Muss der Bildstabilisator aus, wenn die Kamera auf dem Stativ steht? In diesem Test zeige ich dir mit Vorher-Nachher-Beispielen, wann der Stabi dir hilft – und wann er deine Fotos ruiniert.
Bildstabilisator auf dem Stativ – an oder aus?
Kurz: Auf dem Stativ schaltest du den Bildstabilisator normalerweise aus. Steht die Kamera ruhig, „sucht“ der Stabi eine Bewegung, die es gar nicht gibt, und erzeugt dabei selbst eine Unschärfe – besonders bei langen Brennweiten und langen Belichtungszeiten, wie du gleich an den Beispielen siehst. Ausnahme: Bei wackeligem Untergrund (starker Wind, ein schwankender Steg, ein Boot) lässt du ihn an. Und gute Nachricht für Vergessliche: Moderne Stabilisatoren erkennen ein Stativ inzwischen oft selbst und nehmen sich automatisch zurück.
Dieser Test ist die Fortsetzung meines ersten Bildstabilisator-Tests, in dem ich auf einem sehr stabilen Stativ noch keine Verwacklung provozieren konnte. Diesmal habe ich gezielt die kritischen Bedingungen gesucht.
Wofür der Bildstabilisator da ist
Ein Bildstabilisator gleicht das Wackeln deiner Hand aus – über ein bewegliches Linsenelement im Objektiv oder einen beweglich gelagerten Sensor in der Kamera. Er hilft dir immer dann, wenn wenig Licht zu langen Belichtungszeiten zwingt und du trotzdem aus der Hand fotografierst. Je länger die Brennweite und die Belichtungszeit, desto wahrscheinlicher verwackelst du – ähnlich wie beim Fernglas, wo jedes Millimeter-Wackeln in der Ferne zu Metern wird. Im folgenden Video siehst du, wie ruhig das Bild trotz freier Hand bleibt:
Der Test: wann der Stabi hilft – und wann er schadet
Bei genug Licht: einfach anlassen
Tagsüber kannst du den Bildstabilisator angeschaltet lassen – die Belichtungszeiten sind ohnehin so kurz, dass du nicht verwackelst, und der Stabi stört nicht.

In der Dämmerung: der Stabi rettet dich
Jetzt wird es spannend: Es dämmert, die Belichtungszeiten werden lang – und ich fotografiere weiter aus der Hand, mit meinem längsten Tele (einem Sigma 150–600 mm). Erstes Beispiel: 150 mm an Vollformat, Blende 5,6, ISO 800, 1/10 s mit Stabi. Nach der Kehrwertregel dürfte ich höchstens 1/150 s halten – mit 1/10 s habe ich also 15-mal so lang belichtet und trotzdem ein scharfes Bild bekommen.


Noch extremer: 550 mm, Blende 6,4, ISO 2000, 1/6 s – statt der nach der Kehrwertregel nötigen 1/550 s, also fast 100-mal länger. Mit Stabi ist das Bild zwar nicht perfekt scharf, aber überhaupt brauchbar. Deshalb solltest du beim Kauf eines Teleobjektivs unbedingt auf einen Bildstabilisator achten – er rettet dir in Dämmerung und Innenräumen oft die Aufnahme. Bei Weitwinkel- und Universalzooms ist er weniger wichtig, schaden tut er aber nicht.
Auf dem Stativ: ausschalten
Nachts geht ohne Stativ nichts mehr – und genau hier wird der Stabi zum Problem. (Als „Stativ“ zählt alles, was die Kamera ruhig hält: ein echtes Stativ, eine Mauer, ein Beanbag.) Schau dir dieselbe Nachtszene an, einmal mit ausgeschaltetem Stabi (390 mm, Blende 11, ISO 160, 4 s) und einmal mit:


Im folgenden Video siehst du live, wie stark sich der eingeschaltete Stabi bewegt – achte auf den Abstand zwischen der weißen Hilfslinie und der Lampe:


Fazit
- Tagsüber bei kurzen Belichtungszeiten: Stabi einfach anlassen, er stört nicht.
- Aus der Hand bei wenig Licht: Stabi an – er hält längere Belichtungszeiten scharf, gerade am Tele.
- Weitwinkel sind weniger anfällig als Tele – am Tele wirkt sich alles stärker aus.
- Auf dem Stativ: normalerweise aus. Bei wackeligem Untergrund (Wind, Boot) ausnahmsweise an. Moderne Kameras erkennen das Stativ oft selbst.
Der häufigste Fehler ist schlicht das Vergessen – mach das Ausschalten zum festen Teil deiner Stativ-Routine: Kamera aufs Stativ, Stabi aus. Solche Handgriffe sitzen automatisch, sobald du deine Kamera insgesamt sicher beherrschst. Genau dorthin führt dich Stufe 1: deine Kamera verstehen.

Hallo Karsten, da bist mir zuvor gekommen. Also nun ist klar: Stabi aus beim Stativeinsatz. Nun zu deiner Frage: Ich mache das meiner Sony Alpha 68 so: Die Kamera stellt zwei Templates zur Verfügung, wobei ich die Nummer 2 mit der Zeitautomatik ohne Stabi programmiert habe, während Template 1 die Zeitautomatik mit Stabi ist. Also freihändige Foto Programm 1 und Stativeinsatz Programm 2.
Ist auch nicht 100 Prozent sicher, aber klappt ganz gut. Vielleicht gibt eine solche Möglichkeit auch bei anderen Kameramodellen?
LG Jörg
Hey Jörg, das ist eine gute Idee! 🙂
Bei anderen Kameras nennt sich das Voreinstellungen, Individualkonfiguration oder Preset. Bei meiner kann ich dann A, B, C und D jeweils unterschiedlich „programmieren“, um für immer wiederkehrende Motive alle jeweils gewünschten Einstellungen mit einem Umstellen einzustellen.
Doch auch da musst du dran denken, das zu nutzen, wenn die Kamera auf das Stativ kommt. :-/
Hi Karsten!
Toll, dass Du so viel Zeit und Energie in Deine Ausführungen steckst. Dafür fällt es uns Lesern dann auch leicht, Dir folgen zu können – auch ohne Fotografiestudium. Danke an den „Erklär-Bär“. :o)
Gerne, brumm brumm… 😉
1. Werde mir einen Zettel schreiben auf dem draufsteht „Wenn Kamera auf dem Stativ ist muss der Stabilisator ausgeschaltet werden.“
2. Damit ich den Zettel wieder finde kaufe ich mir so ein Ginsing-Präpärat aus der Apotheke.
3. Einmal im Jahr werde ich bei dir einen Fortgeschrittenen-Kurs machen.
Grins 🙂
Neee, durch hören bei dir im Kurs, lesen im Newsletter und durch eigene praktische Erfahrung hat sich’s bei mir eingebrannt.
Für jemandem der es sich wirklich nicht merken kann vieleicht einen Hinweis „Stabi AUS“ auf jede Stativplatte kleben.
Haha Tom, Gingseng … wie geil! 🙂
Gute Idee mit der Stativplatte. Aber was, wenn die schon an der Kamera befestigt ist?! Dann müsste das auf jeden Fall unter die Platte!!
Oder noch besser gleich auf den Stativkopf, wo die Platte reinkommt. Ja, das wäre doch was!! 🙂
Hi Thomas,
bitte dann auf einen anderen Zettel schreiben: Taschenlampe mitnehmen zum lesen des Zettels auf dem Stativ, wenn es dunkel ist
:-))
Gruß
Reiner
Genau!! Und vergiss den Zettel nicht, der auf deiner Kameratasche klebt, damit du ne Taschenlampe mitnimmst! 😉
Neee, im Ernst: Ne Taschenlampe, so eine ganz kleine, gehört doch zur Grundausstattung einer Kameratasche, oder?!
Karsten du hast recht:
Speziell bei Nachtaufnahmen ist eine Lampe wirklich eine große Hilfe und gehört zur absoluten Grundausstattung. Sehr gut eine Stirnleuchte, die auch rotes Licht abgibt. Beim Fotografieren in der Nacht mit mehreren Leuten stört das rote Licht kaum und gibt kein ungewolltes Fremdlicht in fremde Objektive.
Alter U-Bootfahrer-Trick, das mit dem Rotlicht. 🙂
Obwohl ich ja Stirnlampen immer etwas overdosed finde. Aber die Taschenlampe zwischen den Zähnen … ob ich damit besser ausseh?! 😉
Hallo Karsten,
hier möchte ich dir mal herzlich danken für deine eindringliche Mahnung, den Stabi bei Aufnahmen mit Stativ auszuschalten. Das war mir neu. Immer wieder ärgerte ich mich, dass trotz sorgfältigster Scharfstellung auf genau den Punkt, der bei meinen Makros scharf sein sollte, der Schärfepunkt öfter mal verrutscht war. Da ich immer mit Funkfernbedienung Makros mache, konnte es nicht am Auslösen liegen. Jetzt bin ich schlauer. Ein paar Makroaufnahmen, die ich heute gemacht habe, ohne Stabi, sind tadellos scharf gestellt. DANKE. L.G.
Gerne, Hannelore. 🙂
Manchmal sind es die Kleinigkeiten… 🙂
Wunderbar : Super anschaulich erklärt. Danke.
Gern geschehen! 🙂
Vielen Dank für die hilfreiche Information bezüglich Bildstabilisator!
Ist bei jeder Kamera mit Bildstabilisator letzterer abschaltbar?
Ich denke dabei an die Reisezoomkamera Panasonic LUMIX-DMC-TZ101.
Beeinflußt der Bildstabi die AF-Fokussierzeit bei Tageslicht-Schnappschüssen?
Gerne, Günter. 🙂
Ja, der muss abschaltbar sein. Eben wegen dieser Problematik.
Ich habe bisher tagsüber keinerlei Beeinträchtigung bei eingeschaltetem Bildstabi festgestellt, auch wenn es mal schnell gehen musste. Ich vermute mal – ohne weitere Recherche und daher ohne Anspruch auf Richtigkeit – dass der Bildstabi bei extrem kurzen Belichtungszeiten ohnehin Kameraseitig abgeschaltet wird. Er ist halt eigentlich auch nur für lange Belichtungszeiten gemacht.
Top Erläuterung. Großen Dank!
Grne. 🙂
Hallo Karsten,
über diese Thema mache ich mir auch schon seit langem Gedanken, vorallem weil ich ein Sonyknipser bin. Deshalb Frage ich mich auch schon lange ob es einen Unterschied macht, wo sich der Stabi befindet b.z.w. wie weit weg er vom Auslöser angebracht ist. Meine persönliche Erfahrung: Ich habe schon so manche Langzeitbelichtung gemacht, wirklich scharf war, obwohl ich vergessen hatte den Stabi auszuschalten. Ich kann mich aber auch an einiger unscharfe Bilder erinnern, bei deren Betrachtung am Monitor ich mir gedacht habe, scheiße, Stabi vergessen.
Natürlich schalte ich grundsätzlich den Stabi aus wenn die Kamera auf dem Stativ steht, gerade weil er bei meiner sich so nah am Auslöser befindet. Aber manchmal vergesse ich es einfach. Vielleicht einen rot/weißen Aufkleber an jedes Statvbein mit dem Wort Stabi.
Grüße aus Nürnberg
Werner
Hallo Werner,
ob der Stabi in der Kamera oder in der Optik ist: Da beides fest miteinander verbunden ist, ist es schlichtweg egal, wo der Stabi sitzt – wackelst du am Auslöser, machen die paar Zentimeter mehr bis zum Stabi in der Optik keinen Unterschied.
Hallo schöner Beitrag!
Versucht doch mal immer wenn ihr die Kamera auschaltet und weglegt bzw. das Objektiv wechselt den Stabi auszuschalten. Irgendwann wird das dann zum Automatismus.
Das einschalten vergisst man eh nicht so leicht
LG Frank
Danke, Frank. 🙂
Gute Idee, vielleicht hilfts ja jemandem so herrum, den Stabi abzuschalten! 🙂
… wobei durchaus interessant ist, dass der vr mit der z7 bei weitwinkel ( 16-35mm und 20mm Optik ) bei 1/180 aus der hand sehr gern unscharfe bilder produziert…
Seltsam. Ist das ein Gerücht oder von dir gemachte Erfahrung?
leider selbst erfahren! „funktioniert“ sowohl mit dem 20er, 14/24er 16/35er also mit vr und nicht vr objektiven und eben mit der z7. ab 50mm schaut die welt ganz anders aus. da mcht der vr was er soll. und bei kurzen belichtungszeiten funkt er auch nicht dazwischen aber so von 1/50 bis 1/200 – also wo ich ihn bei einem weitwinekl eh nicht brauch – da zickt er. klingt komisch – ist aber so.
Hallo Karsten,
vielen Dank für Deine Tests und ausführlichen Beschreibungen. Ich habe eine weiterführende Frage, auf die ich im Netz noch keine Antwort gefunden habe – vielen hast hast Du eine ?
Also, ich verstehe dass bei Langzeitbelichtungen mit Stativ das Stabi Unruhe erzeugt, wo eigentlich keine ist. Ist ja schliesslich ein laufender Motor …
Aber in meiner Fotografierealität, Langzeitbelichtigen bei Wind und Wetter, habe ich trotz schwerem Gerät eigentlich nie die Situation, dass die Kamera auf dem Stativ wirklich ruhig ist. An stürmischer Küste sieht man, wenn man LifeView ins Motiv hineinzoomt, wie das Bild wackelt. Sollte hier der VR nicht helfen? Wäre es nicht besser, ihn bei solchen Bedingungen und langen Linsen (z:b 400mm) eingeschaltet zu lassen?
Hast Du das mal getestet oder Erfahrungswerte gesammelt?
Lieben Gruß,
Folker
Hallo Folker,
ja, das kann in dieser speziellen Situation durchaus hilfreich sein. Ich höre öfter von Kollegen, die genau so arbeiten. Also lass dich nicht abhalten, das zu testen. Mit einer kurzen Bildkontrolle hast du ja Sicherheit noch vor Ort! 🙂
Hallo Folker,
ich habe gerade eine Antwort geschrieben, die auf deine Thematik eingeht. Habe bei langen Brennweiten ebenfalls festgestellt, dass der Stabi hilft – hängt aber von der Belichtungszeit ab. Ich kann keine vier Sekunden mit dem Stabi retten, aber zum Beispiel 1/8 Sec. bei 400 mm (640 mm KB-Äquiv.).
Beste Grüße
Kay
Vielen Dank für den tollen Beitrag. Hab das auch Anfangs oft vergessen und mich geärgert. Jetzt läuft es inzwischen fast zeitgleich: Kamera auf Stativ, Stabi aus. Mehr Probleme hab ich, wenn ich dann spontan auf das Stativ verzichte und den Stand nicht wieder anschalte. Werd es vielleicht auch mit Gingseng versuchen ?
Ich habe erst seit kurzem meine Systemkamera, und da ich mich in letzter Zeit auch an etwas Astrofotografie (klingt viel zu professionell, ist bei mir nur Sterneknipsen)versucht habe und es auch mal mit Stacking probieren wollte, ist mir der Bildstabilisator jetzt auch negativ aufgefallen. Ich hatte vorher keine Ahnung, warum die Sterne trotz Stativ, 10 Sekunden Auslöseverzögerung und am Ende noch Fernbedienung trotzdem noch (fast) immer verwackelt sind. Da wird das mit dem Stacking auch nicht toll, wenn 95% der Fotos verwackelt sind. Dank einer dunklen Ahnung (aber ganz dunkel, da der Stabilisator bisher „nicht gestört“ hat) und Google bin ich zunächst bei deiner anderen Testreihe gelandet und war enttäuscht, dass das wohl doch nicht des Rätsels Lösung war und habe jetzt diesen Artikel gelesen. Deine Beispielbilder und das Video bestärken mich darin, dass es wirklich am Stabilisator liegen könnte. Leider war hier in letzter Zeit meistens der Himmel bedeckt solange ich wach war, daher konnte ich es noch nicht testen. Aber bald.
Dann berichte mal, bin gespannt! 🙂
Um nicht das Ausschalten des Bildstabilisators zu vergessen, habe ich mir folgende Lösung ausgedacht: mit Tipp Ex auf die Stativ-Adapter-Platte ein ST drauf gepinselt. Wenn das nicht funktioniert, dann weiß ich auch nicht weiter!
Auch eine sehr gute Idee, danke Constantin! 🙂
Schöner Artikel zum Thema Bildstabilisator. Das Problem mit den Stativaufnahmen löse ich mit Customeinstellungen.
Mein Set für Stativaufnahmen mit Langzeitbelichtungen und Belichtungsreihen habe ich entsprechend hinterlegt und dort in den Einstellungen den Bildstabilisator ausgestellt.
Herzliche Grüße
Robert
Gute Idee, Robert! Grüße in die Nachbarschaft! 🙂
Hallo Karsten,
ich habe auch Nachts sehr gute Erfahrungen mit Stabi auf einem Stativ gemacht.
Mein Setup: Nikon D7500, Tamron 70-300mm 1:4-5,6 (mit Stabi), stabiles Stativ und Manfrotto Getriebeneiger Junior. Die fehlende bzw. unzureichende Spiegelvorauslösung, die an dieser Kamera eine Sekunde Vorauslösung erzwingt (längere Ausschwingzeiten kann man nicht einstellen), führt mit genanntem Getriebeneiger ab ca. 1/60 Sekunde Belichtungszeit immer zu Verwackelungen durch den Spiegelschlag.
Das Motiv war eine Mondfinsternis mit Sternen in unmittelbarer Umgebung des Mondes mit 300mm Brennweite. Also ein Motiv, das jede noch so kleine Verwackelung gnadenlos offenlegt. Ich stellte per Autofokus am Mond scharf. Bei der partiellen Phase war der Vollmond hell genug, um den AF exakt arbeiten zu lassen.
Ohne Stabilisator waren die Sterne bei 0,5 bis 0,75 Sekunden Belichtungszeit matschig bzw. sahen wie der Graph eines EKG’s aus, also vom Spiegelschlag hoffnungslos verwackelt. Mit eingeschaltetem Stabi waren die Sterne absolut scharf, so dass man sogar die durch die Erdrotation bedingte scheinbare Bewegung der Sterne in Form von Strichspuren an der Auflösungsgrenze eindeutig identifizieren konnte.
Der Bildstabilisator hat also trotz Stativ die Schwingungen des Klappspiegels erkannt und hervorragend kompensiert. Auch wenn ich bei langen Belichtungszeiten vergesse, ihn auszuschalten, habe ich weder bei Canon noch bei Nikon die hier genannten Probleme, sondern immer einwandfreie Fotos.
VG Christian
Ja, in einigen Situationen kann der Stabi doch von Vorteil sein: auf Brücken, bei Wind oder bei den „kurzen“ langen Belichtungszeiten. Gut gelöst! 🙂
Hallo Karsten, hallo Christian,
ja genau auch meine Erfahrung: bei „kurzen“ langen Belichtungszeiten hilft der Stabi auch auf Stativ – insbesondere bei Suchermodus von DSLR (Minierschütterungen) und bei Wind und Wetter.
Viele Grüße
Kay
Auch wenn der Bericht schon etwas älter ist, da aber eine Frage im Raum steht bei einem Forum. Bin ich zufällig auf diesen Bericht gestoßen.
Ich muss sagen ich schalte ihn nie aus auf einen Stativ und habe bisher nie Probleme.
Da ich der Meinung bin das irgendwo immer eine Vibration vorhanden ist.
Aber das muss jeder für sich selber herausfinden.
würde nicht direkt sagen dass man es nicht machen sollte.
In meinem Fall ist es halt so dass ich bisher keine Nachteile feststellen konnte.
Dann wünsche ich dir, dass es nicht doch mal anders kommt! 🙂
Hallo Karsten,
empfiehlst Du auch für die Bridgekamera Sony RX 10 IV den Bildstabilisator bei Nachtaufnahmen auszuschalten? Ist nicht die Bewegung des Spiegels Ursache für Verwacklungen? Und den hat die RX 10 ja nicht.
Im voraus schon mal danke für Deine Rückmeldung, und ja, ich freue mich, dass ich zufällig auf deine professionellen Tipps gestoßen bin. Habe in kurzer Zeit schon viel dazugelernt, und das auch noch mit Vergnügen!
Gruß Martina
Hallo Martina,
freut mich, dass meine Tipps dir Vergnügen bereiten. 🙂
Den Stabi kannst du immer ausschalten, wenn die Kamera sicher wie auf einem Stativ steht. Und das unabhängig von einem Spiegel: Der Stabi verhindert Erschütterungen, egal, woher sie kommen. Steht die Kamera aber sicher, ist er eher nicht nötig.
Ein interessanter Test.
Aber wie ist die Empfehlung bei einem Einbeinstativ? Da sind ja Mikrobewegungen durchaus Möglich.
Beim Einbein bleibt der Stabi wegen genau dieser Mikrobewegungen eingeschaltet.
Du hast es schon angesprochen, es könnte Herstellerbedingt sein. Zumal Nikon ja bei einigen Objektiven damit wirbt, dass der VR erkennt, ob die Kamera auf einem Stativ steht.
Es wäre schön, wenn Du auch mal in dieser Richtung forscht!
Bei neueren Bildstabis ist das so. Der Beitrag hat aber auch schon seine Zeit auf dem Buckel.
Aber sobald ich ihn überarbeite, berücksichtige ich das!
Hallo,
ich möchte hier einen Erfahrungsbericht geben zum Fotografieren mit Stabilisator und Stativ. Ich glaube nicht, dass entscheidende Kriterium das Stativ ist, nein es ist vielmehr die Belichtungszeit, wenn diese zu lang ist, dann entstehen diese Effekte, dass das Bild mit eingeschaltetem Stabilisator trotz Stativ verwackelt aussieht. Ich habe mit 400 mm Brennweite mit einer APS-C-Kamera (also 640 mm KB-Äquivalent) mit Stativ fotografiert im Suchermodus und die Spiegelvorauslösung benutzt, Belichtungszeit 1/8 (also nicht mehrere Sekunden).
Ergebnis ohne Stabilisator: gute Qualtität, aber eine leichte Verwacklung ist in der 100-Prozent-Ansicht zu erkennen.
Ergebnis mit Stabilisator: sehr gute Qualität, keine Verwacklung sichtbar. Dieses Ergebnis entspricht dem Fotografieren im Liveview.
Fazit:
Bei großen Brennweiten können selbst mit Stativ und mit Spiegelvorauslösung im Suchermodus leichte Erschütterungen zu leichten Verwacklungen führend, die mit Stabilisator kompensiert werden. Diese Kompensation funktioniert nach meiner Einschätzung aber nicht bei zu langen Belichtungszeiten. Immer den Stabi bei Nutzung Stativ ausschalten kann meiner Meinung nach nicht pauschalisiert werden, nur bei „langen“ Belichtungszeiten (vielleicht ab einer Sekunden, ab einer halben Sekunde?) wirkt sich der Stabilisator negativ auf dem Stativ aus. Bei Livebild oder bei spiegellosen Kameras kann man ihn immer ausgeschaltet lassen. Doch halt: Vielleicht auch da nicht grundsätzlich. Wenn es leicht windig ist (leichte Erschütterungen vorhanden), kann ich mir vorstellen, dass der Stabilisator auch bei spiegellosen Kameras mit Stativ sinnvoll sein kann. Also: Die Belichtungszeit ist der entscheidende Faktor, ob der Stabilisator eingeschaltet werden sollte oder nicht. Er wirkt sich nicht grundsätzlich auf dem Stativ negativ aus, sondern ab einer Belichtungszeit von … wirkt er sich negativ aus. Wie hoch könnte wohl diese Belichtungszeit sein?
Hallo Kay, danke für deinen Erfahrungsbericht.
Was deine Frage betrifft, gibt es sehr wahrscheinlich keine generell gültige Antwort. Zu groß sind die Optionen, die sich ständig verändern und eine jeweils andere Antwort erfordern würden.
Es gibt aber eine ganz praktische Lösung, um festzustellen, dass das Foto, das gerade gemacht hast, nicht verwackelt ist: die Bildkontrolle!