
Welches Objektiv für Porträts? Die kurze Antwort
Das beste Porträt-Objektiv ist eine lichtstarke Festbrennweite im leichten Telebereich: am Vollformat 85 mm, an APS-C 50 mm, an MFT (4/3-Zoll) 42 mm – jeweils mit einer Anfangsblende von f/1.8 oder lichtstärker. Damit bekommst du den schmeichelhaften Bildausschnitt, einen angenehm unscharfen Hintergrund und den richtigen Abstand zum Modell. Warum genau diese Werte, erkläre ich dir jetzt.
Ein Zoomobjektiv für Porträts?
Mit dem Universalzoom, das mit deiner Kamera kam, fotografierst du etwa 80 % aller Motive – von der Landschaft übers Makro bis zum Porträt. Für die Porträtfotografie sind diese Zooms aber nicht ideal. Warum, verstehst du am besten, wenn dir klar ist, was beim Zoomen wirklich passiert.
Was beim Zoomen wirklich geschieht
Beim Zoomen veränderst du nur den Ausschnitt. Viele glauben, sie holten ihr Motiv „näher heran“ – tatsächlich legst du nur fest, wie viel davon aufs Foto kommt. Ein kleiner Ausschnitt erscheint größer im Bild, was zu der Annahme verleitet, das Motiv käme näher. Es wird aber nur größer abgebildet.
Warum kein Weitwinkel

Für Porträts willst du den Weitwinkel meiden: Er lässt den Vordergrund überproportional groß erscheinen – und der Vordergrund eines Porträts ist die Nasenspitze. Du kennst diese lustigen Fotos von Menschen oder Hunden mit riesigen Nasen; ein vorteilhaftes Porträt sieht anders aus. Genau hier liegt die Gefahr der Zooms: Aus Bequemlichkeit drehst du schnell in den Weitwinkel, statt einen Schritt zurückzugehen. Empfehlenswert sind deshalb die leichten Telebrennweiten.
Brennweite je Sensorformat
Verschiedene Sensorgrößen brauchen verschiedene Brennweiten für denselben Ausschnitt. Gängige Porträt-Bereiche:
- Vollformat: 85–135 mm
- APS-C: 50–90 mm
- 4/3-Zoll (MFT): 42–65 mm
Welche Sensorgröße deine Kamera hat, steht in der Bedienungsanleitung – nur so weißt du, welche Werte für dich gelten. (Kompaktkameras lasse ich hier außen vor; sie eignen sich kaum für Porträts, mehr dazu im Artikel über die Porträt-Kamera.)
Festbrennweite statt Zoom – warum
Eine Festbrennweite hat keinen Zoom, also nur eine einzige Brennweite. Das klingt nach Nachteil, ist in der Porträtfotografie aber ein Vorteil: Meist brauchst du ohnehin nur eine Brennweite, und selbst viele erfolgreiche Profis arbeiten genau so. Für den Einstieg empfehle ich dir 85 mm (Vollformat), 50 mm (APS-C) oder 42 mm (MFT). Diese eine Brennweite liefert dir den perfekten Ausschnitt bei optimalem Abstand – nah genug für gute Kommunikation mit dem Modell. Später kannst du dir weitere Festbrennweiten zulegen.
Die Festbrennweite als Abstands-Disziplin
Weil du den Ausschnitt bei einer Festbrennweite nicht über den Zoom, sondern nur über deinen Abstand festlegst, zwingt sie dich automatisch auf den richtigen Abstand: Willst du weniger vom Modell im Bild, gehst du näher; willst du mehr, gehst du zurück. So kannst du gar nicht erst aus Bequemlichkeit zu nah herangehen und dem Modell eine viel zu große Nase verpassen – die häufigste Falle beim Zoom.
Welche Blende / Lichtstärke für Porträts?

Der zweite große Vorteil der Festbrennweite ist ihre Lichtstärke: Ihre größte Blende ist viel weiter geöffnet als die eines Zooms. Ein Universalzoom ist im Telebereich oft nur f/5.6, eine 50-mm-Festbrennweite dagegen mindestens f/1.8. Zwischen f/5.6 und f/1.4 gelangt rund 16-mal so viel Licht in die Kamera. Das hilft dir nicht nur bei wenig Licht, sondern erzeugt auch die geringe Schärfentiefe, die den Hintergrund schön weichzeichnet.
f/1.8, f/1.4 oder f/1.2 – was bringt mehr Lichtstärke?
Dieselbe Brennweite – etwa das beliebte 50 mm – gibt es meist in mehreren Lichtstärken, und lichtstärker heißt immer teurer:
- f/1.8 – die günstige Einstiegsvariante. Ideal, um überhaupt herauszufinden, ob Porträtfotografie dein Ding ist, und für alle, die nicht viel ausgeben wollen. Damit gelingen schon sehr anständige Porträts.
- f/1.4 – meine Empfehlung, wenn du es ernst meinst: oft bessere optische Qualität, stabileres Gehäuse und mehr Spielraum. Der Aufpreis lohnt sich; das f/1.4 bekommt von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.
- f/1.2 – sehr teuer und schwer, mit nur wenig praktischem Mehrwert. Solche Extrem-Lichtstärken zeigen bei Offenblende zudem oft starke Randunschärfe – sie sind also nicht einmal die schärfsten. Für die meisten kein nötiger Schritt.
Randunschärfe bei Offenblende
Die volle Offenblende nutzt du ohnehin nur, wenn das Licht knapp ist. Sonst blendest du um 2–3 Stufen ab, weil die Bildqualität dann deutlich steigt. Mehr zum Zusammenhang von Blende und Schärfe liest du in meinem Artikel über die Schärfe von Objektiven.
Objektiv für Canon, Nikon und Sony
Für Canon, Nikon und Sony (und die meisten anderen Marken) gilt dasselbe Prinzip: An einer APS-C-Kamera ist eine 50-mm-Festbrennweite die ideale, preiswerte Porträtlinse; am Vollformat ein 85 mm. Achte auf eine Anfangsblende von f/1.8 oder lichtstärker – die konkreten aktuellen Modelle und Preise findest du in der Kaufberatung am Ende.
Sonderfall 4/3-Zoll (MFT)
Hast du eine MicroFourThirds-Kamera (4/3-Zoll), bringt der kleinere Sensor von Haus aus mehr Schärfentiefe mit – der Hintergrund wird also weniger unscharf. Willst du an MFT eine ähnlich geringe Schärfentiefe wie an APS-C mit einem f/1.4, brauchst du ein extrem lichtstarkes Porträt-Tele (etwa f/0.95), das entsprechend teuer ist. Die entspanntere Alternative: Nimm ein bezahlbares Objektiv um 42 mm mit f/2–2.8 und arrangier dich mit der etwas größeren Schärfentiefe – für die allermeisten Porträts reicht das völlig.

Nächster Schritt: die konkrete Kaufberatung
Du kennst jetzt das Prinzip – welche konkreten Porträt-Objektive sich lohnen, zeige ich dir in der Kaufberatung: das optimale Porträt-Objektiv.
Mehr zur Porträtfotografie
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Zu allererst erst einmal danke schön für Deine Mühe ! 🙂
Und nun meine, ganz persönlichen Anmerkungen zu deinem Artikel:
Ja, es ist wichtig, besonders als Einsteiger in die Fotografie, zu wissen, welches Objektiv für die Porträtfotografie am besten geeignet ist und warum das so ist. Welche technischen Spezifikationen zu welchem Ergebnis führen und wie man Vorder und Hintergrund voneinander trennt.
Wenn man dann dieses Wissen verinnerlicht hat und man deshalb schon vor dem druck auf den Auslöser ganz genau weiß, wie das Fertige Bild aussehen wird, wird einem dann aber auch irgendwann klar, dass es bei einem guten Porträt nicht auf das Objektiv ankommt, sondern darauf den Menschen so zu zeigen, wie er ist, oder wie er sich selbst gerne sehen möchte und plötzlich ertappt man sich dabei, dass man für das nächste Portrait das Weitwinkel anbringt und für das übernächste vielleicht das Tele, oder das man das teure 1000 Euro Objektiv gegen eine billige Plastiklinse ersetzt, weil man nur damit das Bild umzusetzen in der Lage ist, welches man im Kopf schon lange vor sich gesehen hat.
Ich will damit sagen, dass es nicht wirklich wichtig ist, welche Kamera, welches Objektiv man einsetzt.
Wichtig ist nur, immer zu versuchen den Menschen hinter der Fassade einzufangen und ich glaube, genau das zu erreichen, ist das größte Problem, die größt Herausforderung, aber gibt einem auch, sofern man dieses Ziel erreichen konnte, auch die größte Befriedigung in der Porträtfotografie.
Vielen dank noch einmal und viele Grüße
Ralf
Klar Ralf, damit hast du uneingeschränkt ins Schwarze getroffen. Die hohe Kunst der Porträtfotografie ist es, das Wesen eines Menschen einzufangen, seine Persönlichkeit festzuhalten. Da wollen wir alle hin!!
Trotzdem brauchst du, lange bevor du an dieses hehre Ziel denkst, eine Kamera, um das dann auch irgendwann festhalten zu können. Bietet diese dir die Möglichkeit, dass das Foto schon einmal alle Konzentration des Betrachters auf das Modell richtet, ist es schon viel einfacher, eion Porträt zu schaffen (weil in einem unscharfen Hintergrund nichts mehr vom Porträtierten ablenkt).
Daher fing ich mit diesem zugegeben niedrigen Anspruch diese Serie über Porträtfotografie an. Damit das schon mal erledigt ist!
Aber ich notiere gerne für weitere Themen: Wie fange ich das Wesen und die Persönlichkeit im Foto ein? Ok? 🙂
Hallo Karsten – bestimmt für Einige ein tolles Thema und das ist hier wieder ein toller Blog ! Aber es ist nicht mein Thema. Eigentlich. Ich habe mal vor vielen Jahren die Idee gehabt von einigen Menschen, die mich beeindruckt, haben Close ups zu erstellen. Natürlich ist es nie dazu gekommen ( welcher Prominente würde sich auch dafür hergeben, sich von einem Unbekannten – gezielt- ablichten zu lassen… )
Was mich allerdings interessieren würde: Es gibt ja diverse Reisefotografien, wo Land und Leute – Locals – abgelichtet wurden.
Benutzen diese Fotografen auch Festbrennweiten um diese besondere Stimmung ( der Leute ) zu erhalten ?
Stelle es mir nicht unbedingt einfach vor auf Reisen so etwas machen zu können. Portraits sind meiner Meinung ja wirklich gezielte und geplante Aufnahmen, die man so auf Reisen nicht immer unbedingt machen kann.
Und: Gibt es in deinem neuen Buch ein spezielles Kapitel zum Thema Close up ? ( Oder handelt es sich dabei einfach nur um eine „cool-klingende Bezeichnung“ für die Porträt-Fotografie ?
Bin mal gespannt 😉
Schöne Grüße
Thomas
Auf Reisen wird oftmals eher in Schnappschussmanier aus weiter Ferne fotografiert. Der Protagonist (der ja in diesem Moment gar nicht porträtiert wird) weiß ja nichts davon, dass er fotografiert wird.
In meinem Buch habe ich daher gleich auf den ersten Seiten definiert, was für mich ein Porträt ist. Ich zitiere mal. Achja, ich Buch muss ich Siezen, so will es der Verlag. Also nicht wundern. 🙂
Die wirklich guten Fotografen wissen das und fotografieren – auch auf Reisen – genau so: Sie nehmen Kontakt mit ihren Protagonisten auf und versuchen dann, deren Wesen einzufangen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist Steffen Böttcher aka Der Stilpirat. DAS hat der Mann einfach drauf! Hier mal nur eines von vielen Beispielen, wo er genau so gearbeitet hat.
Ich habe mal das 5. Foto von oben (Junge im hellen Hemd vor Dorf) für dich daraufhin analysiert, ob er eine Festbrennweite dafür genutzt hat. Er verwendete die Ricoh GR II, ein extrem kompakte APS-C-Kamera, die nur ein Objektiv hat: Ein 2,8/18,3 mm.
Also im Prinzip von der Brennweite nichts anderes, als das, was du an deiner Kamera (eine Nikon 5xoo, wenn ich mich recht entsinne, oder?) auch hast, Thomas. Der entscheidende Unterschied: Dieses Objektiv hat Blende 2,8 und die hat er genutzt.
Da er natürlich auf Reisen war, hat er mit dem 18er ein Weitwinkel genutzt, um das Umfeld ebenfalls einzufangen. Da haben wir es, wieder, was Ralf oben in seinem Kommentar ansprach: Die Brennweite ist eigentlich egal.
Um deine Frage zu beantworten: Ja, die guten Fotografen porträtieren auch auf Reisen mit einer Festbrennweite. Sie fangen das Wesen, die Persönlichkeit der Porträtierten ein, indem sie ein Porträt genau so angehen, als wären sie nicht auf Reisen: Sie nehmen Kontakt auf und arbeiten dann mit ihren Modellen. Insofern sind diese Aufnahmen gezielt und in diesem Moment – zwar kurz und knapp – aber eben auch geplant.
Gute Fotos sind halt immer noch eine Überwindungsprämie!!! 🙂
Mein Buch soll Anfänger an die Porträtfotografie heranführen. Was wäre es ohne einen Hinweis auf ein Closeup?! 😉
Wow – herzlichen Dank für deine Mühen und diese ausführliche Erklärung ?
Ach, nicht der Rede wert! 🙂
Hallo karsten,
in einem Kurs zum Thema Blitzen hattest du uns ein Model spendiert. Zuerst war ich sehr erschreckt, keine Gegenstände zu fotografieren, sondern ein hübsches Model.
Aber dann hats Spass gemacht, besonders bei den Aufnahmen in der Stadt.
Mein Ding wirds wahrscheinlich nicht. Und wenn dann nur ohne Blitz.
Für meine APS-C Kamera habe ich ein 35/1,4 damit muss ich für mein Gefühl zu nah ran. Besser das 90/2,8 Macro an der Vollformat, womit ich aber auch lieber Macros mache.
LG Tom
Hey Tom, das 35er entspricht an der APS-C ja dem Normalobjektiv. Das ist mir gefühlt auch zu nah, die Nasen werden oft zu groß.
Die Idee mit dem 90er Makro an der Vollformat ist im Prinzip meiner Empfehlung fast gleichwertig. 90 mm ist an der Vollformat ja auch ein leichtes Tele, es ist lichtstark und Porträts sind oft ja auch Nahaufnahmen – nur nicht von Blümchen, sondern von Gesichtern. 🙂
Hallo Karsten,
bei meinem Einstieg in die APSC-Welt begann ich mit dem Canon 50 mm f/1.4 und war sofort begeistert. Die ersten Portrait-Versuche waren gleich Volltreffer.
Weitere gute Erfahrung mit dieser Brennweite habe ich auch in anderen Motiv-Bereichen machen können.
Ich bin mit dem Teil total happy.
Viele Grüße
Monika
Na super, weiter so! 🙂
Danke für den Artikel! Ich habe bisher häufig Porträts mit meinem 55-300mm 4,5-5,6 mm gemacht. Der Vorteil ist, finde ich, dass man trotz max Blende 4,5 etwas besser einen unscharfen Hintergrund hin bekommt, indem man eine etwas höhere Brennweite wählt. (ich träume noch von dem Tele, mit 2,8:-) In letzter Zeit habe ich aber genau das von dir erwähnte 50mm Festbrennweitenobjektiv zu schätzen gelernt. Das hatte ich mir ürsprünglich in erster Linie gekauft um in einem relativ kleinen Raum drinnen Katzebabys fotografieren zu können. „Nachteil“ finde ich, dass man emandem der es nicht gewohnt ist vor der kamera zu stehen und den man vielleihct auch nihct so kennt ziemlich nah auf die Pelle rücken muss. Ansonsten mache ich gute Erfahrungen damit es dafür zu nutzen.
Größte Herausforderung finde ich auch eine Athmosphäre zu schaffen in der das Model locker werden kann, und sich natürlich bewegen kann. Auch selber Ideen für Posen (wohin mit den Händen?;-) zu haben und klare „Anweisungen“ zu geben. Das fällt mir sehr schwer. Ich habe selbst, nachdem ich es jahrelang gehasst habe fotografiert zu werden, die Erfahrung gemacht, dass mir dann auch die Bilder hinterher gefallen, weil ich MICH sehe und nicht ein verkrampft grinsendes unbekanntes Wesen. Gerade deshalb finde ich es so wichtig meine Kamera zu kennen und zu wissen was ich da tue, damit ich die Kommunikation mit dem Model nicht völlig vergesse über der Konzentration auf die Kamera.
Volltreffer, Tanja!! 🙂
Wenn die Kamera weitestgehend blind beherrscht wird, kannst du dich erst vollständig auf dein Modell konzentrieren, mit ihm arbeiten und Wesen und seine Persönlichkeit herausarbeiten.
Es ist auch eine tolle Übung für Fotografen, mal selbst vor der Kamera zu stehen. Das weckt in uns die Erkenntnis, wie schwierig es mitunter ist, dort zu stehen und mit der Kamera interagieren zu müssen.
Dass dir unangenehm ist, anderen auf die Pelle zu rücken, erledigt sich in dem Moment, wo du nur noch die Bildidee umsetzen willst. Wenn du das dann musst, ist das halt so. 😉
Posing ist als thema notiert!
Hallo Karsten,
Ich habe auch das Canon 50 mm f/1.8 in meinem Bestand und bin von dem Teil wirklich begeistert. Die Fotos damit werde knackscharf.
Nur für die Portaitfotografie kann ich mich bisher nicht wirklich begeistern. Der Umgang mit den Models bereitet mir enormen Stress und das macht dann keinen Spaß. Ich möchte beim Fotografieren entspannen, und das kann ich nicht, wenn ich mich mit (fremden) Menschen herumplagen muss.
Wenn überhaupt, dann nur Personen, die ich kenne. Dort hält sich der Stress auch in Grenzen.
Hey Martina, ok, das kann ich verstehen – wenn du dich entspannen willst.
Doch das kenne ich nicht: Wenn ich fotografiere, will ich nicht entspannen, sondern gute Fotos machen. Wenn dafür ein Mensch vor der Kamera nötig ist, dann ist das halt so. Aber daher kommt es, dass mich das gar nicht stresst. 🙂
Aber ich kenne das von vielen Teilnehmern, einer hatte sogar mal bei einem Porträt-Workshop glatt das Atmen vergessen und ist rot angelaufen, als er das Modell fotografieren durfte. 😉
Was mich sehr interessiert: Kannst du einen Finger drauf legen, was genau dich dabei stresst?? Warum du das als herumplagen ansiehst? Sach an! 🙂
Hallo Karsten,
Mein Problem ist es, das Model zu dirigieren. Landschaften oder Dinge muss so nehmen wie sie sind. Das Model soll irgendwie besonders gucken, stehen oder was auch immer. Da fängt das Problem schon an. Und dann stellt man nachher fest, dass die Nase einen doofen Schatten macht. Als fotografierende Frau stelle ich auch fest, dass es wenige männliche Models gibt, aber zu viele weibliche, die sich für was weiß ich halten.
Da ich beruflich mit schwierigen Menschen zu tun habe, möchte ich das nicht auch in meiner Freizeit haben.
Ja, das kann ich verstehen! Aber es gibt auch Modelle, mit denen das ganz entspannt funktioniert. Wirklich! 🙂
Vor allem Männer sind da meist sehr viel relaxter, als weibliche Modelle. Aus genau dem Grund, den du nanntest! 😉
Du hast recht, Landschaften laufen nicht weg! Aber dafür gucken sie auch nicht so schön in deine Kamera.
Also Posing, ist notiert! 🙂
Danke für dein Verständnis. Vielleicht komme ich doch noch auf den Geschmack. Ich werde deine Beiträge weiterhin mit großem Interesse verfolgen ?
Hallo Karsten,
danke für diesen Artikel. Es ist sehr hilfreich, Empfehlungen vom Fachmann zu bekommen. Besonders gut finde ich die konkreten Empfehlungen der Objektive mit deren genauer Bezeichnung. Wegen der unübersehbaren Menge und Vielfalt der auf dem Markt befindlichen Objektive ist es für einen nur gelegentlich Fotografierenden schwer, das Richtige zu finden.
Aber ein anderer Aspekt, der in den vorhergehenden Kommentaren schon mehrfach angesprochen wurde, ist das Model. Als Hobbyfotograf hat man in der Regel auch nur Gelegenheitsmodels, meist aus der Familie oder dem Freundeskreis. Die wirken auf einem Foto oft steif und befangen. Ich habe sehr schöne Porträts von Menschen in fremden Ländern gemacht, und zwar als Schnappschüsse. Oft aus größerer Entfernung. Diese Bilder wirken so autentisch und natürlich, wie es ein Profimodel nicht besser machen kann. Im Bildbearbeitungsprogramm stelle ich die Person in dem Ausschnitt frei, wie ich es brauche und erhalte so gute Porträts.
Ich fotografiere mit einer Nikon APS-C Kamera. Dazu benutze ich zwei Kitobjektive mit den Brennweiten 18 – 55 mm und 55 – 200 mm. Ich suche jetzt ein Weitwinkel für Architektur- und Landschaftsfotografien. Um nicht unterwegs dauernd das Objektiv wechseln zu müssen, möchte ich dazu eine CSC Kamera mit Halbformatsensor, möglichst von Nikon mit einem vorderen Linsendurchmesser von 52 mm wie bei meinen Kitobjektiven, wegen der ND- und des Polfilters, die ich dazu habe. Zwingend soll die CSC Kamera aber einen elektronischen Sucher haben. Gibt es so etwas von Nikon oder was wäre eine Alternative?
Ich freue mich schon auf neue Artikel von Dir. Sie sind immer sehr speziell für ein konkretes Thema, sehr ausführlich und leicht verständlich und anders als in Fotozeitschriften Firmenneutral.
Gerne, Reinald. 🙂
Um Modelle wird es in einem kommenden Artikel gehen.
Was deine Zweitkamera betrifft: Ja, Nikon hat Spiegellose im Angebot, aber nur mit einem kleineren Sensor und einem anderen Bajonett.
Warum willst du unbedingt eine Spiegellose? Mein Vorschlag: Kauf dir die gleiche APS-C nochmal (oder deren Nachfolgerin) und du musst dich nicht umgewöhnen, was Bedienung und Bildquali betrifft. Und die ist nur minimal schwerer und größer bei vergleichbarem Preis!
Mit Weitwinkel meinst du wahrscheinlich ein Superweitwinkel, wenn du eigentlich ja schon eines besitzt (am 18-55). So weit ich den Markt überblicke, wirst du nie ein Superweitwinkel finden, das 52 mm Filterdurchmesser hat. Das Nikon 10 – 20 mm hat 72 mm. Andere noch mehr.
Das liegt daran, dass diese Onjektive ja sehr weit zur Seite „sehen“ können müssen. Und das klappt nur mit großen Frontdurchmessern.
Du darfst also entscheiden: Entweder kaufst du dir ein Superweitwinkel und einen Graufilter oder du bleibst bei den eingeschränkten Möglichkeiten deines 18 – 55.
Wenn du mich fragst, ich würde niemals auf die Möglichkeiten einen Superweitwinkels verzichten wollen – allzu geil sind die Aufnahmen, die du damit machen kannst. 🙂
Du brauchst dann aber auch einen neuen Graufilter dazu. Den kaufst du dann in der Größe für das Objektiv mit dem größten Durchmesser. Auf deine kleineren Objektive kannst du dann mit Reduzierringen adaptieren. Schau mal, dieses Graufilter-Set habe ich letztlich entdeckt und in meinem Graufilter-Kurs empfohlen.
Hast du schon meine Artikel über den Graufilter-Kauf und die Graufilter-Anwendung gelesen?
Hallo Karsten,
dein Artikel bzgl Portraitfotografie hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich bisher noch nicht intensiver damit auseinander gesetzt. Bisher war ich auch immer der Meinung, daß es egal ist, ob ich ein Zoomobjektiv oder eines mit Festbrennweite benutze. Wichtig ist doch, daß Objekt schön nah heranzuholen….wie gesagt, dachte ich. Du hast sehr anschaulich die Unterschiede deutlich gemacht. Werde mir auf jeden Fall in Kürze ein Objektiv mit Festbrennweite zulegen – ich denke,die günstige Variante wird es für den Anfang tun – und dann sollen sich mal meine Mädels in Pose stellen 😉
Liebe Grüße und mach weiter so!
Super, dass du nun anders denkst! Berichte mal über deine ersten Ergebnisse und Erfahrungen! 🙂
Hallo Karsten.
Als ich Anfang des Jahres einen Fotokurs bei dir gemacht habe, hast du mir gleich mal mitgeteilt, dass meine Kamera, eine Lumix G mit einem 4/3-Zoll-Sensor für die Portraitfotografie nicht so wirklich geeignet ist. Da ich auch nur Landschaften fotografieren wollte, fand ich das auch nicht schlimm und ich habe nie darüber nachgedacht Portraitfotos zu machen.
Am letzten Wochenende ergab sich beim Besuch einer Freundin die Gelegenheit (für mich zuerst eher eine Zwangslage) ein paar Portraits von ihr machen zu müssen (können). Das hat man davon, wenn man mit seinen Urlaubsfotos angibt 😉
Nach ca 20 total misslungenen Aufnahmen (verkrampfte Gesichtszüge, Schärfe passte nicht, der Hintergund im Wohnzimmer ist auch nicht der fotogenste, usw.) wollte ich schon aufgeben. Da kamen mir zwei Zufälle zur Hilfe. Unsere Katze sprang der Besucherin auf den Schoß um sich streicheln zu lassen und ich hatte (warum auch immer) die Idee mal ein paar Schwarz-Weiß-Fotos zu versuchen. Während meine Freundin sich nun ganz entspannt mit der Katze beschäftigte, bewegte ich mich durch das Wohnzimmer und machte aus unterschiedlichen Blickwinkeln Fotos. Dabei hatte ich auch genug Zeit um mich mit der Kameraeinstellung zu beschäftigen. Und was soll ich sagen: Ein paar der Fotos sind richtig gut geworden!!!
Und ich habe jetzt große Lust mich weiter und auch etwas intensiver mit Portraitfotografie zu beschäftigen (Dein Buch steht schon auf meinem Weihnachtswunschzettel :-))
Deine Objektivempfehlungen kann ich mir leider im Moment nicht leisten, aber beim stöbern bin ich auf folgendes Objektiv gestoßen: Panasonic H-H025E LUMIX G Festbrennweiten 25 mm F1.7 ASPH. Objektiv (Bildwinkel 47°, Filtergröße 46 mm, Naheinstellgrenze 0,25 m) schwarz für ca 170 Euro. Wäre das etwas um den Anforderungen der Porträtfotografie näher zu kommen? Bisher habe ich ein 3.5-5.6/14-42 Objektiv und ein 4.0-5.6/45-150 Telezoom.
Allen anderen kann ich nur emmpfehlen sich einfach mal an Portraits zu versuchen und nicht zu früh aufzugeben!
So ist das leben manchmal – unverhofft kommt oft! 🙂
Schöne Geschichte, Tiere merken das manchmal und helfen, wo sie können! 🙂
An deiner Kamera wäre das 25er ja eine Normalbrennweite. Das geht, für mich persönlich wäre aber eine leichte Telebrennweite optimaler. Gibt es da nicht auch etas um die 40 mm?? Mit Blende 1,7 bist du definitiv schon auf dem richtigen Weg! Dann ist es halt so, dass der Hintergrund etwas schärfer wird.
Am Ende ist es aber viel entscheidender, dass du aus deinen Modellen etwas herausholen kannst. Wenn du das tust (was du mit meinem Buch können wirst!), kommt es auf einen Hauch mehr Schärfentiefe nicht mehr an!!! 🙂
Klasse erklärt, Karsten. Leider fotografiere ich nicht gern Menschen. Eine gestellte Pose, ist nicht meins und ich wüsste auch nicht, wie ich einen Menschen ins rechte Licht rücken sollte. Ich bin eher der Tierfreak und Naturfotos finde ich super. Da ist es, wie es ist. Da braucht sich niemand in Pose bringen. Schöne Fotos entstehen zu lassen, aus dem gegebenen Moment. Die Stimmung eines Hundes einzufangen – das ist meins.
Leider habe ich bei der jetzigen Nikon nur das 16-300 mm dabei gekauft. Es machte für mich mehr Sinn. Tiere sind nicht immer still oder berechenbar, deshalb wollte ich erstmal das Teleobjektiv mitnehmen. Aber ich würde es mit einer festen Brennweite gern versuchen. Du hast glücklicherweise schon im Artikel gute genannt.
Makroaufnahmen finde ich auch beeindruckend. Mit der Schärfentiefe, denke ich, muss ich definitiv ein anderes Objektiv haben. Auf Dauer, ist das Tele auch in der Hand sehr schwer. Das nervt auch oft. Wie gesagt, ich möchte mich mehr auf Tiere fixieren.
Danke Miriam. 🙂
Wenn du es gut machst, sieht eine Pose aber gar nicht gestellt aus! 🙂
Aber wenn dir Tiere lieber sind, nur zu. Doch auch dabei würde dir ein solches Tele mehr Möglichkeiten bieten. Aber du hast ja noch Zeit, versuchs halt irgendwann mal. 🙂
Hallo Karsten, vielen Dank für die guten Tips!
Ich fotografiere zwar eher selten Portraits, aber wenn dann mit dem neuen 90mm 2.8 von Tamron. Es ist nicht super Lichtstark, aber zum üben reicht es erstmal. Mal sehen, wenn ich mit dem sparen für mein 200-500mm fertig bin, wäre eine gute Portraitlinse das nächste Ziel 🙂 wird wohl noch eine Weile dauern.
Mach weiter so!
Liebe Grüße
Micha
Ach komm, 2,8 ist besser als jedes Kitobjektiv. Wenn nix anderes da ist, ist das besser als damit zu fotografieren! 🙂
Danke für den interessanten Artikel,
leider habe ich nicht viel Erfahrung mit Portraits. Ich mache eher „Schnappschussportraits“bei Familienfesten oder Treffen mit Freunden. Also neben Gruppenbildern auch Einzelaufnahmen. Es bleibt dann halt auch nicht viel Zeit sich die Einstellungen zu überlegen. Das Wichtigste ist für mich dabei die entsprechende Person scharf abgelichtet zu bekommen . Mit meinem Zoomobjektiv komme ich damit ganz gut zurecht.(18-55, 2,8-4). Da ich mir das Benutzen eines Blitzgerätes abgewöhnt habe, komme ich mit dem Objektiv aber abends schnell an die Grenzen. Deswegen muss dann halt der Isowert hochgestellt werden!!!! da gewöhne ich mich langsam dran!!.
Aber insgesamt sind die Ergebnisse ganz gut und alle freuen sich, wenn sie ein paar Photos bekommen. Eine lichtstarke 50 Festbrennweite wäre natürlich nicht schlecht, leider gibt es für die Fuji so wenig Fremdobjektive.
Gruß Gundela
Ja, ISO ist wahres Voodoo!! Was damit nicht alles geht … als wir noch mit Film arbeiteten, mussten wir oft früher einpacken, als heute.
Komm Gundela, so wenig Angebot ist es auch nicht. Und du solltest immer den Cropfaktor im Hinterkopf haben. Jede Brennweite wird bei dir x 2 gerechnet, ein 50er wirkt dann also wie früher ein 100er. Das ist schon ganz schön lang für Porträts. Wie wäre es mit einem 35er?
Wieder ein großer großartiger Artikel. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich früher mit meiner alten Filmnegativ-Kamera 24 – 45mm Objektiv oft gesagt bekommen habe, komm nicht so nah. Deshalb hab ich bei meiner Sony a700 gleich das 16-105mm Objektiv gekauft. Und bin damit bei meiner Verwandschaft gut ausgekommen. Gruß Michael
Ja, das kenne ich auch. Aber mit einer leichten Telebrennweite funktionierts super, das hats du ja jetzt auch bestätigst. Klasse! 🙂
Hallo Karsten,
echt toller Artikel, ich hoffe ich kann die ganzen Tipps gut umsetzen. Bin ganz neu in der Fotografie und wollte als Übungsprojekt meine Frau porträtieren. Habe mir dann aufgrund deines Artikels ein Minolta 50mm F1,4 besorgt. Leider hab ich zu spät festgestellt das es ein Objektiv für eine Vollformatkamera ist. Gefühlt muss ich weit weg stehen um das komplette Motiv aufs Bild zu bekommen. Wäre ein 35mm Objektiv, für Vollformat, die bessere Wahl, da es ja dann in etwa einem 50mm an der APS-C entspräche? Blicke da leider noch nicht so ganz durch ob die denkweise richtig ist?
Ich schließe aus deinen Infos, dass du eine APS-C nutzt, richtig?
Wenn ja, ist das 50er perfekt! Denn es ist dann ein leichtes Tele, das dich etwas auf Abstand hält. Dadurch wird die Nase deiner Gattin optisch etwas verkürzt. Und weil die Asiaten uns ja alle Langnasen nennen, kann das – auch ohne deine Frau zu kennen – doch nur von Vorteil sein, oder?! 😉
Hallo Karsten, vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Mache viele Fotos von Konzerten und habe mir für meine Canon 80D ein Canon 24-70mm f2.8 zugelegt ist das auch für Porträt Fotografie geeignet bin noch Anfänger.
LG Klaus
Ja, das kannst du dafür natürlich nehmen. 😉
Du solltest nur peinlich genau darauf achten, dass du nicht in den Weitwinkelbereich des Zooms rutschst.
Hallo Karsten,
wirklich toller Artikel!
Beste Grüße
Erkan
Danke, Erkan. 🙂