Nachtfotografie Einstellungen

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Nachtfotografie Einstellungen: Alles was du über die Einstellungen für tolle Nachtfotos wissen musst.

[alert-announce]BUCHEMPFEHLUNG:

Dieser Text ist ein in Teilen gekürzter Auszug aus meinem Buch „Nachtfotografie„, das  im Verlag Markt & Technik erschienen ist.

Du kannst es im örtlichen Buchhandel oder bei Amazon kaufen.[/alert-announce]

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Paris bei Nacht: Locker machbar mit meinen Nachtfotografie Einstellungen in diesem Beitrag. (Foto: Wallerssk/Pixabay)

Wenn du bereits viel Erfahrung in der Fotografie hast und dir Begriffe wie Blende, Belichtungszeit und ISO völlig geläufig sind, dann wirst du mit dem nun folgenden Standardworkflow sehr schnell tolle Fotos in der Nacht fotografieren können.

Nachtfotografie Einstellungen: Der Standardworkflow

Mit den folgenden Einstellungen erhältst du unter allen Umständen erst mal ein ganz ordentliches Foto. Ganz ordentlich bedeutet, dass dein Foto durchaus ganz passabel aussehen kann, aber unter Umständen noch nicht perfekt ist.

Doch mit leichten Anpassungen kannst du von diesem Workflow ausgehend, mit wenigen Änderungen das Foto meist noch weiter perfektionieren.

Ich halte sehr viel davon, mit einer Automatik zu arbeiten, wenn es mal schnell gehen soll, oder ich mir meiner Sache nicht 100-prozentig sicher bin. Solltest du also noch Anfänger sein, das Fotografieren gerade erst erlernt haben oder wenn deine fotografischen Kenntnisse etwas eingerostet sind, dann ist es immer eine gute Idee, mit einer Automatik anzufangen.

So werden massive Fehlbelichtungen verhindert und du erhältst schon einmal ein ganz ordentliches Ergebnis. Insofern solltest du keine Angst vor der Automatik haben oder den sogenannten „Experten“ im Internet zu viel Glauben schenken. Denn wenn diese behaupten, dass du nur manuell gute Ergebnisse erzielen kannst, ist das schlichtweg nicht richtig.

Solltest du dich jedoch schon mit der manuellen Belichtung auskennen, kannst du natürlich weiterhin damit arbeiten. Auch darauf werde ich im Folgenden eingehen.

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Auch zusätzliche Lichtspuren stellen kein Hindernis dar, mit diesen Nachtfotografie Einstellungen zu arbeiten. (Foto: confused_me/Pixabay)

 Nachtfotografie Einstellungen: Die Einstellungen vorab

Doch bevor du den Standardablauf kennenlernst, wirst du bitte folgende Einstellungen an deiner Kamera vornehmen:

  • Wähle das Dateiformat RAW-Format aus. Diese Einstellung führt dann leider dazu, dass du die Fotos nachbearbeiten musst. Aber nur so erhältst du die besten Ergebnisse. Sollten perfekte Ergebnisse nicht dein Ziel sein, kannst du natürlich auch JPGs fotografieren. Ach, übrigens: Möchtest du die Bildbearbeitung in Lightroom lernen, hätte ich da was für dich im Angebot: Lightroom-Onlinekurs.
  • Schalte die ISO-Automatik aus und stelle den geringsten Wert ein, den deine Kamera bietet. Üblicherweise ist das ISO 100. Dann hast du auch keine Probleme mit dem Bildrauschen.
  • Stelle die Zeitautomatik (A oder AV) ein.
  • Den Weißabgleich stellst du bitte auf Automatik.
  • Schalte an deinem Objektiv, falls vorhanden, den Bildstabilisator aus.

Nachtfotografie Einstellungen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit den richtigen Einstellungen und einem guten Arbeitsablauf gelingen Nachtfotos ganz einfach.

Mit dem folgenden Ablauf erhältst du also in den meisten Fällen schon einmal grundsolide Ergebnisse, die du nach einem Probefoto weiter perfektionieren kannst.

Hier kommt er, der Standardablauf mit Geling-Garantie:

  1. Befestige deine Kamera auf einem stabilen Stativ.
  2. Wählen den perfekten Standpunkt aus, von dem aus dein Motiv möglichst optimal aussieht. Beachte dabei meine Tipps zur Bildkomposition.
  3. Stell die Blende 8 ein, die in den meisten Fällen für genügend Schärfentiefe sorgt. Die Belichtungszeit stellt dir die Automatik deiner Kamera dazu ein. Solltest du manuell belichten wollen, stelle auf den Modus M und wähle für einen ersten Test eine Belichtungszeit von 4 Sekunden vor.
  4. Wähle mit deinem Zoom nun den Ausschnitt, der dir all das aufs Foto bringt, was du dir wünschst.
  5. Stelle mit dem Autofokus auf eine Lichtquelle scharf und schalte danach den Autofokus ab.
  6. Bildkontrolle: Mach nun dein erstes Foto und kontrolliere das Ergebnis. Kontrolliere, ob das Bild zu hell oder zu dunkel geworden ist. Falls das Foto zu hell ist, stelle die manuelle Belichtungskorrektur auf – (Minus) bzw. im manuellen Modus eine kürzere Belichtungszeit ein. Ist das Foto hingegen zu dunkel, verlängere die Belichtungszeit oder stelle in der manuellen Belichtungskorrektur auf + (Plus).
  7. Wiederhole den vorigen Schritt so lange, bis du mit dem Ergebnis zufrieden sind. Nimm das Histogramm deiner Kamera zur Hilfe, um die Belichtung perfekt zu platzieren.
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Heller oder dunkler? Mit der manuellen Belichtungskorrektur kein Problem. (Foto: zephylwer0/Pixabay)

Nachtfotografie Einstellungen: Fazit

Nachts zu fotografieren und die richtigen Nachtfotografie Einstellungen zu finden, ist gar nicht so schwer. Ich würde sogar behaupten, dass es fast immer die gleichen Einstellungen sind. Zumindest für alle Fotos, die du im städtischen Raum mit all seiner künstlichen Beleuchtung machst.

Etwas anderes ist es, wenn es an Polarlichter, Mond- und Astrofotografie geht. Auch Lichtspuren und Feuerwerk benötigen andere Nachtfotografie Einstellungen an der Kamera und Änderungem am Standardablauf.

In meinem Buch gehe ich natürlich auf all diese Dinge im Detail ein. Auch der o.g. Standardablauf wird nochmal ausführlich erklärt mit allen wichtigen Zusatzinfos und Erfahrungswerten, die ich mir in vielen Jahren Nachtfotografie erarbeitet habe.

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 (Foto: tpsdave/Pixabay)

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44 Kommentare
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Katja

Hallo Karsten,

vielen Dank für diesen Blogbeitrag! Vor der Nachtfotografie habe ich mich bisher „gefürchtet“, aber mit deinen Tipps werde ich sie bei Gelegenheit gleich mal testen (im Regen macht es grad keinen Spaß ?)

Danke für Deine tollen Beiträge! Sie motivieren mich immer wieder die Kamera in die Hand zu nehmen! Man sollte sich einfach mehr Zeit für Hobbys nehmen!

Schönes Wochenende! Viele Grüße, Katja

Christian

Hallo Karsten freue mich schon auf dein Buch.
Ich habe schon mal in einen Dunklen Raum etwas mit einem Fritz Telephon gemacht ist schon verrückt was da dabei raus kommt

Annette

Hallo Karsten,
die Nachtfotografie stand auch bei mir ganz oben auf der Wunschliste. Danke für den tollen Beitrag. Deine Erklärungen sind super und auch für den „Normalo“ verständlich. Ich schließe mich Katja an, man sollte sich einfach mal mehr Zeit für´s Hobby nehmen. Ich werde mich an der Nachtfotografie versuchen und berichten – versprochen !!!

Wünsche dir ein schönes WE und uns noch viele tolle Beiträge von dir.
Vielen Dank für deinen Einsatz
Liebe Grüße
Annette

Andy

Ein ganzes Buch über die Nachtfotografie! Na da werde ich ja von Dir noch etwas zu lesen bekommen in diesem Jahr. Bin ein großer Freund von solchen Bildern und gehe vor allem in der kalten Jahreszeit recht gern bei Nacht fotografieren. – http://www.fotocommunity.de/photo/castle-sigmaringen-by-night-ryllps/39214380 – Bin gespannt auf Deine Ausführungen und ich werde sie auch für mich testen. Gruß Andy

Andy

Sch…, liegt wahrscheinlich am Monitor. Hab gerade im Web mich mit der Kalibrierung beschäftigt…

Andy

Danke!

Bärbel

Hallo Karsten,

dein Beitrag ist super gut und verständlich erklärt. Werde mich bei nächster Gelegenheit in die Dunkelheit stürzen und versuchen, nach deinen Vorgaben einige Fotos zu machen. Momentan regnet es leider auch bei uns täglich. Erstmal vielen Dank und ich hoffe, dass dein Buch nicht mehr allzu lange auf sich warten läßt.

Viele Grüße

Bärbel

Cornelia Herzfeldt

Hallo Karsten,
ich werde mich der Herausforderung stellen, habe es mir ja gewünscht. Ich freu schon darauf, deine Tips aus dem tollen Beitrag umzusetzen. Und heute kommt schon der nächste.
Danke für deine Blogs,
Du motivierst mich immer wieder, etwas Neues zu probieren und raus zu gehen.
Liebe Grüße
Conny

Arno G.

Hi,

Welcher Einsendeschluss stimmt denn nun? Der aus Deiner Mal (31.03.2017) oder der auf Deiner Website (7.4.2017)?

Danke und lieben Gruß

Arno

Arno G.

Danke!

Marcus

Toller Beitrag, super erklärt.
Glaube bei mir ist im Modus „A“ eine max. Belichtungszeit von 2 Sekunden möglich, so dass ich bis jetzt immer mit „M“ fotografiert habe.
Was meinst Du unter Punkt 5 mit „Autofokus abschalten“? Ich fokussiere auf einen Punkt in der Hoffnung das die Kamera auch was findet und dann…??…

Gruß Marcus

Marcus

Mich verunsichert nur die Aussage „Autofokus ausschalten“, muss ich bei meiner Kamera mal schauen wie das geht.

Hannelore

Da ich erst kürzlich auf deinen Blog gestoßen bin, habe ich eine Menge zu tun, alles! gründlich zu lesen. Heute bin ich nun an diesem Beitrag angekommen und bin total motiviert. Das Buch (ist ja inzwischen erschienen) muss ich unbedingt haben. Mein Mann behauptet, dass ich inzwischen abends mehr Zeit mit dir verbringe als mit ihm. TzzTzz. Naja, wo er Recht hat, hat er Recht. Deine Tipps und Anleitungen sind halt spannender als ein Fersehkrimi;-)) L.G.

Hannelore

Hallo Karsten, das Buch ist bestellt und unterwegs. Voller Ungeduld habe ich aufgrund deiner Beschreibung in diesem Artikel aber schon gestern Abend einen Versuch in unserem Garten gestartet. Kamera klar gemacht, ein paar Kerzen und Laternen zwischen die Gartenmöbel platziert und mit 30s eine Aufnahme gemacht. Dann habe ich, weil das Histogramm deutliche Unterbelichtung anzeigte, die Belichtung kräftig nach oben korrigiert..Das erwies sich in diesem Fall als Fehler. Die Bilder waren viel zu hell. Geplant war ja eine romantische Lichtstimmung im dunklen Garten. Nun weiß ich, wie dringend ich das Buch für Mehrwissen brauche. Die persönliche Lehre, die ich aus dem leicht missglückten Versuch ziehe, ist, dass das Histogramm wohl bei besonderen sehr hellen oder sehr dunklen Situationen nicht unbedingt ausgewogen sein muss. Seh ich das richtig? L.G.

Günther

Das ist ein tolles Buch. Obwohl ich schon einige Zeit fotografiere, habe ich bislang wenig Erfahrung mit Nachtlichaufnahmen. Nun habe ich mir ein 25mm 1.7 von Panasonic für meine gx80 gekauft und bin schon sehr erfreut. Deine Tipps sind sehr wertvoll.
Ein Bild bringt mich jedoch zum grübeln, ohne Resultat. Es handelt sich um eine Kreuzung mit mehreren Leuchten: Blende 1,7, iso1600. Das Licht der Lampen ist zwar überstrahlt, aber es ist auch ein Lichtkreis zusätzlich zu sehen, der dreimal so groß ist wie der Lampenkörper. Das hatte ich noch nie gesehen. Was könnte das sein? Objektivfehler? Falsche Einstellung?

G. Frey

Da sprichst Du jetzt einen wesentlichen Punkt an, den ich zwar nachvollziehen kann, wo ich jedoch im Widerspruch zu Dir bin. Du empfiehlst oft Blende 8 auch für die Nachtfotografie, nun möchte ich aber auch City-Aufnahmen mit bewegten Objekten – Auto, Menschen vor allem – machen. Mit Blende 8 muss ich dafür auf iso 6400 gehen, zumindest bei meiner Mft Kamera. Außerdem liebe ich die Offenblende mit der niedrigen Schärfentiefe. Was tun?

Andre

Hallo Carsten,

bin jetzt erst auf deinen Blog Eintrag für Nachtfotografie gestossen.
Das Buch was sie geschrieben haben… wie heisst es?
Gruss André

Ulrich

Hallo Karsten,

auch dir ein frohes, neues Jahr! Übernächste Woche bin ich auf Norderney. Da werde ich mal etwas probieren.

Viele Grüße
Ulrich

Manfred Weisser

Hallo Karsten,
auch Dir ein gutes Neues Jahr!

Ich habe mir Dein Buch über Nachtfotografie besorgt, habe da noch einiges gelernt.
War dann im Landschaftspark Nord Duisburg. Fotoausbeute gut. Die Empfehlungen aus dem Buch habe ich erfolgreich angewendet.

Beste Grüße,
Manfred

Sylvia Süss

Hallo Karsten, ein gutes neues Jahr! Wieder mal ein toller Artikel, herzlichen Dank! Werde es bei nächster Gelegenheit versuchen 🙂

Heiko Mertig

Hallo Karsten, erst einmal danke für Deine Tipps.
Ich habe eine Canon EOS und wollte schon lange mal den Nachthimmel fotografieren. Stativ und Selbstauslöser vorhanden. Gestern bin ich los, doch alle Fotos sind total schwarz, kein Stern zu sehen. Habe die Belichtungszeit auf BULB und die Blende auf kleinste Einheit 4,5 gestellt. AV aus. Trotzdem alles dunkel, nichts zu erkennen, obwohl ich fast eine Min belichtet habe. Nächster Versuch war eine Nachtaufnahme vom Kernkraftwerk Brokdorf auf der anderen Elbseite. Ich habe mehrere Aufnahmen mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten gemacht, aber alle sind gleich hell, bzw. dunkel. Ich dachte wenigstens die Helligkeit des Himmels würde sich ändern. Kannst Du mir sagen, was ich falsch mache??

[…] also z.B. 80 oder 160 ISO. Wenn allerdings bei Aufnahmen in den Abend- und Nachtstunden wie bei der Nachtfotografie oder in Innenräumen das Licht fehlt, kann dieser erhöht werden. Moderne Digitalkameras wie die […]

Martin Schmauder

Danke für die Klaren Tipps! Eine Frage noch: Sollte man bei Nachtfotos nicht ebenfalls etwas unterbelichten? Die Dunke-Hell unterschiede sind ja prinzipiell sehr groß und die Gefahr, dass einzelne Lichter ausgebrannt sind größer als am Tag.

Martin Schmauder

Hallo Karsten! Danke für die ausführliche Antwort. Ja, ich werde mal versuchen, quasi „korrekt“ zu belichten. Allerdings gibt es da in vielen Fällen natürlich schon mal grundsätzliche Probleme. Wenn ich mit „Lichtstreifen“ arbeiten möchte (was ich oft tue), brauche ich eine lange Belichtungszeit, muß also quasi künstlich abdunkeln. Oft über den Punkt der „richtigen“ Belichtung hinaus (wenn z.B. 2 oder 3 Sekunden nicht genügen). Oder bei einem Bild mit beleuchtetem, fließendem Wasser (Fontäne), wie ich es neulich hatte. Wenn man das Wasser „glatt“ bekommen möchte, braucht man lange Belichtungszeiten. Das schadet dann den Lichtern. Ich werde es mal mit einem leichten ND-Filter versuchen (ND 8), das müsste dann ja helfen. Da stehen mir noch einige Experimente bevor 😉