Bildschirm kalibrieren: mit und ohne Farbkolorimeter

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bildschim kalibrieren

Wie du deinen Bildschirm kalibrieren kannst, lernst du in diesem Artikel.

Kennst du das auch?

In deiner Kindheit kommt deine Tante Lydia immer wieder zu Besuch und bringt dir Zitronenkekse mit? Und du hasst Zitronenkekse!
(ersetze den Namen deiner Tante und ihr Mitbringsel)

Warum macht sie das immer wieder? Weil sie selbst Zitronenkekse liebt und sich gar nicht vorstellen kann, dass du sie nicht genauso lieben könntest. 🙂

Ungefähr so komme ich mir auch immer wieder vor, wenn ich an jeder Straßenecke im Netz lese, dass du deinen Bildschirm nur mit einem Farbkolorimeter kalibrieren kannst. Das ist gut gemeint, aber genauso einseitig wie Zitronenkekse!

Das ist nämlich nur eine Möglichkeit, deinen Bildschirm zu kalibrieren.  Heute stelle ich dir eine weitere Möglichkeit vor.

Vorbemerkung

bildschim kalibrieren
Vor und nach der Kalibrierung: Die Bildschirmwiedergabe ist optimiert und Abzüge sehen so aus, wie das Bild am Monitor. SO soll es sein! 🙂 (Foto: Datacolor)

Ich schreibe diesen Artikel explizit für Hobbyfotografen.

Als solcher willst du deinen Bildschirm auf die für sRGB empfohlenen Werte Gamma 2,2 und Farbtemperatur 6500 Kelvin kalibrieren.

Bist du Profi, können andere Einstellungen sinnvoll sein. Aber das muss ich dir dann ja sicherlich nicht erzählen?!

Lies unbedingt diesen Artikel über den optimalen Farbraum, in dem ich dir die Grundlagen erkläre und auch, warum eine „professionelle“ Arbeitsweise nicht immer den „professionellen“ Arbeitsfarbraum Adobe-RGB erfordert. Das braucht jeder Fotograf als Hintergrundinfo.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der ich das Zubehör für die Bildbearbeitung erkläre:

  1. Der Monitor
  2. Farbkolorimeter (dieser Artikel)
  3. Software für die Bildbearbeitung

Bildschirm kalibrieren: Die visuelle Methode

Du kannst deinen Bildschirm per Augenmaß und mithilfe einiger kostenloser Tools kalibrieren.

Du fragst dich sicherlich, ob das wirklich funktioniert, oder? Ich sage ja! Aber nur, wenn du Hobbyfotograf bist, auf den sRGB-Farbraum kalibrierst (Entscheidungshilfe hier: über Farbräume) und nicht farbenblind bist.

Männer, holt im Zweifel eure Frauen dazu. Denn die Evolution hat uns zwar wunderbare Fähigkeiten mitgegeben, wie z. B. ein rennendes Wildschwein mit einem Speer zu erlegen. Aber die Fähigkeit, feine Farbnuancen zu erkennen (die man in prähistorischer Zeit benötigte, um die giftigen von den leckeren Beeren zu unterscheiden), da versagen viele Männer kläglich – das können die Frauen oft viel besser. So, jetzt habe ich mein Klischee-Soll für heute erfüllt! 😉

Anleitung

bildschim kalibrieren
Das OSD-Menü des Bildschirms kannst du über die Knöpfe am Bildschirm einblenden.
  1. Stelle deinen Bildschirm vor dem Kalibrieren auf die Werkseinstellungen zurück. Dein Bildschirm sollte eine gewisse Mindestqualität besitzen und nicht die allerbilligste Eumelkiste vom Grabbeltisch im Baumarkt sein. Hier habe ich einen erstklassigen Fotografen-Bildschirm für unter 250 € empfohlen. Er bietet alle nötigen Einstellmöglichkeiten (Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur), die ich jetzt gleich anspreche.
  2. In den Einstellungen des Bildschirms (also mit den Knöpfen des Bildschirms und der Anzeige des On-Screen-Menüs) such die Einstellung Farbtemperatur und stelle diese auf 6500 Kelvin.
  3. Starte deine Bildbearbeitungs-Software, z. B. Photoshop, Photoshop-Elements (gerne auch ältere Versionen), Lightroom oder jede andere Farbmanagement-fähige Software.
  4. Lade dir dieses Testbild herunter und öffne es in deiner Software. Nun stellst du den Schwarzpunkt ein. Nutze dafür den Helligkeitsregler deines Bildschirms und stelle die Helligkeit so ein, dass du auf dem Testbild alle Zahlen erkennen kannst. Die Zahl 1 wirst du nur in einem eher schwach beleuchteten Raum erkennen können.  Hintergrund: Mit der Helligkeit stellst du also in Wirklichkeit nur die Helligkeit der dunklen Farben am Bildschirm ein.
  5. Lade dieses zweite Testbild herunter. Nun stellst du den Weißpunkt ein. Nutze dafür den Kontrastregler deines Bildschirms und stelle den Kontrast so ein, dass du auf dem Testbild alle Zahlen erkennen kannst. Hintergrund: Mit dem Kontrastregler stellst du den „Abstand“ zwischen Weiß und Schwarz ein. Dieser Abstand sollte möglichst groß sein, damit deine Fotos schön kontrastreich angezeigt werden. Aber nicht zu groß – und dabei hilft dir das Testbild.
  6. Kalibriere das Gamma deines Bildschirms auf dieser Website. Dort ist beschrieben, wie es geht. Mein Tipp: Um wirklich erkennen zu können, ob das Gamma deines Bildschirms gut eingestellt ist, nehmen Brillenträger ihre Brille ab. Siehst du noch gut, kneif deine Augen so stark zusammen, bis du alles unscharf siehst oder stell dich 2 bis 3 m von deinem Bildschirm weg. Perfekt wäre, wenn dein Monitor eine Gamma-Einstellmöglichkeit bieten würde. Alternativ kannst du auch an den Einstellungen deiner Grafikkarte das Gamma einstellen oder du nutzt eines der gleich angesprochenen Tools.
  7. Kontrolliere, ob dein Gamma 2,2 beträgt. Das ist genau der Gammawert, den du für eine Kalibrierung auf sRGB benötigst. Nutze dafür diesen Gammatest.
  8. Zum Abschluss überprüfst du die Graudarstellung des Bildschirms. Ist der Bildschirm durch die vorherigen Schritte gut kalibriert, dann sehen bei diesem Test beide grauen Flächen bei unscharfem Hinsehen wie eine große graue Fläche aus. Weicht die linke Fläche in Helligkeit und Farbigkeit von der rechten ab, hast du bei den Schritten 1 – 7 nicht korrekt genug gearbeitet.

Vielen Dank an Ralph Altmann von simplefilter.de für die Testbilder und die tolle Website. 🙂

Zwischenfazit

Wenn du deinen Bildschirm so kalibrierst, ist er Hardware-kalibriert. Eigentlich die Königsklasse der Kalibrierung: Allein durch die Einstellmöglichkeiten des Bildschirms wird das Monitorbild dazu gebracht, genau so auszusehen, wie es sein soll.

Da muss die Grafikkarte keine Zusatzarbeit verrichten und es braucht keine zusätzliche Software installiert werden. Wenn der Bildschirm diese Einstellmöglichkeiten bietet, ist das also das absolute Optimum.

Doch wie genau ist diese Kalibrierung? Das kommt natürlich darauf an, wie gut du die Farbstiche und Gammaabweichungen beurteilst. Bist du dabei sehr sicher, würde ich mal schätzen, dass du sicherlich 90 – 95  % der Soll-Vorgaben erreichen kannst. Das wird sicherlich nicht beim ersten Mal sofort der Fall sein, aber mit etwas Übung und einem von Haus aus ordentlichen Bildschirm wird das sicherlich hinhauen.

Doch reicht das aus? Es kommt darauf an. Wenn du bisher deinen Bildschirm gar nicht kalibriert hast, wird diese Kalibrierung die Qualität deiner Bildschirmwiedergabe massiv verbessern. Vielleicht wirst du nach kurzer Eingewöhnungszeit gar keinen Unterschied mehr feststellen. Aber du bist sehr viel näher an den Sollwerten und damit werden deine Fotos auf anderen, kalibrierten Monitoren und bei Abzügen aus dem Labor nicht wirklich schlecht aussehen. Chapeau!

Noch ein Tipp: Auch Hardware-kalibrierte Bildschirme altern je nach Nutzung. Daher solltest du deinen Bildschirm alle 1 – 3 Monate mit der obigen Anleitung überprüfen und dabei neu kalibrieren.

Tools für die Bildschirm-Kalibrierung

Am Mac und unter Windows gibt es Tools, mit dessen Hilfe du diese visuelle Methode der Bildschirm-Kalibrierung ebenfalls durchführen kannst:
Am Mac findest du unter den Systemeinstellungen unter Monitore/Farben/Kalibrieren den Apple Kalibrierungsassistent. Unter Windows findest du über die Suche das Display Color Calibration Tool.

Beide Tools lassen dich ebenfalls Gamma, Schwarz- und Weißpunkt sowie Farbtemperatur einstellen. Zwei Kritikpunkte habe ich, weshalb ich dir von diesen Tools abrate:
Beide Programme sind sehr rudimentär und teilweise verlangen sie von dir nicht mehr zeitgemäße Voreinstellungen.
Die Testbilder, an denen du den Bildschirm einstellen sollst, sind viel zu klein, um etwas zu erkennen.

bildschim kalibration
Das Apple-Kalibriertool empfiehlt immer noch den Kontrast voll aufzudrehen. Das war mal sinnvoll – vor 20 Jahren! 🙂

Ganz ähnlich ist es mit kostenlosen Tools wie Calibrize oder Monitor Calibration Wizard.

Ich kann dir meine o.g. Methode unter Verwendung der Simplefilter-Website auch im Jahre 2024 also nur empfehlen! 🙂

Bildschirm kalibrieren: die Ideallösung mit Farbkolorimeter

bildschim kalibrieren
Der Sensor eines Farbkolorimeters bestimmt sehr präzise die Abweichungen deines Monitors vom Sollwert. (Foto: Datacolor)

Ist dir die visuelle Kalibrierung zu fummelig? Fällt dir der visuelle Abgleich zu schwer? Willst du perfekte 100 % beim Bildschirm Kalibrieren erreichen?

In den meisten Fällen ist eine Kombination von Hardwarekalibrierung und Softwarekalibrierung optimal, um deinen Bildschirm perfekt zu kalibrieren:

  • An der Hardware, also am Bildschirm, stellst du mit Hilfe der Knöpfe über das OSD-Menü Helligkeit, Kontrast und Farbtemperatur so ein, dass der Bildschirm schon möglichst nahe an die Sollwerte herankommt. Wenn das möglich ist, wäre das perfekt.
    • Mit der Softwarekalibrierung kannst du dann das Feintuning für die restlichen paar Prozentpunkte erledigen.

    Manchmal kannst du den Monitor selbst nämlich gar nicht oder nicht fein genug einstellen. Viele einfache Bildschirme, oder auch die Monitore von Laptops, bieten keine Einstellmöglichkeit am Gerät selbst. Da musst du dann alles vollständig über die Software erledigen. Das ist immer nur die zweitbeste Möglichkeit!

    Dafür bietet die Kalibrierung über ein Farbkolorimeter massive Vorteile. Du als Mensch kannst den Farb- und Helligkeitsvergleich an das Gerät abgeben, das sehr präzise arbeitet. Die korrekte Anwendung vorausgesetzt!

    Der Spyder

    bildschirm kalibrieren
    Der Spyder ist ein seit langen Jahren immer weiter entwickeltes Produkt und somit sehr empfehlenswert. (Foto: Datacolor)

    Solch ein Farbkolorimeter ist der Datacolor Spyder. Es gibt ihn in verschiedenen Varianten, von der ich dir die Variante X Pro empfehle.

    Wie die Kalibrierung deines Bildschirms mit dem Spyder (damals noch in Version 5) funktioniert, erkläre ich in diesem Video. Außerdem gibt es empfohlene Voreinstellungen und Empfehlungen von mir.

    Solltest du dich wundern, dass ich hier und da im Video auf andere Videos verweise: Dieses Video ist aus meinem Onlinekurs Lightroom komplett entnommen, in dem ich dir zeige, wie du schnell einfach und intuitiv deine Fotos bearbeiten kannst.

    Hast du Fragen, Anregungen, Wünsche? Dann hinterlasse sie hier im Kommentar.

    Bitte hab Verständnis dafür, dass ich deine individuelle Computer-Konfiguration nicht kenne und daher hier unter dem Artikel keine wie auch immer geartete Hilfe bei individuellen Problemen leisten kann.

    Dafür könntest du mein individuelles Coaching buchen.

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    83 Kommentare
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    Andreas

    Danke für die aufschlussreiche Erklärung?
    Werde morgen meinen Monitor gleich kalibrieren. Bisher
    war er stets nur im werkseingestellent sRGB modus betrieben

    Andreas

    Andreas

    🙂 Die Factory Presets (sRGB) waren so gut, dass ich nichts an meinem Monitor ändern musste.

    Andy

    Hallo Karsten ,

    Was musst DU denn noch in Berlin lernen ? 🙂

    Auf jeden Fall viel Spaß an der Müritz und gutes Licht und viele Tiere

    Grüße,
    Andy

    Tom

    Hallo Karsten,
    erst mal vielen Dank für deine ausführliche Anleitung.
    Ich bestelle ja jeden Monat bei Saal grosse Prints in 30×45 und war schon oft unzufrieden mit den Ergebnissen. Monitorbild und Ausdruck wichen zu stark voneinander ab. Werde jetzt mal anhand deiner Anleitung versuchen ob die Ergebnisse nach der Kalibrierung des Monitors besser werden.

    Möge das Licht mit dir sein
    Gruss
    Tom

    Sabine Müller

    Hallo Karsten,
    vielen Dank für die ausführliche Erklärung!
    Wünsch dir für heute noch einen erfolgreichen Tag in Berlin.

    Viel Spaß an der Müritz, gutes Licht und viel Glück bei der Tiersichtung!

    Freundliche Grüße, Sabine

    Magdalena Müller

    Hallo Karsten.

    Wie kann ich denn einen Laptop ohne Hilfsmittel kalibrieren?

    LG
    Lena

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Lena,
    bei meinem Windows10 Laptop von ASUS kann ich die Farbendarstellung verändern. Wenn ich mit der rechten Maustaste auf den Bilschirm klicke erscheint ein Dialogfenster, wo ich „Grafikeigenschaften“ auswählen kann. Dann erscheint ein Menü mit einem Eintrag „Farbeinstellungen“. Dort können die Farben, Gamma, Helligkeit etc. verändert werden. Ich würde mal sagen, das ist mit Vorsicht zu genießen, weil der Hersteller ja bereits bei der Herstellung weiß, welche Grafikkarte und welches Display er eingebaut hat und die Einstellungen vermutlich schon optimal sind.

    Thomas

    Hallo Karsten,
    mein Monitor ging nicht zu kalibrieren da habe ich mir den von dir empfohlenen ViewSonic geholt. Der ist wirklich sehr gut. Meine Ausdrucke passen jetzt schon ganz gut von der Farbe her, nur sind sie etwas zu dunkel. Würde den Monitor nur ungerne in der Helligkeit verstellen da vom Empfinden her alles so optimal aussieht. Kann man Lightroom irgendwie beibringen beim Entwickeln immer eine Blende aufzuhellen ?

    LG Tom

    Lisa

    Hallo Karsten,
    ich habe mir auch den Monitor von Viewsonic bestellt, um diesen an meinen Laptop anzuschließen. Nach dem Video zur Kalibrierung mit dem Spyder stellt sich mir die Frage, ob ich für den externen Bildschirm eine neues ICC- Profil anlegen muss? Meinen Laptopmonitor habe ich bereits kalibriert und verwende das gespeicherte Profil. Wie verhält es sich nun, wenn ich einen weiteren Monitor mit dem Spyder nutze?
    Vielen Dank schon mal.
    Liebe Grüße

    Friedrich Hüttenberger

    Leider kann man mit dem Spyder Elite nur 1 Profil je Rechner speichern. Dann muss man sich für einen Monitor entscheiden. Meiner Meinung nach reine Abzocke von Datacolor.

    Marquardt

    Hallo Karsten,

    ich bin ein großer Fan davon Feedbacks zu geben, gerade in der Onlinewelt. Deine Blogbeiträge zum Thema Monitor und Kalibrierung haben mir sehr geholfen. ich werde beide Sachen über deinen Link bestellen. Danke, dass du dein Wissen mit uns teilst. Ida

    Matthias

    Sehr interessanter Artikel!
    Was ist denn, wenn ich die Fotos mit der Kamera im AdobeRGB-Modus schieße und ich die Fotos mit Lightroom im srgb-Modus bearbeite bzw. ausgebe? Muss man da was beachten? Das ist mir noch nicht ganz klar geworden…

    Matthias

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
    Jetzt bin ich bestens im Bilde.

    Schönen Gruß
    Matthias

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Matthias,
    es gibt aber noch die Option (außer perzeptiv…) „Farben nicht umwandeln“, bzw „keine Änderung“. Dann wird auch nichts verändert. Wenn Du dann allerdings Korrekturen vornimmst an einem nicht kalibrierten Bildschirm, weil es besser aussieht, dann kannst Du Dir das Bild verderben. Dann noch in einem ungeeigneten Farbraum weitergeben, Katastrophe.

    Thorsten Seeker

    Hallo Karsten,
    auch dieser Artikel ist wieder sehr lesenswert.
    Kann ich meinen alten iMac (2012) überhaupt Kalibrieren? Bei den neuen mit Retina dürfte das wohl kein Problem sein
    Deinen Artikel über Monitore haben ich ebenfalls gelesen. Ich möchte aber gerne beim iMac bleiben.
    Beste Grüße
    Thorsten

    Daniela

    Hallo Karsten,

    ich habe mal eine Frage. Ich würde gerne den Benq 2720U Monitor kaufen und laut Hersteller kann man diesen Monitor nicht kalibrieren. Das wäre aber das wichtigste, da er für Fotobearbeitung gedacht ist. Ist das wirklich so? Gibt es Monitore die man nicht kalibrieren kann? Oder gibt es dafür einen Trick? Sorry für die vielleicht blöde Frage, aber damit habe ich null Erfahrung und im Netz finde ich nichts darüber.

    Viele Grüße
    Dani

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Karsten,

    ich habe hier 10 Monitore, auch Benq, und alle haben einen Knopf am Gehäuse: Menu. Dort kannst Du Dir wirklich alles versauen, wenn Du willst.
    Aber auch in den Systemeinstellungen am Rechner kannst Du eingreifen. Rechtsklick auf den Bildschirm, Grafikeinstellungen oder sogar direkt in die Grafikkarte eingreifen.

    Friedrich Hüttenberger

    Eine Korrektur von mir zum Thema Kalibrieren: Der Menüknopf am Monitor ist gesperrt (OSD gesperrt) wenn der Monitor über Digitalkabel angeschlossen ist. Dann kann immer noch über die Systemsoftware des Computers eingegriffen werden (bei Windows Rechtsklick auf den Bildchirmhintergrund).

    Daniela

    o.k Danke für die Info Karsten. Den Artikel hab ich gelesen. Der Benq 2720U ist ein sehr guter Monitor mit tollen Werten. 100% sRGB und 100% Adobe RGB. Also auch wenn die Software und Hardwarekalibrierung vom Hersteller nicht funktioniert kann ich ihn mit einem Kolorimeter kalibrieren? Ist da dann das Ergebnis genau so gut? Da der Support des Herstellers auch irgendwas von einem ICC-Profil sagt das von der Software erstellt wird (bei einer anderen Monitor-Serie die kalibrierbar ist). Ist dieses Profil wichtig?

    Viele Grüße
    Dani

    Friedrich Hüttenberger

    Hersteller von Monitoren haben in der Regel ein Profil beigegeben, auf jeden Fall ist das in der Profilauswahl meiner Monitore am Rechner zu sehen. Benq ist ein sehr gutes Gerät, das sich auch manuell einstellen lässt, entweder dirrekt am Monitorgehäuse (auf der Monitorrückseite sind Bedienknöpfe über dem Einschaltknopf) mit Menu oder in der Windows Geräteeinstellung (Rechtsklick auf den Bildschirmhintergrund).

    Patrick

    Vielen Dank. Hab mal meine Monitore mit deinen Beschreibungen kalibriert.
    Es ist krass wie unterschiedlich die Endergebnisse trotz Kalibrierung noch aussehen.

    Hab halt ein IPS Panel und ein VA Panel. Das IPS Panel ist eigentlich zum arbeiten gedacht.
    Farben am VA Panel wirken einfach etwas blasser und schwächer.

    Ich denke aber, dass ich damit jetzt definitiv besser arbeiten kann =)

    Sven Tront

    Hallo Karsten.
    Tolle Erklärung. Ich kalibiriere meine Monitore alle zwei Wochen neu. Auch mit nem Spyder. Das sit bei mir auch nötig, da ich damit arbeite 😉 .
    Aber die erklärung mit dem visuellen Kalibrieren fand ich sehr gut.

    Liebe Grüße und bleib gesund.
    Sven

    Frank

    Hallo Karsten,
    die Erklärung und die verlinkten Hilfsseiten helfen mir leider überhaupt nicht. Ich habe es zum wiederholten Male versucht und es – für mein Empfinden – nicht gut hinbekommen. Ich sehe es nicht!
    Aber: Es wurde von vielen angewandt und von vielen positiv bewertet. Das Problem liegt damit bei mir.
    Schönen Tag!

    Frank

    Frank

    Genau; leider war mein Geburtstag erst vor ein paar Tagen – oder ich schaue mir noch mal den Viewsonic Bildschirm an und wäge ab…

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Frank,
    Du könntest einen Test machen mit einem Bild, das Du von einem professionellen Digitaldruckstudio oder einer Druckerei ausdrucken lässt. Die haben ihre Geräte hoffentlich kalibriert. Dann schaust Du Dir den Ausdruck an und versuchst, das was Du am Bildschirm siehst mit dem Ausdruck in Übereinstimmung zu bringen. Monitore haben allerdings einen größeren Konstrast, als Ausdrucke, während Bildschirme bestimmte Farben aus CMYK-Drucken nicht darstellen können. Cyan (ein bestimmtes Blau) das oft falsch angezeigt wird. Ein Colorimeter kann das gut ausgleichen.

    Manfred Scholz

    Hallo Karsten,
    mein EIZO CG2440 wird nach 50 Betriebsstunden durch eigen Software ColorNavigator 7 kalibriert.
    Für mein Empfinden ist das Ergebnis gut. Für Bilddruck ( Canon MG 7750 ) habe ich entsprechned dem Fotopapier
    ein Eigenes ICC-Profil gekauft.
    Somit alles ok.

    Bleib Gesund
    Manfred

    Heinz

    Servus Karsten,
    die heutige Aufgabe entspricht dem was ich schon vor etwa 3 Wochen, aufgrund deines Artikels,
    gemacht habe. Da mein Monitor, ein Asus PB248Q, schon sehr gut eingestellt war, habe ich ihn trotzdem
    nach deinen Angaben heute nochmal kalibriert.
    Einen wirklichen Unterschied kann ich aber nicht feststellen, mir fehlt einfach ein Referenzbild.
    Aber dein Artikel ist sehr gut.
    Grüße aus dem Chiemgau
    Heinz

    Friedrich Hüttenberger

    Das Bild von einem professionellen Druckdienst (möglichst CMYK) ausdrucken lassen. Das ist Dein Referenzbild.

    Andrea

    Hallo Karsten,
    vielen Dank für die tolle Erklärung. Ich konnte den Bildschirm meines Laptops teilweise mit DCCW kalibrieren. Nachdem ich mich ein bisschen durchgegoogelt habe, fand ich unter den Intel Grafikeinstellungen auch den Kontrastregeler.
    Mal gucken ob die nächsten Bilder heller werden 🙂
    Liebe Grüße, Andrea

    Friedrich Hüttenberger

    Wenn Du nur den Bildschirm korrigierst, hat das noch keine Auswirkung auf den Ausdruck, weil Du ja an den Daten nichts verändert hast. Wenn Du jetzt aber am Monitor den Eindruck hast, dass Du das Bild heller machen musst, dann druckt der Drucker auch heller.

    Klaus

    Hallo Karsten,
    bei meiner Grafikworkstation ist ein Colorimeter eingebaut von daher ist er immer kalibriert.

    Habe mich aber mal bei meinem immer-dabei-Laptop hingesetzt und habe ihn mit deinen Tipps und Tools kalibriert.
    Das Ergebnis war schon beeindruckend. Die anschliessende Kalibrierung mit dem Spyder X pro ergab einen Unterschied der minimal war .
    Testkalibrierung ergab 83 % sRGD mit Spyder 86 %sRGB also schon wirklich sehr guter Artikel .
    Viele Grüße
    Klaus

    Friedrich Hüttenberger

    Wo genau hast Du denn 83% gemessen? Die Datei wurde ja nicht verändert, sondern nur Deine Bildschirmdarstellung. Von daher kann sich auch ein Bildwert nicht geändert haben. Der Sinn der Bildschirmkalibrierung ist, dass Du anhand von dem, was Du am Bildschirm siehst, verlässlich Korrekturen ausführen kannst, die professionell weiterverarbeitet werden können. Man kann auch mit einem verpeilten Bildschirm leben, wenn man nur Internetseiten anschaut.

    Michael Fischer

    Hallo Karsten,

    erst einmal Danke für die Idee mit den Corona-Aufgaben und deinem täglichen Aufwand so einen Kurs zu betreiben! Toll!
    Ich habe jetzt mit meinem Samsung U28E590 fast 3 Stunden herumkalibriert komme aber mit der Gammakorrektur bei weitem nicht dahin wie die Seite Simpelfilter.de vorgibt, die linke Seite des Testbildes ist viel dunkler, das wäre eher ein Wert -2,2. Hab mir für diesen Monitor jetzt das ICC Profil installiert aber es ist noch immer so. Laut Hersteller sollte der Monitor sRGB zu 98% können.
    Vielleicht brauche ich doch einen anderen Monitor. Bei deinem empfohlenen ViewSonic gibt es ja auch mehrere Modelle, gilt die Empfehlung auch für so einen 32“ oder ausschließlich für den 24“, das wäre mir zu klein, mit meinen 51 Lenzen sehe ich nicht mehr so gut 🙂
    Danke und schöne Grüße von den Kanaren, La Palma

    Friedrich Hüttenberger

    Versteht den Zusammenhang: wenn Ihr die Bildschirmanzeige verrändert, verändert sich an Dateien gar nichts. Nur, wenn Ihr Dateien verändert, ändert sich an Dateien etwas.

    Michael Fischer

    Danke, dann geh ich mal sparen 🙂 das Ding überschreitet gerade meine Finanzen…

    Sylvia

    Vielen Dank für die tollen Erklärungen. Ich habe gestern ganz schön getüftelt, aber bei der Gamma-Einstellung hat einiges gefehlt! Von daher: super.

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Sylvia, Helligkeit und Kontrast (im Dialog zur Bildschirmeinstellung) verändern die Bildschirmdarstellung so, dass die Farbkanäle beschnitten werden. Bei Helligkeitzunahme wird Schwarz zu Grau, bei Kontrast gehen Zwischentöne verloren, Schwarz und Weiß werden enger zusammengestellt und Graubereiche schrumpfen. Gamma ist flexibler und man kann Graustufen dunkler oder heller machen ohne die Schwarz- und Weiß-Werte zu verändern oder man kann nur die Weißwerte verändern oder nur die Schwarzwerte oder alles in jeder beliebigen Kombination. Wenn man nur die Möglichkeit hat, den Gammawert anzugeben (ohne verschiebbare Regler) dann wird der Grauwert mittig verschoben ohne die Schwarz- und Weiß-Werte zu verändern. Ein Kolorimeter kann das sehr fein abstufen.

    Pierog Hans-Peter

    Hallo Karsten! Bei dem iMac gibt es keine Tasten und Rädchen. Über die Systemeinstellungen kannst Du lediglich die Kelvinzahl eingeben (6500 bei mir). Gamma (2.2) wird automatisch geregelt. Zurzeit informiere ich mich aber auch bei Datacolor über den Spyder. Mal schauen, ob das was wird.
    Deine Aufgaben sind übrigens spitze. Auch wenn ich nicht immer gleich Zeit dazu habe, so versuche ich doch noch rechtzeitig vor dem Webinar fertig zu werden (manchmal dann doch leider zu hektisch).
    Schönen Gruß
    Hans-Peter

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Hans-Peter, ich habe keinen iMac aber einen Power-Pro. Aber wir haben die selbe Software. In den Systemeinstellungen (unter dem Apfelsymbol in der Menüleiste ganz links) gibt es ein Kontrollfeld Monitore. Dort kannst Du die Bildschirme anordnen, Farbprofile auswählen und Monitore kalibrieren. Am Ende der Kalibrierung kommt ein neues Farbprofil heraus, das Du dem entsprechenden Monitor zuordnen kannst.

    Constantin Ungureanu

    Hallo,
    ich habe mir das kostenlose Programm/Tool QuickGamma installiert. Damit ist es total leicht den Gammawert auf 2,2 einzustellen. Die Überprüfung anhand der Testbilder zeigt, dass das Programm korrekt arbeitet. Mir scheint auch der Anbieter seriös zu sein – man weiß ja nie, was mensch sich mit solchen Programmen sonst noch herunterlädt. Ein Mensch namens Eberhard Werle stellt das Programm zur Verfügung.

    Friedrich Hüttenberger

    Hallo Karsten, gute Erklärungen.
    Darf ich noch hinzufügen: Manche versuchen, den Monitor an ihre Druckergebnisse des Desktopdruckers anzugleichen. Das kann nicht funktionieren. Monitor und Drucker sind Ausgabegeräte, mit geräteabhängigen Darstellungsfehlern. Deshalb müssen beide Geräte kalibriert werden. Es gibt zwar allgemeine Profile, die zugeordnert werden können, wie sRGB für Monitore oder druckerspezifische Standardprofile für Brother, Lexmark etc., die aber Abweichungen der Geräte oder Umgebungsbedingungen nicht berücksichtigen können. Eventuell gelingt eine eigene Anpassung für eigene Zwecke noch einigermaßen zufriedenstellend. Wenn die Daten aber weitergegeben werden sollen im Internet, zu einer Offsetdruckerei, an einen digitalen Druckdienst für Poster oder ähnliches, dann kann das Ergebnis ganz anders ausschauen, als man es auf dem eigenen Monitor gesehen hat. Da wirkt ein Gesicht auf einmal gelblich, bläulich oder rötlich, das Grau hat einen rötlichen Stich und so weiter. Die Kolorimeter garantieren, dass ein spezielles Profil für die Kombinatioon aus Grafikkarte und Monitorfarben eingerichtet wird oder mit Printprofilen die Ausgabe am eigenen Drucker korrigiert wird, damit eine gute Vorschau gedruckt werden kann (mit SpyderPrint zum Beispiel). Genauso brauchen bildgebende Verfahren wie Scanner oder Kameras Profile für den Datenimport in Verarbeitungsprogramme wie Lightroom, damit die kameraspezifischen Eigenschaften automatisch korrigiert werden können (Programme wie DxO für Kameras sind sehr professionell).

    Friedrich Hüttenberger

    Na Karsten, Du Vollprofi. Das konntest Du wohl nicht verkraften, das jemand Deine Anleitungen verbessert?
    „Da sind die iMacs manchmal beschränkt“. Was ist denn das für eine Antwort? Entweder sind iMacs beschränkt oder nicht. Die iMacs haben die selbe Software im Betriebssystem, wie die Power Pro Macs. Und damit kann man in der Systemeinstellung Monitore die Monitore kalibrieren. Ob das jeder perfekt macht, sei mal dahingestellt. Mit Deinen von Datacolor gesponserten Augenwischereien bestimmt nicht. Sicher ist ein Colorimeter besser, als die Systemapps und professioneller. Wenn der Preis dafür bezahlt wird. Hier suchen Menschen Hilfe, um ihr System besser zu verstehen und bessere Ergebnisse zu erreichen.
    Jetzt habe ich gestern mehrere Stunden zu jeder Frage ausreichende Tips gegeben, die von Dir offensichtlich unzutreffend oder gar nicht beantwortet wurden und sehe heute, dass von mir alles gelöscht wurde.
    Dazu kann ich nur sagen, dass Du ein Manipulator vor dem Herrn bist. Der „Profi“. Deine Follower haben und bleiben auf ihrem Niveau ohne irgendwelche Erkenntnisse davongetragen zu haben. Das tut mir für die Unwissenden leid, dass sie hier ihre Zeit vergeuden.

    Rene

    Hallo Karsten,

    ich habe Meinen Desktop Bildschirm und meinen Laptop jeweils mit dem SpyderX kalibriert. Der Desktop Bildschirm zeigt einen perfekten GAMMA Wert von 2,2 gemäß simpelfilter. Aber der Laptop liegt völlig daneben, so bei 1,5, obwohl ich den auch auf 2,2 kalibriert habe. Ist das normal? Oder müsste der Laptop auf der Simpelfilter Seite auch die Gamma Testbilder perfekt anzeigen?

    Frank Baldauf

    Hallo Karsten,
    danke für Deine Erläuterungen, diese sind auch für mich als Laien nachvollziehbar.
    Ich habe unsere 2 Monitore nach der visuelle Methode kalibriert und bin (mit mir) teilweise zufrieden.
    Da ich einen Monitor zur Hobby-Foto-Nachbearbeitung unter Windows und per Umschalter zur Arbeit (unter Linux System = gesperrt) nutze, suche ich eine elegante (bequeme) Möglichkeit zumindest diesen Monitor per Colorimeter mit dem OSD zu kalibrieren.
    Ja ich weiß, es gibt Farbprofile die dabei dann nicht berücksichtigt werden.
    Meine Traumvostellung: ein Gerät, welches mir die einzugebenden OSD-Werte vorgibt . . .um den Monitor für verschiedene PCs grundsätzlich (vor-)einzustellen. Gibt es diese Möglichkeit überhaupt?
    viele Grüße Frank

    Frank Baldauf

    Hallo Karsten,
    danke für Deine Antwort.
    Ich habe den Monitor noch mehrfach nach visueller Methode eingestellt und hoffe eine Balance für die Ansteuerung durch verschiedenen PC’s gefunden zu haben.
    Für den Windows-PC – für die Bildbearbeitung – steht ein Kalorimeter auf dem Wunschzettel.
    viele Grüße und eine frohe Weihnachtszeit
    Frank