Du willst online fotografieren lernen und möglichst schnell zu wirklich guten Fotos kommen? Dann hilft dir vor allem eines: die richtige Reihenfolge. Fotografie zu erlernen wirkt am Anfang unübersichtlich – dabei führen drei klar aufeinander aufbauende Schritte zuverlässig ans Ziel. Dieser Beitrag ist Teil 2 meiner vierteiligen Serie „Dein Weg in die Fotografie“ und nimmt sich die Grundlagen vor; die ganze Serie findest du am Ende verlinkt.
In der Grafik oben siehst du das „Haus der Fotografie“: Ein guter Fotografie-Grundkurs, die Bildoptimierung und das manuelle Fotografieren bilden Erdgeschoss und erste Etage – die Basis für alles, was du später mit deiner Kamera anfängst. Diese drei Schritte gehen wir der Reihe nach durch.
Schritt 1: Die Grundlagen – der Fotografie-Grundkurs

Die „Big Four“: Perspektive, Brennweite, Blende, Belichtungszeit
Themen eines guten Fotokurses sind die „Big Four“ der Fotografie:
- Perspektive
- Brennweite
- Blende
- Belichtungszeit (inklusive ISO)
Im Rahmen einer Automatik eingesetzt, ermöglichen sie dir schnelles Einstellen an der Kamera, einfaches Fotografieren in einem System, das du komplett überblickst, und intuitives Arbeiten mit voller Konzentration auf dein Motiv. Genau das macht deine Fotos gut.

Warum die Zeitautomatik (A/Av) der schnellste Einstieg ist
Ein erfahrener Fototrainer erklärt diese Themen am besten anhand der Zeitautomatik (A beziehungsweise Av, manchmal Blendenpriorität genannt). In dieser Halbautomatik wählst du die Blende vor, den Rest übernimmt die Kamera. So fotografierst du in den Bereichen Landschaft, Makro, Sport/Action und Porträt erfolgreich. Während du die technischen Möglichkeiten kennenlernst, verstehst du nebenbei die Gestaltung. Diese paar Themen, gut erklärt, reichen völlig, um jedes Motiv zu fotografieren.
Genau das vermittelt mein Fotografie-Grundkurs für Einsteiger: online, mit Aufzeichnung, verständlich und Schritt für Schritt aufgebaut. Der Vorteil gegenüber einem Kurs vor Ort, bei dem du alles sofort verstehen musst: Du kannst dir die Aufzeichnungen so oft ansehen, wie du willst. Was beim ersten Mal noch nicht sitzt, wird beim zweiten Durchgang klar. So funktioniert fotografieren lernen online in zeitgemäßer Form.
Schritt 2: Bildoptimierung – mehr Bildqualität ohne neue Kamera

Bildoptimierung meint das Einstellen von Helligkeit, Kontrast und Farbigkeit – und bei Bedarf ein paar kleinere Korrekturen. Damit ist nicht das stundenlange Aufbohren von Fotos am Computer gemeint: Üblich sind Bearbeitungszeiten von etwa zehn Sekunden pro Foto, schon nach kurzer Einarbeitung.
Die Bildoptimierung ist der zweite Schritt direkt nach den Grundlagen, weil Kameras auch heute noch recht grobe Werkzeuge sind. Helligkeit, Kontrast und Farbigkeit kannst du zwar an der Kamera einstellen, das erfordert aber mehrere Testfotos und dauert deutlich länger. Und selbst dann fehlen dir die feinen Möglichkeiten der nachträglichen Bildoptimierung. Mein vorsichtiger Erfahrungswert: Sie bietet rund fünfmal mehr Spielraum – verzichtest du darauf, verschenkst du also etwa 80 Prozent möglicher Bildqualität.
Ein Beispiel: optimiert vs. nicht optimiert
Wie groß der Unterschied zwischen einem optimierten und einem nicht optimierten Foto ist, zeigt dieses Beispiel. Stell dir vor:
- Wir beide sitzen gemeinsam in einem kleinen Boot und schippern zwischen den frisch gekalbten Eisbergen am Jökulsárlón herum – wir nehmen also praktisch dieselbe Perspektive ein.
- Ich habe meine Profi-Vollformatkamera mit einem teuren Zoom, dessen Brennweite etwa deinem Kitobjektiv entspricht. Du hast vielleicht eine ordentliche Einsteigerkamera für 500 Euro dabei.
- Wir entdecken das Motiv gleichzeitig, drücken im selben Moment ab und wählen zufällig denselben Ausschnitt. Wir belichten beide optimal, der Weißabgleich steht auf Automatik.
- Ich bearbeite mein Foto nicht nach. Du schon – in etwa einer Minute holst du alles aus dem Bild heraus, was darin steckt. Hier unsere Ergebnisse, meins oben, deins unten:

Was ist geschehen? Du hast Helligkeit und Kontrast erhöht, die Tiefen deutlich aufgehellt, das Foto kühler gemacht, den Partialkontrast gesteigert und die Sättigung angehoben. Zum Schluss hast du Himmel und Ränder abgedunkelt, damit der Blick des Betrachters länger in der Bildmitte verweilt, statt über die hellen Bereiche aus dem Bild gezogen zu werden.
Wir halten fest: Mehr Bildqualität erreichst du, indem du deine Fotos nachbearbeitest – viel mehr als durch den Kauf einer „besseren“ Kamera. Möglichst gut zu belichten ist ein gutes Ziel, aber wenn du es dabei belässt, verschenkst du Spielraum, der in deinen Fotos steckt. Deshalb ist die Bildoptimierung Schritt zwei auf deinem Weg zu guten Fotos.
Für genau diesen Schritt gibt es meinen Lightroom-Onlinekurs zum Selbstlernen: umfangreich genug, dass kaum eine Frage offenbleibt, und so strukturiert, dass du dich vom Leichten zum Schweren vorarbeitest. Alles ist aufgezeichnet, du lernst also dann, wenn du Zeit und einen klaren Kopf hast. Den Kurs halte ich aktuell, neue Funktionen arbeite ich laufend ein.
Schritt 3: Manuell fotografieren – wann es wirklich nötig ist

Eigentlich hast du mit den ersten beiden Schritten schon alles, was du für fantastische Fotos brauchst: Du beherrschst die technischen und viele gestalterische Optionen, und mit der Bildoptimierung holst du das Beste aus deinen Fotos heraus. Nur in einigen speziellen Fällen musst du manuell fotografieren können – also Weißabgleich, Belichtungszeit und Blende in Kombination mit dem ISO-Wert von Hand einstellen. Vor allem im Fotostudio, für konstante Ergebnisse und für mehr Effizienz ist das sinnvoll.
Für den Einstieg ist das aber nicht wichtig – deshalb steht das manuelle Fotografieren erst an dritter Stelle. Ob ein Foto manuell oder automatisch belichtet wurde, siehst du ihm übrigens nicht an, ich auch nicht. Den oft gehörten Rat „Nur wenn du manuell fotografierst, fotografierst du richtig“ finde ich demotivierend: Viele verlieren dadurch den Spaß, weil der Zusammenhang zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO ohne Grundlagen schlicht noch nicht logisch ist. Zur Beruhigung: Nicht jeder Fotograf muss manuell fotografieren können.
Wie ich selbst arbeite
Ich verrate dir etwas: Selbst ich als Profi arbeite nur in etwa 20 Prozent der Fälle mit dem Modus M – in allen anderen verlasse ich mich auf die Zeitautomatik. So habe ich den Kopf frei, um mich auf das Motiv zu konzentrieren. Denn das macht Fotos wirklich gut, nicht das lange Herumwerkeln an den Knöpfen.

Irgendwann stößt du vielleicht auch mit einer Automatik an deine Grenzen. Dann wird es Zeit, manuell fotografieren zu lernen. Das gilt vor allem, wenn du
- Profi, Semiprofi oder sehr fortgeschrittener Amateur bist,
- im Fotostudio mit einer Blitzanlage beleuchtest,
- in schwierigen Lichtsituationen fotografierst (Nachtfotografie, Graufilter, Langzeitbelichtungen, Mischlicht) oder
- dir die Bearbeitung von Studiofotos und Serien vom gleichen Motiv vereinfachen willst.
Beim manuellen Fotografieren kommt es vor allem darauf an, zu erkennen, wann es sinnvoll ist – damit du nicht unnötig an der Kamera „rumspielst“, statt dich um dein Motiv zu kümmern. Allein durch manuelles Fotografieren werden deine Fotos nämlich nicht besser. Hilfreich ist außerdem, ein paar feste Wege zu kennen, die schnell und sicher zu den richtigen Einstellungen führen, und zu wissen, wann du besonders bei den Belichtungszeiten aufpassen musst, um unscharfe Fotos zu vermeiden.
Wo stehst du? Dein nächster Schritt
Und – wo stehst du gerade? Hast du diese drei Schritte schon getan? Wenn du noch ganz am Anfang stehst, beginnst du am besten dort, wo alles aufbaut: deine Kamera sicher zu beherrschen. Genau dafür ist Kamera verstehen der richtige nächste Schritt – das Fundament, auf dem Bildoptimierung und später das manuelle Fotografieren erst Sinn ergeben.
Die Serie „Dein Weg in die Fotografie“ (4 Teile)
- Teil 1: die perfekte Reihenfolge
- Teil 2: die Grundlagen (dieser Beitrag)
- Teil 3: fotografieren wie ein Profi
- Teil 4: konzeptionelle/künstlerische Fotografie

Hallo Karsten
Lightroom ist ein fantastisches Programm! Jedoch ist es für einen Newbie wie mich ein Buch mit 7 Siegeln! Aber Dank deinem Online-Kurs kann man Schritt für Schritt in die wunderbare Welt der Bild -Optimierung eintauchen und bei Problemen bist du wirklich sofort zur Stelle!
Leider ist bei mir einiges schief gelaufen und Lightroom tut nicht, wie es sollte. 🙁
Nun werde ich mich erstmal mit ganz anderen Problem herumschlagen müssen, um Lightroom wieder in die richtige Bahn zu werfen.
Aber dann heisst es, wieder voll durchstarten mit deinem wirklich super durchdachten und perfekt strukturierten Turtorial weiter zu arbeiten und ganz viel zu lernen!
Danke für deine Unterstützung, Feedback versprochen!
Claudia
Ich danke dir, Claudia! 🙂
Ich möchte die Fortbildungen bei Karsten wirklich empfehlen. Bei ihm geht es los in der Fotografie….
Dank dir, Ralf! 🙂
Hallo Karsten,
wie du weißt, habe ich bei dir den Grundkurs gemacht. Ich war und bin mit meiner Kompaktkamera zwar sehr eingeschränkt und habe ehrlichgesagt mit meiner möglichen Blende von 2,8-8 kein einziges Foto geschossen, was mich umgehauen hätte. Ich meine jetzt Vorder- oder Hintergrund scharf oder unscharf.
Du hast in mir auf alle fälle die manuelle Fotografie geweckt und mir meine Fotos, die Einstellungen, die Begriffe wie Blende, Schärfentiefe usw. viel verständlicher gemacht.
Ich fand deinen Kurs sehr, sehr gut.
Ich möchte momentan aber nichts buchen, ich möchte erstmal alles sacken lassen und vertiefen. Bin am überlegen ob ich mir eine neue Kamera kaufe.
Wenn ich dich dann vielleicht um Rat bitten dürfte das wäre toll. Ich werde dich Karsten auf alle Fälle weiterempfehlen und, wenn ich soweit bin,
weitermachen.
Bis dahin liebe Grüße
Ulrich Schwaibl
Danke, Ulrich! 🙂
Mach es in deinem Tempo, dann ist es gerade richtig. 🙂
Und als Kunde darfst du natürlich immer mit Fragen an mich herantreten! 🙂