßige Mittelformat-Kamera. Ist Schärfe wirklich dein einziges Ziel, hilft also nur ein größeres Sensorformat – das kostet allerdings deutlich mehr. Aber erwarte nicht, dass ein neues Objektiv innerhalb deines jetzigen Formats spürbar mehr Schärfe bringt.

Was beim Objektivkauf wirklich zählt

Es gibt eine Menge Kriterien für den Objektivkauf – Schärfe steht ganz hinten:

  • Wie fühlt es sich in den Händen an? Das verrät dir kein Test, das musst du selbst ausprobieren.
  • Stellt es schnell und zuverlässig scharf – und ist der Autofokus immer präzise?
  • Zoomt es gleichmäßig über einen sinnvollen Brennweitenbereich?
  • Hat es einen Bildstabilisator – und arbeitet der gut, ohne zu „flattern“?
  • Ist es zu groß oder zu schwer für die Touren, die du machen willst?
  • Sitzen die Bedienelemente gut, passen deine Filter ohne Vignettierung, ist es stabil gebaut, arbeiten alle Funktionen an deiner Kamera?

Schärfe vs. gutes Foto

Ein scharfes Foto hat wenig damit zu tun, ob ein Foto gut ist. Viele großartige Fotografen setzen bewusst Unschärfe ein, um eine Bildaussage zu schaffen – und auf Auktionen erzielen oft gerade die technisch „unperfekten“ Fotos die höheren Preise.

Unscharfe Nahaufnahme eines Orchideen-Blütenstempels
Für mich sieht dieser Orchideen-Blütenstempel aus wie ein Bruchpilot mit Lederhelm und Fliegerbrille. Ein gutes Foto – oder schlecht, nur weil es nicht scharf ist?

Ein gutes Foto hat eine Aussage und eine Wirkung. Je weniger ein Foto gleichzeitig sagen will, umso stärker sagt es das Eine. Von vorne bis hinten durchgehende Schärfe macht selten ein starkes Bild – sie zeigt oft zu viele Details, die nichts zur Aussage beitragen und den Blick des Betrachters ablenken. (Bei Landschaften, wo alles von vorne bis hinten scharf sein soll, ist das etwas anderes.)

Den größten Unterschied für die Wirkung eines Fotos macht also nicht ein kleiner, meist unsichtbarer Schärfezuwachs durch ein „besseres“ Objektiv – sondern dein kreativer Zugang zum Motiv. Genau dieser bewusste Blick fürs Motiv ist es, den du in Bewusster fotografieren Schritt für Schritt entwickelst – und der deine Bilder mehr verändert als jedes neue Objektiv.

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Toller Artikel und natürlich ist das Foto von Katja ein ganz Grosses! Wahnsinn, wie viel Zeit Du immer wieder investierst, um uns alle ein Stück schlauer und selbstbewusster zu machen. Danke Dir, ich habe wieder viel gelernt.
LG die Crazy Old Cat Lady

Klaus

Hey hey – gut gebrüllt Löwe 😉
Schärfe ist sicherlich nicht alles – wenn sie allerdings überhaupt nicht da ist, ist es auch schlecht. Mir ist mal ein Nikon Weitwinkelzoom vom Tisch gerollt. Seit dem ist es nicht mehr richtig scharf – nirgends.

Das ist aber möglicherweise beim freundlichen Nikonservice zu beheben.

Gruß und weiter so 🙂
Klaus

Sandra

Ui Karsten, das ist irgendwie unheimlich… kannst du Gedanken lesen? Habe mich gerade heute sehr intensiv mit dem Thema „Objektiv“ beschäftigt ( hatte allerdings nichts mit der Schärfe zu tun).

Dank dir bin ich mit meinem jetzigen wieder im Reinen ????, also vielen Dank ????????!

Liebe Grüße,
Sandra

Sabine

Bin ich froh, dass ich dein Webinar am 29.Februar mitmache! Nach diesem Artikel bin ich nämlich nur noch ein???
Ich dachte immer ich wäre einfach nicht in der Lage richtig scharf zu stellen. Und dann lese ich es gibt „Frontfokus“ und „Backfokus“ – noch nie was von gehört. Aberrationen, Vignetten, hää?

Auf ins Webinar und herzlichen Dank für die Arbeit, die du dir mit diesen Artikeln machst!

Gruss
Sabine

Jürgen Libertus

Hallo,
Danke für den Artikel. Während in vielen Fotozeitschriften seitenlange Tabellen mit Objektiv- oder Kamerawerten abgedruckt werden, die für viele eine Art Bibel darstellen, gehen andere hin und verkaufen jede Menge Fotobücher über New York mit überwiegend unscharfen Bildern. Mir wird in der Fotografie zuviel über Technik und Daten geredet, anstatt über Fotografie. Natürlich sollte man sich ein wenig darüber informieren, bevor man hunderte von Euro aus dem Fenster wirft. Aber was ich damit anstelle, liegt ausschliesslich bei mir. Auf den Bildern sieht man sowieso nicht womit sie gemacht sind. Was habe ich neulich mal gelesen „Nur das Bild zählt“ ob mit Kitscherbe für 100 € oder 1500€ Zoom. Alles nebensächlich wenn mich ein Bild anspricht.

grüße,
Jürgen

Sigrid Kleine- Limberg

Danke Karsten….Du hast mich Deinen Ansichten entspannt…..es muss nicht immer alles super scharf sein…..ich finde es viel interessanter wenn etwas „Leben“ in dem Foto ist…,Hund rennt…super scharf…Hintergrund verwischt….,,
L.Gr. Sigrid

MfG Rainer

Wieder ein klasse Bericht von Karsten – weiter so, vielen Dank!

Monika Marino

War sehr interessant. Endlich mal jemand der Klartext redet .

Bärbel Hertrampf

Hi Karsten,
super Artikel, vielen Dank. Ich glaube, ich mache mir zu viele Gedanken über Schärfe oder Unschärfe meiner Fotos. Vielleicht sollte ich alles etwas entspannter angehen .Wir haben heute herrliches Wetter hier und ich beabsichtige, Leberblümchen zu fotografieren. Gibt es schon im Teutoburger Wald. Blümchen scharf, Hintergrund unscharf. Mal sehen, ob ich mit meinen Fotos heute abend zufrieden bin.

Gruss
Bärbel

Martina

Hallo Karsten,

Sehr informativer Beitrag zur Schärfe von Objektiven. Es kommt gut rüber, dass Technik nicht alles ist, sondern auch die Sichtweise jedes einzelnen. Weiter so….freu mich auf die nächsten Artikel:-).

Viele Grüße
Martina

Kay

Hallo Karsten,

vielen Dank für deine stets hochinteressanten Weiterbildungen. Modern ausgedrückt bin ich wohl jetzt ein follower von dir. 🙂

Doch jetzt spitzt sich für mich die Spannung und Überprüfung deiner ganzen Tipps zu. Lightroom liegt noch frisch in der Verpackung zu Hause. Nun sitze ich hier in Dubai im Hotel, Kamera komplett vorbereitet, das Objektiv war noch fix zur Reinigung (übrigens Top-Service von Tamron), das Stativ und der Fernauslöser sind eingepackt und der Graufilter gemäß deines Tipps ist zum ersten Einsatz bereit. Morgen um 9.00 Uhr geht’s rüber nach Abu Dhabi zur weißen Scheich-Zayid-Moschee mit greller Mittagssonne, wo das alles aufgefahren wird. Und wehe dir, ich habe auf dem Foto Menschen drauf! — ganz breites Grins.

Bitte setze deinen Newsletter-Unterricht genauso fort!

Viele Grüße,
Kay

lilli

hallo Karsten – bin treue leserin deiner kommentare – die sind alle bereichernd, sowohl technisch als auch künstlerisch – danke – bis zu dem nächsten mal – bitte höre damit nicht auf

viele grüsse
Lilli

Monika M.

Hallo Karsten,

also dieser Artikel hat mir eine ganz andere Sichtweise zum Thema gegeben.
Dafür meinen herzlichsten Dank.
Ich bin soooo froh diese Homepage gefunden zu haben, um endlich meinen Wissensdurst möglichst „alles aus einer Hand“ stillen zu können.
Bin mir sicher, daß ich mit Deinen künftigen Newslettern viel lernen kann. Werde also auch zu den „treuen Lesern“ gehören.

VG, Monika M.

Monika M.

Hallo Karsten,

habe das Thema hier noch mal für mich aufgegriffen. Habe mir vor ein paar Tagen ein neues Objektiv 100 – 400 mm, f/4,5-5,6. Habe damit schon ein bischen probiert. Die Brennweite von 400 mm + Crob sollte mir bei einer Safarie gute Dienste leisten. Ich gehe davon aus das man nicht allzu nahe an die Tiere rankommt.

Irgendwie fühlt sich diese Brennweite ein bischen befremdlich an. Auch das Schärfeergebnis ist eher bescheiden (nun natürlich nur aus meiner Sicht) Ich stehe ja von natur aus auf scharfe Motive (bezogen natürlich nur auf das Motiv).

Gibt es denn noch Tips und Tricks für lange Brennweiten, die zu besseren Ergebnissen führen könnten. ?

Der derzeitige Vollmond hat mich ebenfalls ermuntert die 400 mm mal auszutesten.
Habe natürlich an die Okular-Abdeckung gedacht 🙂
So richtig gut fand ich das Ergebnis nicht.
Ich hatte mal mit einer Bridgekamera mit digitalem Zoom bis 215 mm bessere Fotos geschossen als jetzt mit den 400 mm.

Wäre schön wenn es zum Thema „Besonderheiten bei langen Brennweiten“ etwas zu lesen gäbe.

Schönes WE, Monika

Sigrid

Toller Beitrag zum Thema Bildschärfe, ich gehöre auch zu denen, die zu genau hinschauen.

Albert

Wer keinen Blick hat, dem nützen auch die teuersten Objektive nichts – aber Sie haben recht, irgendwie müssen die teuren Flaschenböden ja verkauft werfen.

Torsten

Interessanter Artikel mit breiter Aussage und großer Wirkung auf dem Betrachter der üblichen subtilen verstaubten heutigen Fotografie die zualle dem noch Konsum durchströmt ist.

Andy

Danke für den Beitrag. Ich bin auch so einer, der gerne seine Bilder in der 1:1 Ansicht in Lightroom unter die Lupe nimmt, und dann irgendwie enttäuscht die Kiste wieder ausmacht.
Werde jetzt mal mit einer anderen Sichtweise an die Sache rangehen ? und die Kiste danach zufriedener ausschalten 😉

Andy

Obwohl ich sagen muss, dass mit meinem neuen Canon 10-18 (für schlappe 200 eur) dieses Wochenende selbst in der 1:1 Ansicht viele gute Fotos dabei sind …… da war ich positiv erstaunt . Aber trotzdem werde ich diese Ansicht nicht mehr als Hauptkriterium für die Beurteilung meiner Bilder nehmen ?

Richard Hofmann

Vielen Dank auch von mir! Sie sprechen mir aus der Seele!
Ich persönlich war eigentlich immer begeistert von der (relativen) Qualität meiner Kit-Objektive. Und als ich für eine 500mm – Festbrennweite für 150€ (neu) eine sehr positive „Rezension“ geschrieben habe, kamen schon Kommentare, die mich daran zweifeln ließen, ob ich überhaupt Augen im Kopf habe.
Dass man bei dem Preis an Grenzen stößt sollte eigentlich klar sein. Aber es hat halt auch nicht jeder das nötige Kleingeld.
Grüße – Dr. Richard Hofmann

Reinhard Becker

Interessante Ansichten, die ich zum Teil voll unterstützen kann.

Ich bin vor 2 Jahren komplett von Canon FF auf Olympus MFT umgestiegen, was meine Kollegen aus dem Fotoclub anfangs mit sehr viel unverständnis aufgenommen haben. Ich hatte zu den Anfängen von MFT auch keinen Gedanken daran verschenkt, hatte mir dann aber 2011 eine Lumix G3 zum „spielen“ gekauft. Dabei habe ich dann festgestellt, dass die Ergebnisse nicht schlecht sind. Außerdem gab es systembedingt keinen Front- oder Backfokus, was mich auch immer genervt hat!

Der letzte Test war dann mit der Olympus E-M5II und etlichen Drucken in A2. Keiner in meinem Club konnte die Bilder eindeutig der Canon (21MP, FF) oder Olympus (16MP, MFT) zuordnen! Auf dem Bildschirm in 100% kann man die Bilder vielleicht noch zuordnen, bei Drucken in A2 aber nicht mehr. Mehr brauche ich nicht

Die Objektive machen aber schon einiges aus. Auch wenn die heutigen Objektive viel besser geworden sind und ich auch einige „günstige“ Linsen aus Gewichtsgründen einsetze, sind die Ergebnisse mit den besseren (und teureren) Objektiven doch meist besser. Aus dieser Erfahrung komme ich zu dem Ergebnis, dass es schon noch deutliche Unterschiede bei den Objektiven gibt.

Hängt aber auch stark von den Motiven ab: Landschaftspanoramen oder auch Architektur verträgt keine unscharfen Ränder und Ecken. Was bei Portraits überhaupt nicht auffällt kann bei einem Gebäude, Innenraum oder einer Landschaft schon massiv stören!

Daher gilt für mich: Eine gute MFT kann durchaus bessere Bilder liefern als eine Vollformat, speziell wenn schlechte Objektive an der Vollformat im Einsatz sind. Und davon gibt es aus der Historie noch verdammt viele…

Jan Hendrik Melcher

Toller Artikel, der mir die Augen geöffnet hat, insbesondere beim Punkt der Grenzen, die jedes Objektiv hat und die man kennen sollte, ebenso wie seine Stärken. Hatte mich monatelang mit diversen Kommentaren zum Zeiss E-Mount 16-70mm auseinandegestzt, die immer wieder die Schärfeleistung des Objektivs kritisierten. Dies hat mich bis jetzt immer von einem Kauf abgeschreckt. Würde mich trotzgem interessieren, ob diese Objektiv angesichtes des hohen Preises wirklich empfehlenswert ist.

Fabian

Danke für diesen Artikel der einen wieder auf den Boden zurückholt!

Ich habe erst vor kurzem – zum Aufstieg vom 1″ Segment- eine Sony SLT gebraucht gekauft.
Wann immer man etwas über Objektive liest stolpert man ständig über den Schärfebegriff und ständig funkt einem dann dieser Gedanke dazwischen wenn man dabei ist, sich das nächste Objektiv auszusuchen.
Der suggerierte Tenor: nur extra-scharf taugt, alles andere ist für die Tonne 🙁
In Wirklichkeit war ich jedoch sehr angetan und überascht davon, was schon das Kit-18-55 schärfemäßig leisten kann… wenn man sich der Grenzen bewusst ist.

Fabian

Sergio

Hallo Karsten,
habe dein Artikel zufällig entdeckt. Ich gebe Dir Recht – es gibt keine „unschärfe“ Objektive. Aber… Es gibt viele dezentrierte Objektive. Und das ist, was die meisten Kunden unter „unscharf“ meinen. Und wenn auf einem Foto vom Ziegelwand und Blende 1,8-2,8 sehen die Mitte und eine Seite relativ harmonisch aus (und ich meine damit – nicht unbedingt gleich scharf!), aber die andere Seite sieht ziemlich unscharf im Vergleich zu den anderen Seite aus, dann schreiben die Leute negative Rezensionen auf Amazon und schicken Objektive zurück. Was ich durchaus nachvollziehen kann bei Objektivpreisen ab 800 Euro aufwärts.
Danke für tollen Artikel!

Dieter Gröning

Hallo, ich habe ein Problem, vielleicht kann mir jemand helfen?!
Sony 16-80 mm, 1:3,5-4,5 ZA, Stangenantrieb defekt, Fokusführung muß mit Modifikations Kit repariert werden, KV 960,- € wobei ein neues nur 740,- € kostet.
Anzahlung für KV und Versand bereits 50,- € geleistet, wobei die bei unreparierter
Rücksendung verloren sind, aber was soll ich mit einem defekten Objektiv?
Bei „Verschrottung“ erhalte ich 25,- € zurück. Was soll ich tun? gibt es kostengünstigere Reparaturfirmen oder Amateure, die so etwas machen?
Danke im Voraus für eine Rückmeldung.

Ivan

Hallo,
ist ein super Artikel. Man vergisst schnell, dass die Schönheit eines Fotos immer im Auge des Betrachters liegt und nicht am benutzten Werkzeug.

Wollte mir ein neues Objektiv zu legen aber nach dem Artikel, werde ich erstmal meine alten Schätzchen wieder mehr nutzen und sehen was die Person hinter der Kamera so drauf hat. *lach*

Weiter so…..

Ludger Jaegerskuepper

Hi Karsten,
ich mag deinen praktischen Ansatz zum Thema, anstatt der ganzen Datenklopperei, die von vielen Autoren bevorzugt wird. Wer Fehler wirklich sucht, wird immer welche finden. 🙂 Rasche Frage zum Thema dazu und deine Einschätzung: Ich habe eine Canon 80D also mit ASP-C Faktor, habe mir aber in den letzten Jahren zwei Vollformat Objektive gekauft, weil ich sicherlich in Zukunft mal auf Vollformat umsteigen werde (wenn das Kleingeld angesammelt ist). Nun kommt es mir manchmal so vor, als seien die Bilder mit den teureren Vollformat L-Objektiven keineswegs besser als mit dem EF-S 60mm Makro Objektiv, das ich auch noch nutze. Kann es sein, dass ASP-C Sensoren im Durchschnitt schärfere Bilder mit Objektiven machen, die nur für diesen Sensortyp gebaut wurden als mit L-Objetiven oder bilde ich mir das einfach nur ein. 🙂
Danke für deine Einschätzung!
Liebe Grüße
Ludger

Alex

Ich muss gestehen, ich bin hier gelandet, weil ich nach einem Testbild gesucht habe, um die Schärfe meines Objektivs zu testen… mea culpa.

Dein Artikel hat mir tatsächlich die Augen geöffnet und ich habe mich leider ganz schnell dabei ertappt, wie ich mein bisheriges Verhalten in deinen Schilderungen wiedererkannte (100% Ansicht – oder sogar noch näher – und nach Unschärfen suchend, usw.).

Walthari PASTERNAK

Danke KARSTEN KETTERMANN!

Deine Arbeit: Die Wahrheit über scharfe Objektive
ist sehr Lehrreich und lässt Tief blicken,

Freue mich,
das es Menschen gibt,
die sich mit solchen Themen auseinander setzen.

Karsten Heimbach

Hallo Karsten,

Danke für die aufschlussreichen Informationen, die in vielen Aufnahmesituationen zu anforderungsgerechten Ergebnissen führen werden. Ich bin auf der Seite gelandet, um herauszufinden, ob die hohen Abbildungsleistungen z.B. der Vollformat-Sensoren (D 850 oder 5DS) von Macro-Objektiven überhaupt hinreichend „bedient“ werden können oder ob (die in Tests festgestellte?) Linienanzahl eines Objektivs den Informationsgehalt limitiert. Oder hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun?

Danke und Grüße,
Karsten

Christine

Hallo Karsten,

ich bin total begeistert von Ihren Artikeln und Stellungnahmen! Da ich wohl oder übel zu den Tiefenschärfe-Junkies zähle, mache ich mir das Leben manchmal selber schwer. Seit wenigen Wochen habe ich eine neue Nikon D7500 und erlerne nun die Kamerafunktionen erst richtig. Ihre wunderbaren Erklärungen helfen mir viel dabei. Schade, dass Sie soooo weit weg von mir sind sonst würde ich einen Fotokurs bei Ihnen besuchen.
Liebe Grüße aus dem Süden (vom Bodensee)!
Christine

Stefan Grimm

Hallo Karsten,
ich muss dir doch bei dem Punkt der Schärfeerfordernis in der Ana!ogfotografie ein wenig wiedersprechen: hier war es eben nicht so, dass man sich aus Preisgründen nur Bilder bis 24 x 36 cm ansah. Es gab die Möglichkeit von Diafilmen, welche meist auch von Profis genutzt wurden. Hielt man Diavorträge, so wurde häufig auf 2 x 2 m Leinwände und größer projiziert. Ich kann dir sagen, ein Canon FD 50 mm 1.4 war auch bei Blende 2.0 noch sehr kontrastarm und nebelig unscharf. Ein 50 mm 1.2 war dann bei f 2.0 schon eine andere Welt. Das konnte wirklich jeder sofort sehen (und kritisch anmerken). Und wer kauft schon eine Festbrennweite mit f 1.4, um mit 2.8 zu fotografieren?
Genau in diesem Bereich, also dort wo Offenblenden gefragt sind, gibt es nach wie vor große Unterschiede. Allerdings, man kann auch die leichte Unschärfe eines EF 50 mm STM bei f 1.8 genau als solche nutzen, wenn man diese z.B. bei Gegenlichtporträts gestalterisch nutzt.

Grüße von Stefan

J. Fuhrmann

Hallo Karsten,
es stimmt soweit alles was Du schreibst, jedoch:
es gibt Leute, die mögen Schokopudding mit Mandeln, andere lieben den Rollmops. Und dann gibt es jene Leute, die daraus den Schluß ziehen daß Rollmops mit Schokoladenpuddig das Maß aller Dinge sei.
Geknippst habe ich seit meinem 12. Lebensjahr und in den letzten 25 Jahren vor der Rente war ich professionell in der Dokumentation tätig. Mein Fazit: kaum jemand macht sich Gedanken darüber WAS fotografiert werden soll. Kaum jemand informiert sich vorher über die Grundlagen für sein Anliegen. Letztlich wird zum Segen der Industrie gekauft was gut und teuer ist, und was vor allem etwas her macht. Der Romantiker wird dann mit allerlei Tricks und Hilfsmitteln die Schärfe eines teuren Objektivs vernichten und es dann soften nennen, während ein Reprograph durch technische Möglichkeiten noch den letzten Tic in die Aufnahme hinein bekommen möchte. Es ist eben so, daß die Aufgabenbereiche und Möglichkeiten in der Fotografie ( die rein persönlichen Auffassungen lasse ich mal aus ) so weit gefächert sind daß es lohnt sich vorher gründlich zu informieren. Es spart Geld, Zeit und Nerven.

J. Fuhrmann

Na dann vielleicht nur als eine Form der Meditation?
Machen Maler schon seit ewigen Zeiten.
Einen Versuch ist es immerhin wert- wenn man sonst
keine Ideen (mehr) hat.

Jonas

Bei diesem Thema sollte man vor allem den Zusammenhang zwischen Auflösungsvermögen von Objektiven + Sensoren und dem Auflösungsvermögen von den darzustellenden Medien verstehen. Ein Foto kann man mit unterschiedlichem Betrachtungsabstand auf einem Handy, ausgedruckt auf Fotopapier, auf einem 65″ 8K HDR TV, auf einer Großbildleinwand und weiteren Medien betrachten. Wenn ich also die technischen Hintergründe kenne, muss ich mir lediglich die Frage beantworten: auf welchem zukünftigen Medium soll mein Foto dargestellt werden können und wie sind die Grenzen von diesem Medium, denn nicht nur Idioten finden Grenzen. Dann kann man sich auch ausrechnen, ob das Auflösungsvermögen bzw. die physikalische Schärfe ausreichend ist. Hierbei muss man u.U. auch das Freistellen berücksichtigen. Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, sollte man darüber hinaus auch Kenntnisse über den Schärfeeindruck und den Einfluss von Schärfe besitzen. Zudem sollte man sich mit Schärfe als gestalterisches Mittel befassen. Wer das alles verstanden hat, kann SELBST beurteilen, welche Gewichtung das Schärfekriterium hat. Wen das alles nicht interessiert, weil man einfach nur gerne fotografiert, der kann sich beim Objektivkauf auch professionell beraten lassen, anstatt in irgendwelchen Test-Zeitschriften zu wühlen oder sich die Datasheets der Hersteller durchzulesen. Ich kann die Intention des Beitrags verstehen und er zielt vermutlich auch auf eine bestimmte Lesergruppe. Ich hätte es trotzdem schöner gefunden, wenn die Thematik etwas tiefgründiger und sachlicher verpackt worden wäre.

Paul

Hallo,
es wird sehr viel, sehr überbewertet um viel Geld zu verdienen. Warum soll es bei Objektiven anders sein?!
Mein einziges Objektiv ist ein gebrauchtes MFT Olympus Objektiv 40-150 mm F4.0 – F5.6 für alles weitere Festbrennweiten. Am liebsten fotografiere ich mit der Festbrennweite. Ich finde man setzt sich viel intensiver mit der Bildgestaltung auseinander. Gruss Paul

Laurenz

Jetzt erst – drei Jahre später! – lese ich diesen Artikel und kann Dir, Karsten, nur voll und ganz zustimmen. Und schön, daß dieses in der Fachpresse stets breit getretene Thema hier einmal auf den Prüfstand gestellt wird.
Gegen eine gute, will heißen: zielgerichtete Bildschärfe ist ja nichts einzuwenden – je nachdem, was im Bild wirklich wichtig ist. Logischerweise ist das so.

Es heißt, daß eine steigende Sensorauflösung eine adäquate Objektivleistung erforderlich macht. Das ist nur teilweise richtig. Denn wer in früheren Zeiten wie ich zum Beispiel unter anderem auch mit einem Fuji Sensia Chrome-Film gearbeitet hat, weiß, daß bereits analoge Filme (hier: Diafilme) Auflösungen resp. Detailzeichnungen erreichten, für die rein rechnerisch eine Sensorauflösung von rund 80 MPix erforderlich wäre. Unglaublich, aber wahr. Und das im Kleinbildformat, in der heutigen Zeit „Vollformat“ genannt. Nun ja, davon sind die Vollformatgeräte alle weit entfernt. Mir reichen die 24,5 MPix meiner D3x immer noch völlig aus. 😉
Und ja: Auch mit einem Vollformat-Kitobjektiv aus der Analogzeit macht dieser Sensor knallscharfe Bilder, wenn man es darauf anlegt. Die besten Fotos macht allerdings aus meinem Linsenpark ein Telezoom aus dem Jahre 1977, ein rein manuelles Gerät, ein Schiebezoom, welches damals sündhaft teuer war und in dem Ruf steht, bis heute (2019) im Bereich der 80-200 mm-Klasse das Beste zu sein, was der Hersteller jemals gebaut hat. Ich habe nicht das komplette Objektivsortiment von Nikon durchprobiert, aber die Aussage könnte stimmen. Dagegen sehen die von mir getesteten Telezooms neuerer Bauart in diesem Brennweitenbereich alt aus, wenn man den richtigen „Dreh“ (im wahrsten Sinne des Wortes) heraus hat. 😉

Zurück zur Schärfe. Ich bin größtenteils in der Landschaft unterwegs, auch im Hochgebirge. Und wer die Zwei- und Dreitausender der Alpen erwandert oder erklimmt, weiß ein gutes „Reiseobjektiv“ sehr zu schätzen. Ich werde einen Teufel tun und eine Komplettausrüstung dort hinaufschleppen. Gute, atemberaubende Bilder gelingen trotzdem, auch mit einem 24-120mm. OK, es hat einen Stabilisator eingebaut… 😉

Und selbst bei Landschaftsaufnahmen finde ich persönlich eine durchgehende, konstante Schärfe nicht immer wichtig, solange das Kernmotiv gut inszeniert ist. Ich habe kürzlich ein Experiment gemacht und versucht, ein Ölgemälde eines sehr bekannten deutschen Impressionisten nachzuempfinden. Ich bin also an einen Ort gegangen, welcher mit jenem auf dem Ölgemälde vergleichbar ist, habe auf das richtige Licht gewartet (eine Gegenlichtaufnahme mit direktem Sonnenlichteinfall in’s Objektiv, den ich durch das Gipfelkreuz teilweise blockiert habe) und dann, als sich die Lichtsituation jener auf dem Gemälde anzunähern begann, eine ganze Serie „geschossen“. Das Resultat: Der Malstil Caspar David Friedrichs wurde von Kamera und Objektiv verdammt gut getroffen. Mit einer 14.000,- EUR teuren Linse wäre die Aufnahme nicht besser geworden, nur teurer… 😉

Viele Grüße!

Laurenz

Da hast Du recht. 😉

Ich meine, natürlich ist es so, daß man bei hochauflösenden Sensoren für eine feste Kameraunterlage sorgen muß. Daran führt kein Weg vorbei, denn was z.B. eine 14 MPix-Kamera noch als „scharf“ durchgehen läßt, verzeiht eine 24 MPix-Kamera (und aufwärts) nicht. Ist das der Fall, so kann ich selbst mit einem sogenannten „Altglas“ atemberaubende Bilder machen. Und was bei allen Diskussionen meist oder zumindest sehr oft vergessen wird: Ein Foto steht und fällt mit dem Motiv, mit der Inszenierung.

Gut Licht! 🙂

Kau

Hallo Herr Kettermann,
danke für diesen Beitrag. Er bestätigt mein Denken in jeder Weise, gerade das Ding mit der 100 % Sicht und die darauffolgende Unschärfe-Unzufriedenheit. Ich fotografiere manchmal an meiner MFT mit einem alten Zuiko weil ich diesen unperfekten Look mag.
Werde mich hier weiter umsehen. Allzeit gutes Licht wünscht

Rüdiger Kau

Peter Moche

Wir sollten die optische Leistung eines Objektives nicht mit der fotografischen Leistung dessen verwechseln, der oder die hinter der Kamera steht.
Warum sollte ich ein Objektiv erwerben, das sich z. B. als mehr oder weniger schlecht zentriert herausstellt? Ein leider (zu) häufig anzutreffender Mangel quer durch alle Preisklassen. Auch Zonen verringerter Schärfe / Kontrast innerhalb des Bildfeldes treten mitunter fertigungsbedingt auf. Das steht aber weder in der Bedienungsanleitung noch ist der Preis reduziert! Ich teste JEDES Objektiv bevor „Geld fliest“ und habe selbst hochpreisige Optiken zurückgegeben.
Wer seine Bilder von der Aufnahme über Bearbeitung bis hin zum großformatigen Druck selber herstellt, sieht sehr wohl diese Auswirkungen und erkennt (so er will) diese Mängel. Das hat erst einmal nichts mit der Wahl des Motives , der eingesetzten Brennweite, der Belichtungszeit und ggf. einer falsch eingesetzten Blende zu tun. Detailreichtum, dort wo er gefordert wird, kann im Nachhinein nicht erzwungen werden, wenn die Optik zu geringe Mikrokontraste liefert (Matsch…); sollte jedoch „Weichheit“ die Bildaussage unterstützen, lässt sich diese im Nachhinein realisieren.

„Gut Licht“ und Grüße aus DD

Peter Moche

Hallo Karsten und Interessierte, z.B. hier:
https://www.gff-foto.de/100bilder/2012/index.html

oder hier :
https://www.bsw-foto.de/downloads/sammellinse/SL-2011-3.pdf

Weitere im „FineArtPrinter“ , der Photokina Köln, Hasselblad Super Circuit /Linz…, FotoMagazin, Photographie…

Ich denke, da findet Ihr Bilder, die alle in großformatigen Drucken im Original vorliegen. (Alle Bilder mit mFT OLY-Kameras aufgenommen)
Grüße aus DD
Peter

Heiko

Hallo Karsten,
danke dir für die tollen Erklärungen. Ich hab noch viel zu lernen 🙂
Deine Tipps gelesen zu haben ist das eine, aber sie verinnerlicht zu haben, braucht bei mir wohl etwas Zeit und Übung.
Einen Korrekturhinweis habe ich, in der Rechnung mit der doppelten Formatdiagonalen kommst du auf 108cm, das Ergebnis ist aber nur die einfache Diagonale, richtig sollte 216cm sein 😉
VG Heiko

Emanuel

Interessanter Ansatz.
Allerings bei allem Respekt schon etwas arg polarisierend.
Aber so macht man das, wenn man gelesen werden will – so etwas wie „Die Wahrheit über….“ catcht natürlich Aufmerksamkeit, und ein extremer Standpunkt zieht immer.
In der Richtung „Alle anderen sehen es praktisch falsch, nur ich habe ‚die Wahrheit'“ 😉
Das sind erlaubte, wirkungsvolle Stilmittel, die ich nicht kritisieren will.
Allerdings: Etwas mehr Ausgewogenheit wäre aus meiner Sicht schon angebracht, aber das kann ja jeder für sich selbst relativieren.
Schärfe ist nicht alles und wird oft überschätzt, und hat wenig bis gar nichts damit zu tun, ob eine Komposition gut oder schlecht ist, das ist richtig.
Ganz unwichtig ist sie allerdings auch wieder nicht.
Hervorragend komponierte Aufnahmen kommen natürlich umso besser zur Wirkung, je besser – ja, und auch manchmal sogar schärfer 😉 – ein Objektiv abbilden kann. Auch wenn ein gutes Bild mit nicht so guter Technik immer noch gerne angesehen wird, keine Frage.

Ich hatte vor ein paar Jahren auch mal die Probe aufs Exempel gemacht.
Einige mit sehr (bis zum Rand) scharfen Optiken aufgenommene Fotos und welche mit schwächerer Optik, die am Rand und in den Ecken Unschärfen hatten, auf 20x30cm ausbelichten lassen (bei 400 dpi).
Der Unterschied war doch deutlicher als ich mir gewünscht hatte, mich persönlich stört es schon, wenn beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen an den Rändern noch nicht-bildunwichtige Teile zu sehen sind, die aber nicht wirklich scharf sind.
Von daher bevorzuge ich schon Objektive, die auch eine gewisse Qualität im Randbereich liefern, wenn man das so will. Bei Porträts etwa braucht man das natürlich weniger…

Wo ich auf Schärfe achte, ist beim Kauf eines neuen Objektivs. Wenn ich z.B. einen Tausender für ein Objektiv ausgebe, will ich schon ein gutes Exemplar. Und das kriegt man oft nicht beim ersten mal. Dezentrierung, manchmal klappt auch das Zusammenspiel mit dem AF der Kamera nicht so gut… Oft musste ich ein zweites oder sogar drittes mal tauschen (Mein Rekord war vor vielen Jahren ein Canon 17-40/4 – ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ein perfektes Exemplar zu kriegen, und das war erst beim siebten Exemplar der Fall, kurz bevor ich aufgeben wollte ;-))
Aber sobald ich überzeugt bin, ein gutes Exemplar erhalten zu haben, ab diesem Zeitpunkt ist mir die Schärfe auch relativ egal, danach gibt es keine Tests von Ziegelsteinen mehr 😉

Mindestens genauso wichtige Eigenschaften eines Objektivs sind natürlich seine Farb- und Kontrastdarstellung, und seine Zeichnung – also wie „schön“ unscharfe Bereiche gerendert werden. Diese „Bildsprache“ ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften, gerade beim Spiel mit Schärfe/Unschärfe.

Dietmar Peter

Natürlich ersetzt Schärfe nicht die Bildgestaltung. Mir ist ein gut gestaltetes Foto, das dann auch noch scharf ist, am liebsten. Ich fotografiere allerdings überwiegend Landschaft

Steffen

Achtung Kritikfähigkeit gefordert! 😉

Also das du der Überschrift clickbait verpasst hast ist ja vollkommen okey.
Der erste Absatz machte mich dann doch etwas stutzig, aber ich bin ja neugierig.

Die eigentliche Intension hinter dem Beitrag ist mir jedoch erst nach einigen Kommentaren darunter richtig klar geworden und nicht nach dem Beitrag selbst. Dafür das du, wie du selbst schreibst, schon 8 Bücher geschrieben hast finde ich den Text etwas unglücklich formuliert.

Ich finde die Idee dahinter, den Leuten zu sagen Sie sollen die vorhandenen Objektive erstmal im jeweiligen Bereich richtig nutzen statt nur nach neuen Objektiven zu suchen, grundsätzlich ein guter Ansatz.
Besser wird man nur durch Üben und Üben, egal welche Optik.
Auch mit vermeintlich schlechtem Glas kann man künstlerische Bilder machen, wenn man diese richtig nutzt.
Notfalls sogar, wie dein Beispiel des „Fliegers“ zeigt, indem man aus der Not eine Tugend macht. Gut ok, schöner Denkanstoß.
Das bei Einigen bis Vielen die Qualität der Technik weit über deren fotografischen Fähigkeiten hinaus geht würde ich sogar noch eins draufsetzen wollen.

Wenn ich jedoch lese das du Fotografie studiert hast, bekomme ich dann doch etwas Bauchschmerzen bei der ein oder anderen Aussage, da ich hier dann höhere Massstäbe anlege als an einen Hobbyisten.

Nun: Macht mich ein „besseres“ Objektiv zu einem besseren Fotografen? Natürlich nicht.
Hätte ein besseres Objektiv aus einem schlechten Bild ein gutes gemacht? Wenn der Bildinhalt nicht stimmt, sicher auch nicht. WENN er jedoch stimmt, dann ziemlich sicher (sofern der Kern des Bildes nicht Unschärfe ist)!
Fotografie besteht neben der künstlerischen Seite nunmal auch aus einer technischen Seite die gemessen an den Fähigkeiten mitwachsen sollte. Gerade auch, wenn ich Fotografie gewerblich anbiete.
Unscharfe Hochzeitsbilder als Kunst zu verkaufen könnte schwierig werden. Nicht das die Emotion nicht im Vordergrund stehen würde; – aber ein scharfer Kuss nach dem Ringwechsel ist etwa anderes, als ein unscharfer.
Und in so einer Situation wird ein teueres, offenblendigeres Objektiv im Normalfall eher liefern, als das Kitobjektiv. Daran kommt man einfach nicht vorbei.

Ich denke und hoffe ich werde dir bei deinem Backround dahingehend nicht weiter ausführen müssen.
Für alle Anderen nehme man die Bilder unten im Instagramstream als Beispiel:
Die Landschaftsbilder lassen, gerade auch durch die Schärfe, ein Qualitätsempfinden nachvollziehen.
Nehme ich im vergleich die Schnappschussportraits, vermutlich u.a. mit Handycams, haben diese an Bildwirkung so ziemlich keine Aussagekraft bzw geht diese durch die schlechte Qualität einfach verloren.
Die Fehlfarben tragen zwar Ihren Teil dazu bei, aber nehme ich die eigentlich schöne Situation in der Holzhütte, wäre dieses Bild mit einer Kamera bei richtiger Schärfe und Auflösung (und dazu schöne Farben) sicherlich ein viel „bessers“ Bild.

Jeder der schonmal bei einer Hochzeit war und selbst mit dem Smartphone in der Kirche mitfotografierte und hinterher auch Bilder vom Fotografen sah, wird wissen was ich meine. Auch derjenige, der mit der EinsteigerSLR und Kitoptik direkt neben dem Fotografen stand, wird nicht das gleiche Ergebnis bekommen.
Ist dieses Bild dann schlechter? Künstlerisch evtl. nicht, aber technisch ganz sicher. Die Frage, ob man dies auch sieht werde nicht nur ich mit einem Ja beantworten. Und damit wäre auch die Frage geklärt, in wieweit die Optik eine Rolle spielt. Ich sags mal so: Viel mehr, als die Kamera!

Mit diesen Worten: schönes Wochenende und gut Licht!

Martin Messmer

BRAVO!! … und DANKE!! —

Schärfe ist sehr wichtig … aber noch viel wichtiger sind die Bildkomposition, die Aussage, Kontraste, Linien, … im Bild.

Als optimalen Bildbetrachtungsabstand allerdings erachte ich entschieden nicht die doppelte Bilddiagonale, sondern nur die einfache! Das «Normal-Objektiv» (mit Normalbrennweite = ca. 50mm KB, eigentlich ja aber 42mm!, also ca. 28 bis 29mm bei APS-C) bildet bekanntlich gewissermaßen «winkelgetreu» ab, das heißt: Der Bildbetrachter sieht Dinge im Bild unter dem gleichen Winkel, wie sie vom Fotografen beim Fotografieren in Natura ersichtlich waren.

42mm ist fürs KB (und ca. 28.8mm bei APS-C) aber nicht die doppelte, sondern nur die einfache Diagonale des Bildes (des Sensors). Auch die maximal zulässigen Zerstreuungskreisdurchmesser (KB = ca. 0.03mm, APS-C = ca. 0.02mm auf dem Sensor) sind so bedacht, dass sie von Ø-Menschenaugen noch als Punkte erfasst werden und nicht bereits als Flächen, wenn der Bildbetrachter in der Distanz der (einfachen!) Bilddiagonalen vom Bild weg steht.

Wenn ich in der doppelten Distanz der Bilddiagonalen ein Bild betrachte, so packt mich das Bild indessen nicht wirklich, es zieht mich nicht hinein (ist auszuprobieren :-)) … In der einfachen Bilddiagonalen-Distanz hingegen füllt sich mein Sichtfeld mit dem Bild … ein Genuss 😉

Ansonsten ein wirklich toller Aufsatz! Es lebe das Philosophische endlich wieder etwas mehr auf in der Fotografie … ja gern!! — Die Mathematik ist zwar sehr wichtig und bitternötig – aber die Praxis mindestens ebenso. Allzu unbedachtes Fotografieren aber, ein Sich-100%-Verlassen auf die Technik empfinde ich ebenfalls als sehr unphilosophisch. Gewissermaßen ein Herum-Knipsen …

Schließlich: Soeben kaufte ich mir ein 7Artisans-Objektiv, 25mm, f1.8, an Fujifilm (APS-C), völlig unscharf in den Ecken (!) und aber soo toll, damit zu fotografieren 🙂 …

DANKE und liebe Grüße – Martin Messmer

Thomas Ritter

Hallo Karsten,
eben erst stoße ich auf deinen Artikel hier.
Als ich vor 30 Jahren analog mit einer SLR zu fotografieren angefangen habe, hatte ich ein 35mm und ein 135mm Objektiv, fertig. Wenn ich gewissenhaft gearbeitet habe, waren die Bilder scharf. Heute habe ich ein Kitzoom, ein 13 Jahre altes Tamron Reisezoom ohne Bildstabi und zwei Festbrennweiten (24mm und 50mm, auf APS-C), sowie verschiedene adaptierte, manuelle M42er Objektive. Wenn ich gewissenhaft arbeite, sind die Bilder scharf – egal mit welchem Objektiv.
Will sagen, du hast ja sooo recht!
Danke für deine Ausführungen und viele Grüße
Thomas

Patrick

Hallo Karsten,
Danke für den Artikel!
Ich stehe gerade zwischen der Entscheidung Nikon Z6 oder Fuji für die Landschaftsfotografie.
War mehrmals im Laden, die Nikon ist gut aber hat nicht das „Gewisse Etwas“, die Fuji X-H1 fühlt sich einfach super an und auch die Objektive gefallen mir. Also tendierte ich zur Fuji.
Dann hab ich aber die vielen Testberichte zum neuen Fuji 16-80 gesehen, bei deinen die meisten kritisieren, dass das Objektiv sehr unscharf in den Ecken ist (ein paar wenige finden es super).
Hab also tagelang Berichte studiert und mir den Kopf zerbrochen, ob das Fuji 16-80 dann wirklich „ausreicht“ und ich nicht doch lieber in Nikon Z investieren sollte (die Objektive sind alle top, fühlen sich aber nicht so gut an wie die von Fuji).
Dein Artikel hat mich ein wenig beruhigt und ich weiß, dass ich auch mit der Fuji nichts falsch machen würde 🙂

Ich habe in der Vergangenheit nur ein einziges Mal bei einem meiner Fotos im Nachhinein genau die Ränder beachtet und mir gedacht „wow, ist das scharf“ – bei den anderen Fotos spielte die Schärfe meist keine Rolle.
Ich besitze übrigens ein Nikon 35mm 1,8 DX um gut 100 Euro – das könnte locker mit sehr teuren Objektiven mithalten (ist halt aus Kunststoff und nicht für Extrem-Einsätze geeignet aber wenigstens ist es leicht 🙂 )

Schöne Grüße,
Patrick

Emanuel

dxomark ist allerdings nicht komplett auf dem neuesten Stand. Die letzte Fuji, die getestet wurde, war im September 2012, das könnte auch die Ursache sein, warum man die heutigen Modelle nicht mehr findet 😉
Halbwegs aktuell sind so weit ich sehe nur Sony, Canon und Nikon

Jürgen

Hallo Karsten,
dein Kommentar hat auch mir mal wieder gezeigt, wie sehr man sich im Internet auf die Videos der Profis und deren Empfehlungen verlässt und geneigt ist, die teuren Linsen zu kaufen um scharfe Fotos zu bekommen.
Ich habe mal wieder einen Ansatz bekommen, meine Vorgehensweise beim Fotografieren zu überarbeiten und umzulernen.

Sowas ähnliches, wie das, das Du geschrieben hast, habe ich irgendwo anders auch schon mal gelesen.
Also muss da ja etwas dran sein 🙂

Vielen Dank.
Jürgen

Christine

Hallo Karsten,

ich bin Teilnehmerin in Deiner Workclass (und vorher bei den Corona Aufgaben). Dort hatten wir einmal die Aufgabe Blendensterne zu erzeugen und Du zeigtest uns eines Deiner Objektive mit einem sauberen Blendenkranz.

Nun meine Frage:
Wenn ich durch mein Objekt schaue (Nikon Kitobjektiv 18-140) sehe ich leider unregelmäßig angeordnete Blenden Lamellen :-(((
1) Wirkt sich das auf Fotos aus?
2) Gibt es Testbilder an denen man selber Vignettierungen und Unschärfen erkennen kann (Siemensstern)?
3) Wie führe ich so einen Test durch?

Liebe Grüße
Christine H.

Anita Belcamino

Hallo Karsten.
Bin gerade durch zufall auf dein Artikel gestoßen super interessant ,war gerade an schauen für ein anderes Objektiv, Ja ,und jetzt bin ich mir nicht mehr sicher soll ich wirklich??? ich habe ein Nikon D 800 und das Tamron 28-300 mm ich Fotografieren überwiegend Tieren, und da habe ich auch gemerkt das meine Bilder wenn ich ran zoomt auf 300mm irgendwie unscharf sind, oder nicht so scharf wie ich es mir vorstellt. Habe jetzt aber diese Satz gelesen (All das wusste ich und hatte es für meine Objektive ausgetestet. Und natürlich auch in die Kamera einprogrammiert. So erkennt die Kamera immer das angesetzte Objektiv, stellt den Korrekturwert ein und macht so scharfe Fotos da, wo sie scharfgestellt sein sollten) meine Frage wie stelle ich das und wo im Menü finde ich diese Einstellung? über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen. MfG Anita

Thomas

Sehr schöner Artikel. Bis vor einigen Jahren wusste ich gar nicht, was ein dezentriertes Objektiv überhaupt ist. In irgendwelchen Artikelbewertungen habe ich dann zum ersten Mal davon gelesen. Das war ein Fehler. Ich wollte dann wissen was „dezentriert“ bedeutet und habe nachgelesen. Das war der nächste Fehler. Ich wusste dann, was es bedeutet und dann ging es los. Jedes Objektiv, das ich von da an kaufte, unterzog ich Tests. Ich konzentrierte mich mehr auf die Tests und wie einzelne Objektive abschnitten, als darauf, wofür ich sie einsetzen wollte. Durch die Tests stieg dann auch die Unzufriedenheit „Hm… ein derart teures Objektiv und unscharfe Ecken und Ränder ab F1.4 bis ca. F4. Ist das normal oder habe ich ein fehlerhaftes Objektiv?“ Dann musste ich natürlich googlen, ob diese Abbildungsleistung normal ist. Fand ich nichts, kam es auch schon vor, dass ich ein zweites Exemplar gekauft habe, nur um beide zu vergleichen und damit ich das bessere Exemplar behalten konnte. Irgendwann sagte ich mir dann „Das kann so nicht weitergehen. Früher hast du Objektive gekauft und hast einfach fotografiert und dir ist nie etwas aufgefallen“. Dann habe ich diesen Artikel gelesen, der absolut wahr und gut geschrieben ist. Irgendjemand hat mit diesen Tests einmal angefangen und immer mehr Leute haben sich verunsichern lassen, ich ja auch. Dabei ist das alles normal und wenn jemandem auf den Bildern nichts auffällt, dann muss man auch nicht nach Fehlern suchen. Denn wenn man nach Fehlern sucht, wird man bei jedem Objektiv Schwachstellen, Unschärfen etc. finden. Also: Nicht mehr testen und stattdessen das Objektiv dafür nutzen, wofür man es gekauft hat. Fällt einem nichts auf, dann einfach weiter fotografieren.

Also vielen Dank für diesen Artikel. Er hat mir auch geholfen mit diesem dämlichen Testen aufzuhören und wieder einfach zu fotografieren.
Dieser Artikel hier müsste überall verbreitet werden, damit es mehr Leute lesen, damit sie auch mit dem Testen aufhören.