In meinem Artikel über Makrofotografie hast du gesehen, wie weit du ganz ohne Zubehör kommst. Manchmal reicht das aber nicht: Willst du sehr kleine Dinge formatfüllend aufnehmen, stößt jedes normale Objektiv an seine Naheinstellgrenze – unterhalb dieses Abstands stellt es nicht mehr scharf. Hier helfen die folgenden Lösungen, jeweils mit meiner ehrlichen Bewertung – von günstig und simpel bis teuer und flexibel.

Nahlinsen
Nahlinsen sind wie eine Lupe, die du vor dein Objektiv hältst: Sie werden einfach ins Filtergewinde geschraubt und stehen sofort zur Verfügung.
Vorteil: denkbar einfach in der Anwendung – aufschrauben und loslegen.
Nachteile: Sie sind unflexibel – sie passen nur auf ein bestimmtes Filtergewinde (für andere Objektive brauchst du andere Größen) und du brauchst für unterschiedliche Stärken (in Dioptrien angegeben) mehrere Linsen. Vor allem aber zeigen einfache Nahlinsen Abbildungsfehler, allen voran die chromatische Aberration – farbige Ränder, die das Foto schnell verderben.

Meine Bewertung: Die Nahlinse ist etwas für alle, die wenig ausgeben wollen, mit Qualitätsabstrichen leben können oder nur sehr selten Makros machen.
Achromaten
Der Achromat ist die Weiterentwicklung der Nahlinse und wird genauso aufgeschraubt. Durch zwei kombinierte Linsen (Streu- und Sammellinse) ist die Abbildungsqualität deutlich besser, vor allem die chromatische Aberration tritt viel schwächer auf.
Vorteile: ebenso einfach in der Anwendung, aber deutlich bessere Abbildungsleistung als eine Nahlinse. Nachteile: dieselbe Unflexibilität (Größen, Dioptrien) – und deutlich teurer.
Meine Bewertung: Schon sehr viel besser – ideal, wenn du nur einen brauchst, weil du ähnlich große Motive fotografierst. Mehrere Stärken zu kaufen geht aber unnötig ins Geld; dann lohnen die folgenden Lösungen.
Zwischenringe
Zwischenringe werden meist als 3er-Set verkauft (klein, mittel, groß) und – wie der Name sagt – zwischen Objektiv und Kamera geschraubt. Du kannst sie einzeln oder kombiniert nutzen, mit jedem Universalzoom (sofern du das Objektiv abnehmen kannst). Sie verlängern den Auszug, also den Abstand zwischen Objektiv und Sensor.
Durch diesen größeren Abstand erscheint die Blende deines Objektivs optisch kleiner: Du hast nicht mehr die an der Kamera angezeigte (nominale) Blende, sondern eine etwas weiter geschlossene – die sogenannte effektive Blende. Wie stark, hängt davon ab, wie weit du den Auszug verlängerst. Was das fürs Rechnen bedeutet, klären wir gleich im eigenen Kapitel.
Vorteile: sehr flexibel und vielseitig, im Verhältnis dazu extrem günstig, und sie mindern die Abbildungsleistung deines Objektivs nicht (keine zusätzlichen Abbildungsfehler). Nachteil: Lichtverlust – die effektive Blende weicht von der angezeigten ab. Hinweis: Mit Weitwinkeln funktionieren sie schlecht, nimm leichte Telebrennweiten. Ob mit oder ohne Autofokus ist fast egal, da erfahrene Makrofotografen ohnehin meist manuell fokussieren.
Meine Bewertung – mein Kauftipp: Zwischenringe bieten für kleines Geld maximale Flexibilität und extreme Vergrößerungen. Ein Makroobjektiv lohnt nur für echte Vielfotografen. Tatsächlich nutze ich selbst im Makrobereich nichts anderes als einen Satz Zwischenringe.
Abbildungsmaßstab und effektive Blende berechnen
Um die effektive Blende zu bestimmen, brauchst du zuerst den Abbildungsmaßstab:
Abbildungsmaßstab = Bildgröße : Gegenstandsgröße
Beispiel: Eine 1,2 cm große Biene, die 1,2 cm groß auf den Sensor kommt, hat den Maßstab 1; kommt sie nur 0,6 cm groß, ist es 0,5; doppelt so groß wie in echt, ist es 2. Daraus folgt die effektive Blende:
Effektive Blende = nominale Blende × (Abbildungsmaßstab + 1)
Bei nominal Blende 11 ergibt das: Maßstab 1 → f/22, Maßstab 0,5 → f/16,5, Maßstab 2 → f/33.
Wichtig für scharfe Makros ist die förderliche Blende deines Sensors – wird die effektive Blende kleiner (Wert größer) als diese, machen Beugungsunschärfen das ganze Bild leicht unscharf:
| Sensor | Förderliche Blende | Bei Maßstab 2 nominal öffnen auf |
|---|---|---|
| Vollformat | f/22 | f/7,1 |
| APS-C | f/16 | f/5 |
| MFT | f/11 | f/3,5 |
| Kompaktkamera | f/8 | f/2,8 |
Beispiel 3 von oben (effektiv f/33) liegt über jeder förderlichen Blende – egal welcher Sensor. Du müsstest die nominale Blende so weit öffnen, dass die effektive höchstens der förderlichen Blende entspricht (rechte Spalte). Kurz: Um etwas Rechnerei kommst du im Nahbereich nicht herum. Mit einer Automatik berücksichtigt die Kamera die effektive Blende automatisch (über eine längere Belichtungszeit); arbeitest du manuell, übernimmst du das selbst.
Balgengeräte
Ein Balgengerät schraubst du ähnlich wie Zwischenringe zwischen Kamera und Objektiv und verlängerst damit ebenfalls den Auszug – es gelten also dieselben Vor- und Nachteile wie bei den Zwischenringen.
Zusätzlicher Vorteil: Balgengeräte sind viel feiner einstellbar als die festen Stufen der Zwischenringe – ein präzises Werkzeug, wenn dir das wichtig ist. Nachteil: Wirklich stabile (gute) Balgengeräte sind recht teuer.
Meine Bewertung: noch mehr Flexibilität und noch extremere Maßstäbe als Zwischenringe, aber fummeliger in der Anwendung und deutlich teurer.
Makroobjektive
Ein Makroobjektiv ist das Traumwerkzeug für die Makrofotografie: beste Abbildungsleistung, höchste Flexibilität, keine Fummelei – dafür unter allen hier vorgestellten Lösungen das teuerste.
Welche Brennweite für was?
Makroobjektive gibt es grob um 50 mm, um 100 mm und um 200 mm. Als Hobbyfotograf wählst du das 50er, wenn du eher Blümchen fotografierst. Für Insekten nimmst du die längere Brennweite um 100 mm – Insekten haben eine Fluchtdistanz und lassen dich nicht so nah heran. Das 200er ist für besonders scheue Tierchen perfekt, sofern dich der Preis nicht schreckt.
Lichtstärke und Schärfentiefe
Lichtstärke ist bei Makroobjektiven nicht entscheidend – außer du willst sie auch in der Porträtfotografie einsetzen, wofür sie sich wegen ihrer Nahbereich-Optimierung bestens eignen. Je näher du herangehst, desto geringer die Schärfentiefe bei gleicher Blende; im Makro wird deshalb meist deutlich abgeblendet. Ein sehr lichtstarkes Makroobjektiv eröffnet dir umgekehrt die Möglichkeit, mit extrem geringer Schärfentiefe sehr weiche, „dahinschmelzende“ Bilder zu gestalten.
Vorteile: beste Einsatzmöglichkeiten und Abbildungsleistung, hohe Flexibilität, keine Fummelei, auch im Porträtbereich nutzbar. Nachteil: hoher Preis.
Meine Bewertung: Wenn du oft und viel im Makrobereich fotografierst, kauf dir ein Makroobjektiv.

Kaufempfehlung im Überblick
Die Entscheidungslinie ist einfach: von günstig + simpel (Nahlinse, Achromat) über flexibel + preiswert (Zwischenringe – mein Tipp) und präzise (Balgengerät) bis zum teuer + komfortabel Makroobjektiv für Vielfotografen. Bei den Makroobjektiven richtest du dich nach dem Motiv: 50 mm für Blümchen, 100 mm für Insekten, 200 mm für scheue Tiere. Konkrete aktuelle Modelle für deine Marke (Nikon, Canon, Sony, Fremdhersteller) ergänze ich gesondert.
Neu hier?
Fototipps per E-Mail erhalten – inklusive Kamera-Entscheidungskarte
Du erhältst von mir regelmäßig fotografische Praxis-Impulse per E-Mail, Hinweise auf neue Inhalte sowie gelegentliche Angebote zu meinen Fotokursen und Produkten. Als Dankeschön für deine Anmeldung sende ich dir nach Bestätigung deiner E-Mail-Adresse die Kamera-Entscheidungskarte zu. Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Abmeldelink in jeder E-Mail mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.
Im Moment vor dem Auslösen bleibt selten Zeit, einen Artikel nachzulesen. Deshalb passt die Kamera-Entscheidungskarte auf ein Blatt: vorn fünf Entscheidungen in fester Reihenfolge, hinten eine ruhige Fehlersuche für den Fall, dass ein Bild nicht klappt. Danach schreibe ich dir regelmäßig, worauf ich beim Fotografieren achte und wie ich Entscheidungen treffe.

Hallo Karsten,
mit diesem Artikel hast du mir eine besondere Freude bereitet. Ich hatte mir vor etwa einem Jahr ein Set Zwischenringe 10mm und 16mm gekauft, um auch mit meiner Nex 5N Makros schießen zu können. Leider sind mir damit nur ganz zufällig und nicht allzu oft gute Fotos gelungen. Also liegen die Ringe meistens im Schrank. Beim Lesen deiner ausführlichen Beschreibung (Hintergrundinfo) ging mir doch gleich ein Licht auf. Am Wochenende werde ich sie mit den neuen Erkenntnissen einsetzen und hoffe, dass noch weitere Lichter aufgehen. L.G. Hannelore
Super, wenn ich dir deine Zwischenringe mal wieder schmackhaft machen konnte! 🙂
Dann berichte mal, wie es gelaufen ist! 🙂
Hallo Karsten,
danke für den interessanten Artikel,
ich liebe die Makrofotographie, Blümchen, Tierchen, Steinchen, Seifenblasen,……..
Ein Makroobjektiv habe ich leider nicht, auch keine Zwischenringe…
Das 16 mm Festbrennweite ermöglicht mir einen Abstand von 15 cm. Die damit entstandenen Bilder fand ich bisher schon ziemlich gut. Habe eben aber mal den Abbildungsmaßstab nachgeschaut. Der ist leider nicht so gut. Also wären dann Zwischenringe schon eine deutliche Verbesserung?.
Vielleicht sollte ich die dann doch mal ausprobieren.
Immerhin habe ich das Wichtigste von der Hintergrundinfo eben schon mal auf eine Karteikarte geschrieben. Die Karteikarten sind immer griffbereit als „Spickzettel“ im Fotorucksack.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende, Gundela
Wenn du kein Makroobjektiv hast, sind Zwischenringe eine gute Iee, um mit den vorhandenen Objektiven in den Makrobereich zu kommen.
Hallo Karsten, bin mir gar nicht mehr sicher ob das gestern von mir
geschriebene richtig ist.??????????????
es ist so, 16 mm Weitwinkelobjektiv:
Naheinstellung 15 cm, Abbildungsmaßstab 1:4,8, max. Vergrößerung 0,12x
60 mm Makro:
Naheinstellung 27 cm, Abbildungsmaßstab 1:2, max Vergrößerung 0,5x
da ist doch makromäßig das Weitwinkel besser oder???????????????????
oder wo ist der Denkfehler,oder ist das Makro von der Bildqualität einfach besser??
Gundela
Ich weiß nicht, woher du die Werte hast. Zumindest beim Weitwinkel passt da irgendwas nicht zusammen ….
(1:4,8 = 0,21 und nicht 0,12!!! >>> Entweder hast du einen Zahlendreher produziert oder die Angabe ist falsch)
Aber überleg mal: Wenn du deine o.g. Abbildungsmaßstäbe nimmst, dann heißen die…
– ein 4,8 cm großes Motiv wird 1 cm groß auf den Sensor gelangen
– ein 2 cm großes Motiv wird 1 cm groß auf den Sensor gelangen.
Nun bist du dran: Bei welchem Objektiv kommt nun das Motiv größer auf das Foto??
Hallo Karsten
Nach dem ich den Tip von letzter Woche ausprobiert habe ohne Makroobjektiv
Fotos zu machen habe ich mir jetzt mal die 3 Zwischenringe bestellt und werde es mal ausprobieren ob ich mich für die Makrofotografie begeistern kann.Für den Preis kann man ja nichts verkehrt machen.
Bis dann und schönes Wochenende
Hermann aus O.E.
Hey Hermann, nö, da machst du nix falsch!! 🙂
Berichte mal, wie es läuft!
Aloha Karsten!
Eine weitere Möglichkeit für den Gelegenheits Makrofotographen wäre noch eine seperate Kompaktkamera mit Makromodus (haben eigentlich alle Kompakten). Man muss nichts weiter montieren, ist sofort einsatzbereit und nimmt wenig Platz in Anspruch. Es muss dafür noch nicht mal die Neueste sein. Ich hab damit im letzten Jahr den einen oder anderen erfolgreichen Schnappschuss gemacht. 😉
Gruß
Martin
Das ist eine wirklich gute Idee!! Die kleinen Dinger leisten Beachtliches im Makrobereich! 🙂
Hallo Karsten,
auch wenn ich ein Makro besitze (90mm Tamron neu) so fand ich deinen Artikel dennoch sehr interessant! Ich lerne eigentlich immer eine Kleinigkeit dazu.
Vielen Dank dafür!
LG
Micha
Danke Micha! 🙂 Super!
Dein Artikel war wie immer sehr interessant, danke schön !
In der Zwischenzeit besitze ich selbst ein Makroobjektiv – Olympus 60mm, für meine Olympus Kamera mit MFT Sensor. Die 60mm entsprechen somit 120mm bei einem Kleinbild Sensor.
Zuvor hatte ich so ziemlich alles ausprobiert, was Du in deinem Artikel aufgezählt hast – Nahlinsen, Balgen, Akromaten und Umkehrringe, mit dessen hilfe man ein Objektiv umgekehrt an die Kamera montieren kann. Die Ergebnisse sind erstaunlich und man kommt damit auf ein Abbildung von etwa 4 bis 5 zu 1. Das fotografieren mit so einem Umkehrring empfand ich allerdings als sehr anstrengend und ohne stabiles Stativ in verbindung mit einem Makroschlitten geradezu unmöglich, da es sehr schwer ist den exakten Schärfepunkt zu finden. Ein falsch herum angebrachtes Objektiv ist also nichts für das schnelle Foto zwischendurch 🙂
Wie Du schon schreibst, es geht halt doch nichts über ein richtiges Makroobjektiv !
Vielen dank für deinen Artikel und viele Grüße
Ralf
Danke für das Teilen deiner Erfahrungen. 🙂
Retroringe sind per se nicht schlecht. Aber wegen des Fummeligkeitsfaktors habe ich ihn direkt weggelassen. 😉
Hallo Karsten,
das war schwer verdauliche Kost :)))
Mit den Zwischenringen hatte ich ähnliche Probleme wie Hannelore, dachte aber, das liegt daran, dass man bei solchen Vergrößerungen einfach schneller verwackelt und habe deshalb auch mit Stativ geübt.
Jetzt muss ich also auch noch rechnen und werde sehen, ob ich dann öfter richtig scharfe Bilder bekomme. Danke für den Tipp auch wenn ich noch nicht sicher bin, ihn in der Praxis richtig umsetzen zu können.
LG Ute
Am besten, du testest es. Wenn du dann Probleme hast, frag hier nach.
Falls keine Probleme auftauchen, interessieren mich deine Erfahrungen. 🙂
Lieber Karsten, erst einmal danke für die Mühe, die Du Dir wieder gemacht hast, und ich möchte ja auch so viel wie möglich lernen, doch obwohl ich mir den Artikel mehrfach durchgelesen habe, muss ich gestehen, dass ich die blau hinterlegten Hintergrundinformationen nicht verstehe.
Ich würde gern die Zwischenringe an meinem Nikon 85 mm/1.4 verwenden, das ohne Zwischenringe eine Naheinstellgrenze von 85 cm hat. Ich verspreche mir davon ein besonders schönes Bokeh. Aber Blende 11? wird da nicht auch der Hintergrund total scharf,vor allem wenn bei Verwendung der Zwischenringe von Blende 11 letztendlich Blende 22 wird?
Wenn ich im Abbildungsmaßstab 1 mit einer Vollformatkamera Blende 4 vorgebe, mache ich dann mein Foto bei Verwendung von Zwischenringen mit Blende 8 bzw. habe ich die gleiche Schärfe als wenn ich Blende 8 verwende?
Ich weiß mich leider nicht anders auszudrücken und bitte um Entschuldigung, wenn ich gar zu argen Bockmist geschrieben habe.
Liebe Grüße
Gertrud
Nö, Gertrud, ist ja gut, dass du nachfragst! 🙂
Die Zwischenringe verringern die Naheinstellgrenze enorm, das wird also mit deinem 85er funktionieren.
Je näher du herangehst mit der Kamera, umso geringer wird die Schärfentiefe – bei gleicher Blende. Wenn du also ein Makrofoto machst, sorgt selbst Blende 11 oder 22 für eine geringe Schärfentiefe. Unglaublich, aber wahr! 🙂
Ja, genau! 🙂
Oder noch präziser: Wenn du bei Abbildungsmaßstab 1 an deiner Kamera Blende 4 (nominal) einstellst, hast du aber tatsächlich Blende 8 (effektiv) eingestellt. Und erhältst die Schärfentiefe von Blende 8 – weil sie ja eingestellt ist. 🙂
Hallo Karsten,
danke für den ausführlichen Beitrag! Ich besitze ein Canon Portraitobjektiv mit 50 mm Festbrennweite, Blende 1,8. Wäre das mit Zwischenringen für die Makrofotografie geeignet?
Danke und schöne Grüße
Ulrike
Ja, das ist gut geeignet! 🙂
Hallo Karsten, vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel, vor allem mit den Zwischenringen. Dafür hab ich mich jetzt entschieden und warte gespannt auf die Lieferung, um es in die Tat umzusetzen:-).
Viele Grüße
Martina
Berichte, wie es läuft! 🙂
Danke Karsten, dass Du mir die Zusammenhänge noch einmal erklärt hast.Inzwischen habe ich auch mit verschiedenen Zwischenringen an meinem 85 mm, 1.4 praktische Erfahrung gesammelt. Es war ein wenig mühselig, den genauen Schärfepunkt zu finden, dabei war mir die Makroschiene, die seit kurzem zu meiner Ausstattung gehört, sehr hilfreich. Mir sind einige superschöne Fotos gelungen mit dem einzigartigen Bokeh dieses Objektivs.
Ich bleibe auf alle Fälle dran und werde mich beim nächsten Mal an die ganz kleinen Frühjahrsblüher wagen.
Danke für Deine Mühe
Klasse, danke für die Rückmeldung. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert! 🙂
Hallo Karsten,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Bald macht in Hamm wieder das Schmetterlingshaus auf. Die von Dir erwähnte Pipette mit Zuckerwasser wird mir hoffentlich helfen schöne Makro´s zu machen. Ich bin schon ganz gespannt darauf.
liebe Grüße
Georg
Versuch’s mal und berichte. Bin gespannt! 🙂
Hallo Karsten,
bisher habe ich meine Makros mit der Sony apha 68 + 50 mm Festbrennweite und entsprechenden Zwischenringen gemacht. Mit durchaus Erfolg. (Sorry muste mal geschrieben werden :-)).Mitterweile bin ich fast „makrosüchtig“ geworden und werde hier sicherlich noch viel machen. Ist der Unterschied zwischen echten Makrobjektiven und meiner Lösung mit Zwischenringen wirklich so gross und kann man diese Objektive auch für normale Fotos gebrauchen? Vielen Dank für Deine Einschätzung :-).
Liebe Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
naja, wenn du als Objektiv die allerletzte Eiergurke auf die Zwischnringe schraubst, ist der Unterschied sicherlich größer. 🙂
Nutzt du aber ein gutes Objektiv, verschlechtern die Zwischenringe sicherlich nichts.
Wenn wir also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sind die Unterschiede sicherlich vernachlässigbar.
Und selbst, wenn Makroobjektive theoretisch besser für den Nahbereich optimiert sind (i.S. einer besseren Ausnutzung optischer Gesetze durch die Ingenieure beim Entwickeln des Objektivs) bleibt die Frage, ob einige Prozentpunkte mehr Qualität im Foto zu sehen sind. Ich denke, das ist nicht der Fall!!!
Also mach mal schön weiter, du Makrosuchti! 😉
der Karsten
PS: Mokroobjektive entwickeln ihre volle Leistung im Nahbereich, also bei Makrofotos und Closeups im Porträtbereich. In der Ferne (z.B. bei Landschaften) haben sie eher Schwächen. Aber natürlich sind sie auch da „verwendbar“.
Danke Karsten für diese erstklassige und sehr übersichtliche zusammenstellung! Kannst du vielleicht auch ein paar Sätze zum Makrobereich jenseits 1:1 verlieren? habe einige „googlenächte“ im umfeld, „lupenobjektive, rodagon, luminar usw“ hinter mir. möchte gerne – bei möglichst guter abbildungsqualität – in den bereich 3 bis 5 fache Vergrösserung vordringen. Dass die Probleme mit dem Massstab mitwachsen ist mir bekannt! Danke! für deine Zeit und Mühe;
Alfred Rosner
Hallo Alfred,
danke für das Lob. 🙂
Größer als 1:1 ist dann das weite Feld der Mikrofotografie. Das nur zur Erklärung, warum ich in diesem Beitrag nichts dazu schreibe. 🙂
Im Grunde musst du von allem, was für die Makrofotografie nötig ist, nur mehr nehmen: mehr Zwischenringe, stärkere Lupenobjektive, mehr Auszug.
Willst du beste Qualität mit einer „normalen“ Digitalkamera, besorge dir ein möglichst langes und stabiles Balgengerät und setze ein hochwertiges Vergrößerungsobjektiv in Retrostellung darauf. Denn Vergrößerungsobjektive sind für den Nahbereich optimiert, viel besser, als normale Optiken. Mit dem Rodagon bist du auf dem besten Wege, perfekt wäre ein Apo-Rodagon.
Dieses Setup ist ok.
Willst du die best-mögliche Qualität ist dieses Setup aber einer Kombination aus Fachkamera (z.B. Sinar, Plaubel, Linhof) und Makroobjektiv (z.B. Apo-Ronar, Makro Sirinar N, Apo Makro Sirinar N) unfassbar unterlegen! Doch das setzt die Beschäftigung mit analoger Fotografie, also Belichtung auf Film, und das Einarbeiten in professionelle Arbeitsweisen voraus.
Keine Ahnung, ob du so weit gehen willst?! 🙂
Vielen Dank Karsten! Du hast die Thematik mit wenigen Sätzen klar auf den Punkt gebracht und mir viel mehr geholfen als mit langen „wissenschaftlichen“ Abhandlungen. Werde versuchen mir mit dem von dir dargestellten „normalen“ Setup das bestmögliche Ergebnis zu erarbeiten und – sollte dies gelingen – dann voller Freude meine Grenzen akzeptieren.
LG und Danke nochmal!
Alfred
Gerne, Alfred. 🙂
Ist immer gut, seine und die Grenzen seiner Kamera zu kennen. Dann kannst du dich zwischen ihnen nämlich wunderbar austoben! 🙂
Hallo Karsten,
du hast bei der Auflistung der Makroobjektive noch das Nikkor 4/200 vergessen. Hierbei handelt es sich um ein hervorragendes Objektiv mit einem Mindestabstand von 40 cm (wichtig für die Fluchtdistanz bei Tieren).
Zu dem vermisse ich den Hinweis zum Anbringen von WW-Objektiven in Retrostellung, die so für die Makrofotografie nutzbar sind.
Das Balgengerät PB-6 von Nikon hat bereits die Vorrichtung zur Anbringung eines Objektives in Retrostellung. Mit Zusatzbalgen und dem 2.8/20 mm in Retrostellung ist so ein Abbildungsmaßstab von bis zu 23:1 möglich.
Gruß Norbert
Danke für die Hinweise, Norbert. 🙂
Das 200er habe ich oben ergänzt.
Die Retroringe habe ich, wie schon in einem anderen Kommentar beantwortet, aus Fummeligkeitgründen weggelassen.
Generell: Größer als 1:1 ist ja schon Mikrofotografie, daher beziehen sich meine Aussagen in diesem Artikel schwerpunktmäßig nur auf Zubehör für die Abbildungsmaßstäbe bis 1:1.
Ciao Karsten
Danke für deinen super tollen Lehrgang.
Da ich Anfängerin bin, ist für mich leider (noch) nicht alles nachvollziehbar, besondern wenn es um den rechnerischen Teil geht… Liegt also nicht an dir 🙂
Mich fasziniert das Makrogebiet, wesshalb ich mir ein Nikon 40mm zugelegt habe 🙂 mit welchem ich ganz schöne Aufnahmen z.Z. von Blüten hin kriege.
Heute versuchte ich es mit einem mir geschenkten Zwischenring N-AF 36mm am 40mm Objektiv.
Ich fotografiere mit einer Nikon D7500.
Ist diese Kombination nicht geeignet, oder WAS mache ich falsch, dass meine Aufnahmen nicht wirklich scharf werden?
Gerne ein Beispielbild mit ZR (Löwenzahn)
Freue mich über deine Hilfetips und schick beste Grüsse, bleib gesund
Grisch
Hallo Grisch,
habe deinen Kommentar im Spam gefunden. Hier nochmal die Antwort in aller Ausführlichkeit: https://www.loom.com/share/d2122c9c652844a99330029aaf22de3a
Hallo Karsten,
ich habe für meine A 7 mit Sony 50 mm Festbrennweite (habe auch 24-240 mm) zwei Meike Automatic Extension Zwischenringe 10 und 16 mm gekauft und fast nie benutzt. Dein Artikel hat mir Lust gemacht, aber als Laie auch nicht weitergeholfen. Einige Versuche sind nicht knackscharf, auch wenn ich mit MF-Hilfe hin- und her scrolle. Welche Kameraeinstellungen sollte ich wählen für Makroaufnahmen? Gibt es eine gute und verständliche Literatur für das fotografieren mit wischenringen?
Gruß
Erwin aus Luxemburg
Leider verrätst du nicht genau, weshalb du deine Ergebnisse für nicht gelungen hältst. Da muss ich raten:
Sind sie verwackelt? Dann nutze einen höheren ISO-Wert.
Sind sie woanders scharf, als du es wolltest? Dann stell richtig scharf.
Hast du extrem geringe Schärfentiefe? Dann nimm einen größeren Blendenwert für mehr Schärfentiefe.
Die Anwendung mit Zwischenringen ist nicht schwieriger als ohne. Du musst nur wissen, dass die Schärfentiefe im Nahbereich extrem gering wird, also mit Zwischenringen noch geringer.
Vielleicht schaust du dir mal meine Inspiclass an, da bekommst du deine Fotos analysiert und weißt in Zukunft, wie es besser geht.
Hallo Karsten,
weil ich unterwegs nicht immer mein Makroobjektiv dabei habe, habe ich mir für mein Kit-Objektiv (18-150 mm, 1/3,5 – 5,6) ein paar Zwischenringe gekauft.
So richtig fluppt das aber noch nicht. Ich habe irgendwie Probleme mit dem Arbeitsabstand zwischen Motiv und Frontlinse.
Mit zwei Zwischenringen (10 plus 16 mm) kann ich eigentlich erst ab 35 mm Brennweite irgendwas scharfstellen. Und dann muss ich auch noch wenige cm an das Motiv ran.
Bedeutet das, dass die Kombination von Brennweiten unter 35 mm mit diesen Zwischenringen unsinnig ist? Oben hat Gundula ja mal was von 16 mm Festbrennweite geschrieben. Also muss das ja doch gehen, oder?
VG Alice
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mit leichten Telebrennweiten besser funktioniert. Pack den ZwiRi dazwischen, geh auf 70 mm und schau in den Sucher. Nun varriere den Abstand (gaaaanz langsam!) und schau, wann es scharf wird. Dann weißt du, dass du dann deutlich weiter wegstehen darfst und du trotzdem tolle Makros machen kannst.
Und gleich noch eine zweite Frage. Das kommt davon, wenn man anfängt, sich mit einem Thema intensiver zu beschäftigen:
In deinen Hintergrundinfos oben sagst du:
„Schau noch mal auf das Beispiel Nr. 3: Blende 33 ist größer als alle förderlichen Blenden. Egal bei welchem Sensor: Diese Blende würde reichlich Beugungsunschärfen produzieren!!! Und das willst du nicht!!
Abhilfe bringt nur ein Öffnen der Blende auf diese nominalen Werte: … APS-C = f 5 …“
Heißt das, wenn ich mein Kit-Objektiv gar nicht bis Blende f5 öffnen kann (18 – 150 mm, 1/3.5 – 5.6), dass ich dann mit den Zwischenringen den Abbildungsmaßstab 2 nie scharf kriege?
Gar nicht so leicht zu begreifen. Da lob ich mir doch mein Makroobjektiv. 😉
In der Inspiclass werde ich demnächst mal ein paar Probebilder hochladen 🙂
Danke für deine ganzen Infos und viele Grüße,
Alice
Ja, das heißt es! Nicht umsonst empfehle ich ja im Optimalfall Makroobjektive.
Obwohl … den Abbildungmaßstab 2:1 bekommst du meist auch damit nicht ohne weiteres Zubehör hin. Und ohnehin ist das ja schon ne ganze Menge. Da muss es ja auch komplizierter sein, sowas hinzubekommen. 😉
Hallo Karsten,
bin bei der Suche nach möglichen Lösungen für ein Problem auf deine Seite gestoßen. Supertolle Erklärung! Damit kann ich schon viel anfangen. Danke dafür!
Vielleicht kannst du mir noch einen speziellen Tip geben: ich möchte Sandkörner fotografieren. Nicht als Haufen oder als Strand, sondern in kleinen Mengen als Makro. Das Problem: ich bekomme sie nicht völlig scharf. Ich habe verschiedene Objektive probiert, Makros und auch ein leichtes Tele mit ZwiRi. An der Kamera (Sony 77ii) liegt es nicht, denn normale Aufnahmen sind knackig scharf. Auch Insekten, die ich z.b. mit dem 180mm Makro von Sigma ablichte, sind scharf bis in die Flügelspitzen. Nur die Sandkörner wollen nicht so, wie ich es gerne will. Kann es daran liegen, daß die Kamera für die Aufnahme nach unten gerichtet ist und sich die Objektive durch die Schwerkraft verstellen? Oder liegt es daran, daß die Körner größer sind als der Bereich der maximal möglichen Schärfentiefe beim Makro? Ich hatte auch schon eine Blendwirkung in Verdacht, denn der Sand ist nur für unsere Augen gelb, auf den Bildern ist zu sehen, daß die Körner weiß sind, fast wie Salzkörner.
Wie würdest du vorgehen? Welche Brennweite würdest du für diese Aufnahme nehmen? Zur Verfügung stehen hier: 35mm, 100mm, 180mm, alles Makros mit 1:1 Abbildung, sowie verschiedene Normal- und Teleobjektive und ein Satz Zwischenringe. Sollte ich es mal mit einem Retro-Adapter probieren?
Danke im Voraus!
Hallo Wolfgang,
wenn du nur wenige Sandkörner formatfüllend fotografieren möchtest, bist du nicht mehr im Makrobereich, sondern im Mikrobereich. Alle Abbildungsmaßstäbe größer als 1:1 bilden deine Sandkörner größer auf dem Sensor ab, als sie in Wirklichkeit sind.
Und vielleicht hast du schon gelernt, dass bereits im Makrobereich die Schärfentiefe bei gleicher Blende deutlich geringer ist, als wenn du in einer größeren Entfernung scharfstellst.
Im Mikrobereich nimmt dieser Effekt noch mal deutlich zu. Das bedeutet für die Praxis, dass der Schärfentiefen-Bereich weit unterhalb eines Millimeters beträgt. Oder, so wie du es andersherum ausdrückst, dass die Körner größer sind als die der Bereich der möglichen Schärfentiefe. Und da es sich bei der Abnahme der Schärfentiefe um ein optisches Gesetz handelt, kannst du das nicht verbiegen.
Die einzige Möglichkeit, solche Fotos über mehrere Sandkörner hinweg scharf zu bekommen ist das Focusstacking. Mit welchem Objektiv du das fotografierst und ob du zusätzliche Zwischenringe brauchst (sehr wahrscheinlich!), ist dabei unerheblich.
Womit du dich intensiv beschäftigen möchtest ist Focusstacking und wie du das optimal hinbekommst! Leider ist das so gar nicht mein thema, da musst du bei anderen fündig werden. Ich wünsche viel Spaß beim Stacken! 🙂
Hallo Karsten,
danke für Deine Antwort! Mit einem Augenzwinkern muss ich sagen: ich hatte eine solche Antwort befürchtet! 🙂
Du hast natürlich Recht: Stacking (gibt’s dafür eigentlich auch eine deutsche Bezeichnung?) wäre der Königsweg. Vielleicht probiere ich das mal aus, muss mir nur vorher noch eine geeignete Makroschiene besorgen.