5 Tipps für perfekte Weihnachtsfotos

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Weihnacht fotografieren

Du willst die stimmungsvollen Momente zu Weihnachten einfangen – das Kind beim Auspacken, den geschmückten Baum, die warmen Lichter – und das ohne harten Blitz? Hier kommen meine fünf besten Tipps für emotionale Weihnachtsfotos.

1. Verzichte auf den Blitz

Früher brauchte es zwingend einen Blitz, wenn das Licht knapp war. Heute nicht mehr: Jede Digitalkamera bietet hohe ISO-Empfindlichkeiten, mit denen du auch bei wenig Licht schöne Fotos machst. Such die ISO-Taste und stell ISO auf „Auto“ – die Kamera wählt dann Belichtungszeiten, die du noch aus der Hand halten kannst, quasi ein Airbag für die Belichtungszeit.

Für das Handballspiel in der düsteren Turnhalle reicht das nicht – aber unterm Weihnachtsbaum fliegen selten Bälle mit 150 km/h. Um Bildrauschen musst du dir kaum Sorgen machen: Moderne Kameras rauschen bei diesen ISO-Werten so wenig, dass du es auf normalen Abzügen nicht siehst – und je größer ein Abzug, desto größer der Betrachtungsabstand, der das Rauschen ohnehin schluckt.

2. Nutze eine lichtstarke Festbrennweite

Unscharf verschwimmende Lichtpunkte im Hintergrund als Bokeh-Beispiel
Ein schönes Bokeh sorgt für einen schicken Hintergrund. (Foto: Silke Falkus)

Lichtstärke ist beim Objektivkauf das A und O. Lichtstarke Objektive haben besonders große Blenden (also kleine Blendenwerte wie f/1.4 oder f/1.8). Am günstigsten bekommst du diese Lichtstärke bei Festbrennweiten – Objektiven ohne Zoom. Für praktisch jede Wechselobjektiv-Kamera gibt es ein lichtstarkes Normalobjektiv oder leichtes Tele für relativ wenig Geld. Welche Brennweite zu deinem Sensorformat passt:

FormatNormalobjektivLeichtes Tele
Vollformat50 mm85 mm
APS-C (Nikon: DX)35 mm50 mm
4/3-Zoll (MFT)25 mmca. 45 mm
Jeweils mit einer Anfangsblende von f/1.4–1.8. Konkrete aktuelle Modelle findest du in der Festbrennweiten-Kaufberatung.
Mein Tipp: Kaufst du das Objektiv vor allem fürs Fotografieren bei wenig Licht, nimm das Normalobjektiv. Liegt dein Schwerpunkt im Porträt, greif zum leichten Tele.

Stell an so einem lichtstarken Objektiv eine große Blende ein (bei einem f/1.4 etwa f/2 oder f/2.8). Zusammen mit der ISO-Automatik ergibt das kurze Belichtungszeiten – und ganz nebenbei ein schönes Bokeh, also die weich verschwimmenden Bereiche im Hintergrund. Mit ein paar Lichtpunkten dahinter – dem Baum oder einer Lichterkette – wird dieser unscharfe Hintergrund besonders reizvoll. Platzier dein Motiv (etwa das Kind beim Auspacken) deshalb so, dass diese Lichter im Hintergrund liegen.

3. Den Weihnachtsbaum und die Lichterkette richtig fotografieren

Der geschmückte Baum ist selbst ein wunderbares Motiv. Zwei Wege führen zum guten Bild – je nachdem, ob du ihn freistellen oder ganz zeigen willst:

  • Lichter als Bokeh: Mit offener Blende und etwas Abstand zum Baum werden die einzelnen Lämpchen zu weichen, runden Lichtpunkten – ideal als Hintergrund für ein Porträt oder ein Detail.
  • Den ganzen Baum scharf: Soll der komplette Baum mit allen Lichtern scharf sein, blendest du weiter ab (etwa f/5.6–8). Weil dann längere Belichtungszeiten nötig werden, stell die Kamera am besten auf ein Stativ (oder eine feste Unterlage) und schalt die ISO-Automatik in diesem Fall auf einen niedrigen Wert für rauschfreie, klare Farben.

In beiden Fällen gilt: Mach die Raumbeleuchtung eher gedämpft, dann treten die Lichter am Baum schöner hervor. Und probier ruhig die Dämmerung am frühen Abend – wenn draußen noch ein Rest Blau im Fenster steht, wirkt der warm leuchtende Baum davor besonders stimmungsvoll.

4. Nutze den Weißabgleich für warme Farben

Zu Weihnachten fotografierst du viel bei Kunstlicht, und das ist im Vergleich zu Tageslicht sehr gelb. Damit deine Fotos nicht knallgelb werden, stell den Weißabgleich auf Automatik – die Kamera verhindert so starke Farbstiche.

Tipp für den Lichterkauf: Achte bei Lichterketten auf die Farbtemperatur. „Warmweiß“ bzw. „3200 Kelvin“ gibt ein gemütliches, warmes Licht – dieselbe Lichtfarbe wie Halogen- und Glühlampen. Finger weg von „neutralweiß“ oder „5500 Kelvin“: Dieses Licht wirkt deutlich blauer und passt schlecht zur Weihnachtsstimmung.

5. Mach dich klein und erzwinge nichts

Weihnachtliches Detail vor weichem Bokeh-Hintergrund aus Lichtern
Auch ein dekoratives Detail wird vor unscharfen Lichtern zum stimmungsvollen Weihnachtsfoto.

Packt dein Kind die Geschenke aus, geh auf Augenhöhe – runter auf den Boden. Nur so bekommst du den Baum mit seinen Lichtern in den Hintergrund; von oben fotografiert wirkt das Kind kleiner, und der Baumständer landet mit im Bild. Platzier das Kind dabei einige Meter vom Baum entfernt – nur dann wird der Baum wirklich unscharf und das Bokeh entsteht. Sitzt es direkt davor, werden beide scharf.

Und dann: Erzwinge nichts. Forderst du im großen Moment ein Lächeln ein oder bittest zwischendurch zu warten, ist die Stimmung dahin. Arbeite schnell, wechsle bei Bedarf die Perspektive und nimm hin, wenn nicht alles perfekt läuft. Eine gute Stimmung technisch halbgar eingefangen ist mehr wert als ein technisch perfektes Foto mit Kindergeheul. Dieselben Tipps funktionieren übrigens genauso für dein Haustier oder ein dekoratives Detail – geringe Schärfentiefe plus warmes Licht ergeben fast immer ein stimmungsvolles Bild.

Kurz-Spickzettel: deine Einstellungen auf einen Blick

  • Blitz: aus
  • ISO: Automatik (für den scharfen Gesamt-Baum vom Stativ: niedriger Festwert)
  • Blende: offen (f/1.8–2.8) fürs Bokeh, geschlossen (f/5.6–8) für den ganzen Baum scharf
  • Weißabgleich: Automatik
  • Perspektive: auf Augenhöhe des Kindes, Motiv mit Abstand zum Baum
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6 Kommentare
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Annegret

Hallo Karsten, super Tips, danke.

Ich wünsche dir und deinen Lieben wunderschöne Weihnachten und ein gesundes, glückliches neues Jahr.

Liebe Grüße

Annegret

Rolf

Hallo Karsten
Danke dir für Guten Tips.
Wünsche dir und deiner Familie ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Gruss Rolf

Andrea

Hi Karsten,
ich hoffe Ihr hattet schöne Weihnachtsfeiertage.Wünsche dir/euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016
Liebe Grüße,Andrea